Gut gelaunter Händler an der New Yorker Börse
Marktbericht

Coinbase-Börsengang Wall Street im Krypto-Fieber

Stand: 14.04.2021 22:25 Uhr

An der New Yorker Börse war es heute ein denkwürdiger Tag. Denn der Börsengang der Kryptobörse Coinbase sprengte alle bisher bekannten Dimensionen. Zudem visierte der Dow Jones 34.000 Punkte an.

Eigentlich hat die New Yorker Börse am Mittwoch "nur" ihr derzeit hohes Niveau behauptet, ansonsten war es ein zwar interessanter, aber eben nicht spektakulärer Handelstag an der Wall Street. Die Technologiebörse Nasdaq, die gestern vorgelaufen war, verlor am Ende ein Prozent auf 13.857 Zähler und gab damit ihre Gewinne vom Vortag wieder ab, nicht ohne zuvor noch ein Rekordhoch bei 14.033 Punkten markiert zu heben. Der Auswahlindex Nasdaq 100 sank um 1,3 Prozent auf 13.803 Punkte.

Gleiches galt für den marktbreiten S&P-500-Index, der am Ende bei 4124 Punkten um 0,4 Prozent niedriger aus dem Markt ging, bei 4151 Punkten aber zuvor sein altes Rekordhoch vom Vortag noch um drei Zähler übertroffen hatte. Dabei ist es nicht wirklich spektakulär, wenn die Indizes, ausgehend vom bestehenden hohen Niveau, noch ein paar "Kleckerpunkte" zulegen, um dann für die Statistik ein weiteres Rekordhoch zu markieren.

Die Kurse der Tech-Branche haben sich gleichwohl zuletzt wieder kräftig erholt. Die Branche profitierte besonders von sinkenden Renditen am US-Anleihemarkt, nachdem die Sorgen vor einer stark anziehenden Inflation jüngst in den Hintergrund gerückt waren. Niedrige Zinsen erleichtern den stark wachstumsorientierten Unternehmen des Sektors die Refinanzierung.

Dow bei fast 34.000 Punkten, fällt dann zurück

Auch der Leitindex Dow Jones markierte in der Spitze bei 33.911 Zählern ein Rekordhoch, knapp 40 Punkte über dem Alten. Er visierte damit die Marke von 34.000 Zählern an, die er aber nicht übersprang. Am Ende reichte es bei 33.730 Punkten nur zu einem eher moderaten Tagesgewinn von 0,16 Prozent. Der Index holte dabei spiegelbildlich zu den anderen Indizes Verluste des Vortages auf.

Dabei dürfte so mancher Anleger wohl mit mehr gerechnet haben, denn mit robusten Zahlen aus dem Bankensektor begann heute die im Vorfeld mit so viel Spannung erwartete Berichtssaison der Unternehmen durchaus erfolgreich. Das Thema rückte aber in den Hintergrund, denn es gab etwas, was noch interessanter, fast schon denkwürdig war.

Der Kryptowahnsinn heißt Coinbase

Denn der Börsengang von Coinbase, dem größten Handelsplatzes für Kryptowährungen, wurde zum Triumphzug. Der Börsengang, der im Rahmen einer Direktplatzierung erfolgte, war der größte in den USA seit dem Debüt des Fahrdienstanbieters Uber im Jahr 2019. Der erste Kurs lag bei 381 Dollar, rund 50 Prozent mehr als der Ausgabepreis von 250 Dollar bei einer ersten Bewertung von rund 100 Milliarden Dollar (!). Danach stieg die Aktie weiter bis auf 430 Dollar, dann bröckelte der Kurs ab auf 328 Dollar. Experten gehen davon aus, dass das Debüt den Cyberdevisen eine breitere Akzeptanz verschafft.

US-Banken überzeugen

Traditionell eröffneten heute die US-Banken die Berichtssaison der Unternehmen in den USA. Goldman Sachs, JPMorgan und Wells Fargo überzeugten dabei mit ihren Quartalsausweisen und wurden damit den hohen Erwartungen gerecht. "Anleger, die in den Bankensektor investiert haben, werden sich mit den Ergebnissen gut fühlen, und sie werden wahrscheinlich weiterhin in den Sektor investieren", sagte Investmentexperte Rick Meckler vom Vermögensverwalter Cherry Lane Investitionen.

