Händler an der NYSE
Marktbericht

Moderate Gewinne Wall Street bleibt auf Rekordkurs

Stand: 26.10.2021 23:06 Uhr

Nicht spektakulär, aber stetig nach oben. So hat sich die New Yorker Aktienbörse auch heute wieder präsentiert. Gute Unternehmensbilanzen trieben die Indizes auf weitere Rekordstände.

Unter der Führung der Technologiebörse Nasdaq legten alle großen US-Aktienindizes heute leicht zu - wobei Dow Jones, S&P 500 sowie der Auswahlindex Nasdaq 100 neue Rekordmarken erzielten, die sie dann aber im Verlauf nicht behaupten konnten. Der Dow Jones lag in der Spitze bei 35.892 Punkten und ging am Ende bei 35.756 Punkten aus dem Handel, ein Mini-Gewinn von 0,04 Prozent. Der S&P markierte sein Top bei 4598 Zählern und schloss bei 4574 Zählern um 0,18 Prozent besser.

Die Technologiebörse Nasdaq konnte anfangs höhere Gewinne von zwischenzeitlich rund einem Prozent nicht behaupten. Am Ende rettete sie ein leichtes Plus von 0,06 Prozent ins Ziel. Der Auswahlindex Nasdaq 100 erreichte im Handelsverlauf bei 15.710 Punkten allerdings ein weiteres Rekordhoch. Er schloss dann bei 15.559 Punkten und verzeichnete damit prozentual das größte Plus von 0,29 Prozent. Vor allem im späten Geschäft zogen sich einige Anleger noch zurück, nachdem der Markt lange Zeit stabil höher im Plus gelegen hatte.

Berichtssaison trägt den Aufschwung

Getrieben wird der Aufschwung an der Wall Street von der derzeit erfolgreich verlaufenden Berichtssaison der Unternehmen. Bereits in der vorletzten Woche war diese mit sehr guten Zahlen aus dem Bankensektor eingeläutet worden - und gegen eine besser als erwartete Gewinndynamik zu handeln, kann gefährlich werden. Denn vor allem Amerikas Konsumenten sind wieder zurück, wie nicht nur die Bankenzahlen zuletzt gezeigt haben.

Die Berichtssaison der Unternehmen sei mittlerweile in vollem Gange und liefere bislang mehr gute als schlechte Nachrichten, bemerkte ein Börsianer. Damit rückten die kürzlich noch dominierenden Inflations- und Wachstumssorgen in den Hintergrund. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg haben mehr als 80 Prozent der bisher berichtenden Unternehmen aus dem S&P 500-Index bessere Ergebnisse als erwartet vorgelegt.

Zu den Favoriten an der Wall Street zählte unter anderem UPS mit einem Kursplus von 6,8 Prozent auf 218,07 Dollar. Eine starke Nachfrage in allen Segmenten hat dem US-Paketdienst im Sommer einen überraschend starken Gewinnsprung eingebracht. Unter dem Strich stand im dritten Quartal ein Ergebnis von 2,3 Milliarden US-Dollar und damit 19 Prozent mehr als im Corona-Sommer 2020. Der Umsatz sprang um neun Prozent auf 23,2 Milliarden Dollar nach oben und damit ebenfalls stärker als von Experten gedacht.

Besonders stark legte der Umsatz im Auslandsgeschäft des Rivalen der Deutschen Post zu. Aber auch in der Lieferkettenlogistik ging es aufwärts. Im klassischen Geschäft auf dem amerikanischen Heimatmarkt profitierte der Konzern davon, dass seine Kunden pro Paket im Schnitt zwölf Prozent mehr bezahlten als ein Jahr zuvor.

Zwar läuft die Berichtssaison derzeit besser als erwartet, wer aber die Erwartungen verfehlt, wird gnadenlos abgestraft. So erging es heute dem Rüstungsriesen Lockheed Martin. Die Warnung vor Umsatzrückgängen überschattete den überraschend hohen Quartalsgewinn und drückte die Aktie um 11,8 Prozent in den Keller.