Geldmaschine JPMorgan Chase

Eine gesunkene Angst vor Kreditausfällen hat der größten US-Bank JPMorgan Chase im ersten Quartal einen überraschend hohen Gewinnsprung beschert. Mit 14,3 Milliarden US-Dollar (zwölf Milliarden Euro) lag der Überschuss rund fünfmal so hoch wie ein Jahr zuvor, wie das Geldhaus am Mittwoch in New York mitteilte. Das lag vor allem daran, dass die Bank wegen der Erholung der Wirtschaft in den USA Rückstellungen für gefährdete Kredite in Milliardenhöhe auflöste. Zudem legten die Erträge dank eines Booms im Handelsgeschäft kräftig zu. Auf Sechs-Monats-Sicht hat die Aktie über 50 Prozent zugelegt, heute nehmen die Anleger Gewinne mit.

Rekordquartal für Goldman Sachs

Aktien der Investmentbank Goldman Sachs gewinnen hingegen über vier Prozent und haben im vergangenen halben Jahr fast 60 Prozent zugelegt. Ein Boom im Wertpapierhandel und im Kapitalmarktgeschäft hat der US-Investmentbank Goldman Sachs Anfang 2021 den höchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte eingebracht. Unter dem Strich stand im ersten Quartal ein Überschuss von rund 6,7 Milliarden US-Dollar (5,6 Milliarden Euro). Ein Jahr zuvor hatte Goldman Sachs auch wegen hoher Rückstellungen für mögliche Kreditausfälle in der Corona-Krise lediglich 1,1 Milliarden Dollar verdient. Diesmal brummte das Geschäft im Investmentbanking, im Börsenhandel und in der Fondssparte.

Wells Fargo mit Gewinnsprung

Die US-Großbank Wells Fargo hat ihren Gewinn zu Jahresbeginn trotz anhaltender Belastungen durch niedrige Zinsen vervielfacht. Unterm Strich verdiente das Institut in den drei Monaten bis Ende März 4,7 Milliarden Dollar (3,9 Mrd Euro). Wells Fargos Bilanz profitierte nun stark davon, dass milliardenschwere Rückstellungen, die in der Krise als Sicherheitspuffer gebildet wurden, aufgrund der verbesserten wirtschaftlichen Lage erheblich verringert werden konnten.

Das Tagesgeschäft von Wells Fargo lief indes weiter verhalten; insbesondere die niedrigen Zinsen drücken die Margen der Bank, die anders als die kapitalmarktlastigen Investmentbanken vorwiegend klassisches Kreditgeschäft betreibt. Die Zahlen lagen trotzdem über den Erwartungen, so dass die Aktie aktuell deutlich über fünf Prozent anzieht.

DAX-Anleger bleiben verhalten

Der deutsche Leitindex DAX ist auch den siebten Handelstag in Folge nicht aus seinem derzeitigen Seitwärtstrend ausgebrochen. Er bleibt damit auf hohem Niveau, zu mehr reicht es derzeit aber nicht. Der Index schloss am Mittwoch bei 15.209 Punkten um 0,2 Prozent etwas schwächer.

Alles schon drin in den Kursen?

Es drängt sich angesichts der langen Konsolidierungsphase der Eindruck auf, dass die Börse solide Ergebnisse der Unternehmen bereits vorweggenommen hat - was ganz genau zum derzeit übergeordneten Bild eines kräftigen Wirtschaftsaufschwungs nach dem Ende der Corona-Pandemie passen würde. Tatsache ist aber, dass die dritte Welle der Corona-Pandemie mit voller Kraft wohl erst noch kommt, das Impftempo weiter mäßig bleibt und die Politik mit sich selbst beschäftigt ist.

Da halten die Anleger ihr Pulver lieber trocken, immerhin bleibt es bis zum Rekordhoch von 15.311 Zählern nicht weit. Auch gute SAP-Zahlen sowie ein gelungener Auftakt der Berichtssaison in den USA konnten sie heute nicht locken.

"Die meisten halten an ihren Beständen fest", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Das sei auch an den zuletzt deutlich niedrigeren Handelsumsätzen abzulesen. Auch die guten Vorgaben der Wall Street vom Vorabend mit weiteren Rekorden an der Nasdaq und im S&P-500-Index schoben den Markt nicht weiter an.

SAP setzt auf die Cloud

Unter den Einzelwerten im DAX standen SAP im Fokus. Die im Index schwer gewichtete Aktie des Software-Konzerns legte nach positiv aufgenommenen Daten zum ersten Quartal zu, konnte anfänglich stärkere Kursgewinne jedoch nicht behaupten. Sie schloss unter Tageshoch bei 113,40 Euro, ein Aufschlag von gut 1,1 Prozent zu.

SAP blickt nach einem guten Start optimistischer auf das laufende Jahr. Die Cloud- und Softwareerlöse dürften 2021 währungsbereinigt bei 23,4 bis 23,8 Milliarden Euro landen, teilte das DAX-Unternehmen am späten Dienstagabend mit. Das Betriebsergebnis soll bei 7,8 bis 8,2 Milliarden Euro liegen. Mittelfristig soll sich das Cloud-Geschäft laut SAP mehr als verdoppeln. Wie Anfang März angepeilt, geht der Vorstand für 2025 von mehr als 22 Milliarden Euro an Erlösen aus. Insgesamt soll der Umsatz bei über 36 Milliarden Euro liegen.

Halbleiter auch in Deutschland vorn

Von der Rally der US-Technologiewerte profitierten auch die anderen heimischen Technologieaktien. Im Frankfurter Handel legten die Papiere von Infineon im DAX zu, gaben aber ebenfalls im späten Geschäft Teile des Gewinns ab. Im TecDAX gewannen Anteilsscheine des Branchenausrüsters Aixtron über drei Prozent. Für beide Aktien erhöhten Analysten ihre Kursziele.

Euro Richtung 1,20 Dollar

Am Devisenmarkt entwickelt sich die Gemeinschaftswährung tendiert weiterhin gut gegenüber der US-Währung. Im Tageshoch kostete der Euro schon 1,1978 US-Dollar und damit so viel wie zuletzt Mitte März. Aktuell handelt er bei 1,1975 nur knapp darunter Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat bei der Festlegung der täglichen Referenzkurse am Mittwochnachmittag einen Wechselkurs von 1,1964 Dollar für den Euro errechnet.

Ölpreise steigen kräftig

Sowohl die Nordseesorte Brent als auch die US-Leichtölsorte WTI waren heute gefragt und verteuerten sich deutlich. Ein Fass Brent kostete über 66 Dollar, WTI über 63 Dollar - das sind rund fünf Prozent mehr. Preistreiber sind ein Rückgang der US-Ölreserven und eine höhere Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur (IEA). Der Preis für die Feinunze Gold ermäßigt sich um gut ein halbes Prozent auf 1736 Dollar.

Beige Book der Fed: US-Wirtschaft kommt in Schwung

Die Wirtschaftswachstum in den USA hat sich laut der US-Notenbank Fed zuletzt beschleunigt. Die Wirtschaft sei im Zeitraum von Ende Februar bis Anfang April mit einem moderatem Tempo gewachsen, heißt es im am Mittwoch veröffentlichten Konjunkturbericht (Beige Book). So seien die privaten Konsumausgaben gestiegen. Es profitiere der Tourismus- und Freizeitsektor von der Lockerung von Corona-Beschränkungen. Angesichts der fortschreitenden Impfungen schauten die befragten Wirtschaftsteilnehmer optimistischer als zuletzt in die Zukunft.

Lagarde sieht weiter Handlungsbedarf

Von so einem zuversichtlichen Szenario ist die Eurozone noch ein gutes Stück entfernt, so die Chefin der EZB, Christine Lagarde, auf einer Veranstaltung. Die Wirtschaft im Euro-Raum muss aus ihrer Sicht noch bis in eine Erholungsphase hinein mit geldpolitischen und fiskalischen Hilfen gestützt werden. Man denke an einen Patienten, der aus einer schweren Krise komme, aber immer noch auf zwei Krücken angewiesen sei. "Man will keine der Krücken entfernen, die fiskalische oder die geldpolitische, bis der Patient wirklich gut laufen kann", sagte sie. Der Devisenmarkt reagierte kaum auf die Aussagen.