Der Absturz war so stark wie zuletzt beim Börsen-Crash im März 2020. Konkret kürzte das Unternehmen sein Umsatzziel für 2021 um 2,5 Prozent auf 67 Milliarden Dollar. Im darauffolgenden Jahr könnten Lieferketten-Probleme die Erlöse auf 66 Milliarden Dollar drücken. Dies werde einige Analysten wohl dazu bewegen, ihre Beurteilung von Lockheed zu überdenken, schreibt Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Im abgelaufenen Quartal machte das Unternehmen einen Gewinn von 2,21 Dollar je Aktie.

Nach Börsenschluss legte unter anderem Microsoft sein mit Spannung erwartetes Zahlenwerk für das erste Geschäftsquartal von Juni bis September vor. Vor allem das rasante Wachstum seiner Cloudsparte kurbelt das Geschäft von Microsoft an. Von Juli bis September kletterte der Umsatz um 22 Prozent auf 45,3 Milliarden Dollar, wie der weltgrößte Softwarekonzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Das lag deutlich über den Erwartungen von Analysten.

Microsoft kommt der Trend zum hybriden Arbeiten - der Kombination von Zeiten im Homeoffice und im Büro - zu Gute. Um das zu realisieren, benötigen Firmen Speicherplatz und Anwendungen in der Cloud. Der Gewinn legte in dem ersten Geschäftsquartal währungsbereinigt um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar zu. Die auch im Leitindex Dow Jones enthaltene Aktie zieht nachbörslich über 1,6 Prozent an.

Die Google-Mutter Alphabet profitiert weiterhin massiv von der Digitalisierung des Lebens in der Corona-Pandemie. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz des Internet-Konzerns im Jahresvergleich um 41 Prozent auf gut 65,1 Milliarden Dollar (56,1 Mrd Euro). Beim Gewinn gab es einen Sprung von 11,2 auf 18,9 Milliarden Dollar, wie Alphabet nach US-Börsenschluss am Dienstag mitteilte.

Wie gewohnt steuerte das Werbegeschäft von Google mit 53,1 Milliarden Dollar den Löwenanteil des Geschäfts bei. Während die Anzeigen im Umfeld von Googles Suchmaschine nach wie vor die tragende Säule sind, stieg auch die Bedeutung der Videoplattform Youtube weiter. Ihre Werbeerlöse rückten von 5,0 auf 7,2 Milliarden Dollar vor. Das Geschäft mit Cloud-Diensten, bei denen Google zu Amazon aufholen will, wuchs um rund 45 Prozent auf knapp fünf Milliarden Dollar.

Nach wie vor machen Alphabets andere Tochterfirmen mit etwa selbstfahrenden Autos oder Lieferdrohnen nur wenige Umsatz - aber hohe Verluste. Alphabet geben nachbörslich rund zwei Prozent nach.

Eine Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech-Pfizer für fünf- bis elfjährige Kinder in den USA rückt näher: Der Impfausschuss der US-Arzneimittelbehörde FDA empfahl am Dienstag, dem Vakzin eine Notfallzulassung für diese Altersgruppe zu erteilen. Die Experten waren der Auffassung, dass der Nutzen einer Impfung mögliche Risiken deutlich überwiegt - und hoben hervor, dass das Coronavirus auch für Kinder gefährlich ist.

Jüngere Kinder würden "alles andere als von Covid-19 verschont", sagte FDA-Wissenschaftler Peter Marks. In der Altersgruppe seien in den USA 1,9 Millionen Corona-Infektionen, mehr als 8300 Krankenhauseinweisungen und rund 100 Todesfälle registriert worden. Die Experten argumentierten auch, dass das Risiko einer Herzmuskelentzündung in Folge einer Impfung deutlich niedriger sei als die Gefahr durch das Coronavirus.

Bis auf 15.781 Zähler ist der DAX heute in der Spitze gestiegen und ist damit weniger als zwei Prozent von seinem Rekordhoch aus dem August bei 16.030 Punkten entfernt. Am Ende des Tages schloss der deutsche Leitindex leicht darunter bei 15.757 Punkten, ein Tagesgewinn von 1,01 Prozent. Das Tagestief lag bei 15.650 Zählern. Am Monatsanfang stand der DAX im Verlauf noch bei gut 14.800 Punkten fast 1000 Punkte tiefer. Der europäische EuroStoxx50 legte ähnlich stark zu auf 4230 Zähler.