Neuer Bitcoin-Rekord

Die Rekordjagd beim Bitcoin hielt heute an. Die weltweit bekannteste und größte Kryptowährung verteuert sich um bis zu 2,7 Prozent auf eine neue Bestmarke von 64.899 Dollar, fiel danach aber etwas zurück. Im späten Geschäft notierte sie etwas unter 63.000 Dollar. Anleger schauen auf den Börsengang der Krypto-Plattform Coinbase an der Nasdaq, die am Mittwoch erfolgt. Experten sehen die Emission als einen Meilenstein für den gesamten Markt des Digitalgelds. Der Kurs konnte allerdings auch nach Bekanntgabe der ersten Coinbase-Kurse nicht mehr weiter zulegen.

Rubel profitiert von Putin-Biden-Gespräch

Die Hoffnung auf eine Deeskalation an der ukrainisch-russischen Grenze half dem russischen Rubel gegen den Dollar. US-Präsident Joe Biden hatte sich in einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin besorgt zum russischen Truppenaufmarsch geäußert und ein Treffen in den kommenden Monaten vorgeschlagen.

Covestro kann Gewinne nicht halten

Papiere des Spezialchemiekonzerns Covestro gaben anfängliche Gewinne mittlerweile wieder ab. Auf einen guten Ausblick auf das Jahr 2021 folgten am Morgen zunächst erste Kaufempfehlungen von Analysten.

Das Unternehmen erhöhte angesichts eines besser als zuvor erwarteten Geschäftsverlaufs seine Ergebnisprognose. Das Betriebsergebnis soll nun zwischen 2,2 Milliarden und 2,7 Milliarden Euro erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die Corona-Krise die Leverkusener hart getroffen. Insgesamt erzielte Covestro ein Ebitda von 1,47 Milliarden Euro. Das ist 8,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Umsatz sank um 13,7 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro.

Aareal-Aufsichtsrat weist Rücktrittsforderungen zurück

Der Aufsichtsrat der Aareal Bank hat die Rücktrittsforderungen des Großaktionärs Petrus Advisers erneut zurückgewiesen. Die von dem Investor geforderte Neubesetzung des Gremiums entbehre jeglicher Grundlage, erklärte der Aufsichtsrat am Mittwochabend. Er empfehle den Aktionären, die Vorschläge von Petrus Advisers bei der Hauptversammlung am 18. Mai abzulehnen.

Petrus hält knapp zehn Prozent an dem Immobilienfinanzierer und fordert einen Strategieschwenk sowie die Abwahl der Aufsichtsratsvorsitzenden Marija Korsch sowie zwei weiterer Mitglieder. Als Nachfolgerin von Korsch schlug er den ehemaligen UniCredit-Manager Theodor Heinz Laber vor.

Drägerwerk steigert Umsatz und Ergebnis

Der Medizintechnikkonzern hat im ersten Quartal zwar seinen Umsatz gesteigert, jedoch einen Einbruch beim Auftragseingang erlitten. Der Umsatz sei auf Basis von vorläufigen Zahlen währungsbereinigt um 28,2 Prozent auf 792,1 Millionen Euro verglichen mit dem selben Vorjahreszeitraum gestiegen, teilt das im TecDAX notierte Unternehmen mit.

Der Auftragseingang fiel um 44,9 Prozent auf 739,8 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Hersteller von Beatmungsgeräten und Atemschutzmasken noch einen Rekordauftragseingang von rund 1,4 Milliarden Euro im Zuge der damals aufflammenden Corona-Pandemie verbucht. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) bezifferte das Lübecker Unternehmen auf 129 Millionen Euro nach einem Minus von 0,6 Millionen Euro im Vorjahr. Für das Gesamtjahr erwartet Dräger einen Umsatzrückgang von währungsbereinigt zwischen sieben und elf Prozent und eine Ebit-Marge zwischen fünf und acht Prozent.

Aroundtown plant Milliardenübernahme

Der Immobilienkonzern Aroundtown peilt eine milliardenschwere Übernahme des in London notierten Rivalen Globalworth an. Zusammen mit der CPI Property Group hält Aroundtown bereits gut 51 Prozent an Globalworth. Um sich die Firma ganz einzuverleiben, schließen sich Aroundtown und CPI nun zu einem Gemeinschaftsunternehmen zusammen, wie die beiden in Luxemburg ansässigen und in Frankfurt gelisteten Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Sie bieten den übrigen Globalworth-Aktionären 7,00 Euro je Anteilsschein in bar, ein Aufschlag von rund 20 Prozent auf den Globalworth-Schlusskurs vom Dienstag.

Hella schafft Ergebnissteigerung

Der Automobilzulieferer hat in den ersten neun Monaten des Bilanzjahres 2020/21 trotz Corona bessere Ergebnisse eingefahren. Bei einem Umsatzminus von 0,3 Prozent auf 4,7 Milliarden Euro kletterte das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) um rund zehn Prozent auf 373 Millionen Euro. Die Branche stehe aber vor großen Herausforderungen, erklärte Firmenchef Rolf Breidenbach. "Zum einen breitet sich die Corona-Pandemie weiter aus, zum anderen ist die gesamte Branche von den Folgen der massiven Bauteileknappheit insbesondere im Halbleitermarkt betroffen."

Jenoptik kooperiert mit SFC Energy

TecDAX-Mitglied Jenoptik und die SFC Energy stehen vor einer Kooperation im Bereich Brennstoffzellen. Konkret versorgt SFC mit seinen Zellen die Geschwindigkeitsmessanlagen von Jenoptik mit Strom - umweltfreundliches Blitzen also ohne Eingriffe in die Fahrbahnoberflächen. Erste Anlagen seien bereits in mehreren europäischen Ländern in Betrieb, teilte SFC Energy mit, dessen Aktie im Prime Standard der Frankfurter Börse notiert wird.

Easyjet hofft auf den Sommer

Der britische Billigflieger rechnet ab Ende Mai mit einer Belebung des in der Corona-Krise derzeit noch extrem schwachen Geschäfts. Die meisten Länder in Europa planten für nächsten Monat die Wiederaufnahme des Flugbetriebs in großem Umfang, erklärte Konzernchef Johan Lundgren am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen zum ersten Geschäftshalbjahr bis Ende März. Im gesamten ersten Geschäftshalbjahr von Oktober bis März erreichten die Passagierzahlen nur 14 Prozent des Vorkrisenniveaus. Der Vorsteuerverlust dürfte sich für die ersten sechs Monate laut Easyjet auf 690 bis 730 Millionen Pfund belaufen (rund 796 bis 842 Millionen Euro).

"Fat Finger" drückt Barclays-Aktie

Ein Kursabsturz bei Aktien der britischen Bank Barclays von knapp zehn Prozent sorgte am Morgen für Aufregung. Die Titel brachen auf 168,40 Euro ein und gingen direkt im Anschluss wieder hoch auf 186 Euro. Mehrere Händler berichten von einer Fehleingabe eines Marktteilnehmers, einem sogenannten "fat finger". Darauf deutet auch das massive Ordervolumen von 6,6 Millionen Aktien in den ersten zwei Handelsminuten hin, was rund acht bis zehn Prozent der durchschnittlichen Tagesumsätze entspricht.

Toshiba-Chef wirft hin

Im Streit um die Übernahme des japanischen Elektronikkonzerns hat Konzernchef Nobuaki Kurumatani seinen Abschied angekündigt. Kurumatani war wegen des 20 Milliarden Dollar schweren Gebots von Finanzinvestor CVC - seinem früheren Arbeitgeber - in Misskredit geraten. Hinzu kamen Vorwürfe, dass der Vorstand Investoren vor einer Aktionärsversammlung unter Druck setzte, für bestimmte Kandidaten zu stimmen. Toshiba teilte mit, sein Vorgänger Satoshi Tsunakawa werde vorübergehend an die Firmenspitze zurückkehren.

Katek vor Börsengang

Der bayerische Elektronikproduzent Katek will mit einem Börsengang seinen Wachstumskurs finanzieren. Das Münchner Unternehmen will 80 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung einnehmen, wie es am Mittwoch mitteilte. Die beiden Großaktionäre Primepulse und Grosso Tec, die bisher zusammen 91 Prozent halten, wollen keine Anteile abgeben, aber auch nach dem Börsengang die Mehrheit behalten. Die Emission im streng regulierten Marktsegment Prime Standard, die von der Privatbank Hauck & Aufhäuser organisiert wird, soll noch im ersten Halbjahr über die Bühne gehen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 15. April 2021 um 08:34 Uhr.