Es gab unter den Einzeltiteln überwiegend Gewinner, wobei Siemens Energy mit einem Plus von mehr als vier Prozent an der DAX-Spitze lagen. Auch Triebwerksbauer MTU waren gefragt, Deutsche Post profitierten von guten Zahlen des US-Konkurrenten UPS. Am Ende standen nach einer negativen Analystenmeinung die Papiere der Fresenius-Dialyse-Tochter FMC, die 4,4 Prozent nachgaben.

Analyst Falko Friedrichs von der Deutschen Bank stellte die Anleger bei FMC auf ein weiteres schwaches Quartal ein und erwartet anschließend deutlich sinkende Markterwartungen. FMC berichtet wie Fresenius am 2. November über das abgelaufene Jahresviertel. Friedrichs senkte sein Kursziel von 67 auf 62 Euro.

Weil im dritten Quartal die Covid-19-Infektionen vor allem in den USA stark gestiegen seien, sieht er nun die Jahresziele in Gefahr - vor allem dann, wenn die Infektionszunahme im Schlussquartal abermals zu einer merklich steigenden Übersterblichkeit führe und zugleich die Kosten im Zusammenhang mit Covid-19 hoch blieben.

Quartalszahlen stützen

In einem sind sich alle Experten diesseits und jenseits des Atlantiks derzeit einig: "Bislang übertreffen die Geschäftszahlen der Unternehmen die Erwartungen und schicken die Aktienmärkte auf Höhenflug", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

"Nachdem die Anleger wochenlang durch Warnungen vor einer Stagflation mürbegemacht wurden, zeichnen die Unternehmen in ihren vorgelegten Bilanzen nun ein ganz anderes Bild, das der Anpassungsfähigkeit und Ertragsstärke", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Zwar gibt es Ausreißer in negativer Hinsicht, aber diese sind gerade in der Minderheit."

Vergleiche man die Zinsen für risikoarme Anleihen mit den Dividenden und Gewinnen von Unternehmen, hätten Aktien "immer noch klar die Nase vorn", schrieb Stratege Jürgen Molnar vom Börsenmakler RoboMarkets. Die Inflationsängste träten dagegen in den Hintergrund, die Kapitalmarktzinsen gäben wieder nach.

Kommt die Jahresendrally?

Aus charttechnischer Perspektive sollte sich die Situation im DAX mit dem Sprung über die Marke von 15.700 Punkten deutlich aufgehellt haben, meinen Marktbeobachter. "Der Deutsche Aktienindex überwindet die Zwischenhochs der Vorwochen und steuert wieder auf seine Rekorde zu. Dort werden Anleger zwar wieder etwas Geduld mitbringen müssen, dann aber ist eine Jahresendrally als Belohnung möglich", meint Andreas Büchler von Index Radar.

Risiken nicht übersehen

Zu viel Euphorie aber könnte auch schnell wieder zu Ernüchterung führen, denn altbekannte Risiken sind trotz der derzeit guten Stimmung nicht vom Tisch. So sollten die Investoren auch die problematischen Facetten der aktuellen Marktlage nicht ignorieren, stellen die Fachleute der Helaba fest: Die Analysten sprechen die Lieferkettenproblematik, die Situation auf dem chinesischen Immobilienmarkt, die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie sowie die Inflationssorgen an. Letztere werden insbesondere von hohen Energiepreisen getrieben, bei denen es auch weiterhin keine Entwarnung gibt.

Zudem könnte von der Konjunkturseite Ungemach drohen: Die Bundesregierung werde ihre Wachstumsprognose (BIP) für 2021 deutlich von 3,6 auf 2,6 Prozent senken, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters zwei Insider.

Euro wieder leicht unter 1,16 Dollar

Der Euro hat sich am Dienstag um die Marke von 1,16 Dollar bewegt und wird im US-Handel leicht darunter gehandelt. Eine zwischenzeitliche Erholung über 1,16 Dollar war schnell wieder verflogen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1618 (Montag: 1,1603) US-Dollar fest.

Der Handel zwischen Euro und Dollar verlief insgesamt in ruhigen Bahnen, die Kursausschläge hielten sich in Grenzen. In der Eurozone wurden keine marktbewegenden Daten veröffentlicht. Zum Wochenstart hatte der vierte Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas den Euro noch spürbar belastet. Vor den geldpolitischen Entscheidungen der EZB an diesem Donnerstag halten sich viele Anleger offenbar zurück.

US-Neubauverkäufe ziehen kräftig an

In den USA sind derweil die Verkäufe neuer Häuser im September stark gestiegen. Gegenüber dem Vormonat legten die Neubauverkäufe um 14,0 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Analysten hatten mit einem wesentlich schwächeren Anstieg um 2,5 Prozent gerechnet. Auf das Jahr hochgerechnet wurden 800.000 neue Häuser verkauft.

Die türkische Lira legte unterdessen deutlich zu. Ausschlaggebend war, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan seine Drohung, zehn Botschafter westlicher Länder auszuweisen, zurückgenommen hat. Am Vortag war die Lira noch erheblich unter Druck geraten und zu Euro und Dollar auf Rekordtiefs gefallen.

Die Ölpreise haben am Dienstag zwischen Ab- und Aufschlägen hin und her gependelt. Zuletzt legten die Notierungen wieder moderat zu. Mit der Richtungsfindung taten sich die Erdölpreise am Dienstag schwer. Marktbeobachter verwiesen auf fehlende Impulse. Nach wie vor rangieren die Rohölpreise in der Nähe ihrer unlängst markierten mehrjährigen Höchststände. Brent-Öl kostet derzeit in etwa so viel wie zuletzt vor drei Jahren, WTI notiert knapp unter seinem siebenjährigen Höchstpreis. Ausschlaggebend sind eine konjunkturell bedingt hohe Nachfrage und ein begrenztes Angebot.

An dem knappen Angebot dürfte sich so schnell nichts ändern. So weitet der Ölverbund Opec+ seine Förderung nur zögerlich aus. Beobachter gehen davon aus, dass die 23 Förderländer ihre Produktion auf ihrem Treffen in der kommenden Woche erneut um lediglich 400 000 Barrel pro Tag ausweiten werden. Dieser Kurs wurde bereits im Sommer vor der gegenwärtigen Energiepreiskrise festgelegt. In den vergangenen Tagen hatten hochrangige Vertreter aus den großen Förderländern Saudi-Arabien und Russland durchblicken lassen, dass der Kurs gehalten werden soll.

Die Deutsche Bank streicht das Filialnetz ihrer Marke Postbank deutlich stärker zusammen als bisher geplant. Bis Ende 2023 werde die Zahl der Geschäftsstellen der Postbank von derzeit etwa 750 auf rund 550 sinken, sagte der Vertriebschef des deutschen Privatkundengeschäfts der Deutschen Bank, Philipp Gossow, am Dienstag im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Darauf habe man sich mit den Sozialpartnern und dem Geschäftspartner Deutsche Post verständigt. Bisher hatte das Management etwa 50 Filialschließungen pro Jahr im Auge gehabt.

Mit den Kürzungen fallen auch weitere Arbeitsplätze weg. Dies betreffe vor allem die Beschäftigten am Schalter, sagte Gossow. Zum Umfang der Stellenstreichungen wollte er sich nicht äußern. Der Abbau werde aber sozialverträglich umgesetzt. Zudem seien die Wertpapierberatung und die Vermittlung von Ratenkrediten für die Postbank Wachstumsfelder. "Dort bauen wir weiter Personal auf."

Die Deutsche Wohnen steht vor dem Abschied aus dem DAX. Deutschlands größter Wohnungsvermieter Vonovia hält nach Ablauf der zweiten Annahmefrist 87,6 Prozent an der bisherigen Nummer zwei in der Branche. Der Streubesitz von Deutsche Wohnen ist damit zu gering, um sich im Index der 40 wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland zu halten. Die Deutsche Börse reagiert in solchen Fällen meist innerhalb weniger Tage.

Bei der Indexreform im September hatte der Hamburger Konsumgüterhersteller Beiersdorf den Wiedereinzug in den DAX knapp verpasst. Er könnte nun für die Deutsche Wohnen nachrücken. Vonovia hat für Deutsche-Wohnen-Aktien bisher rund 17 Milliarden Euro ausgegeben und bewirtschaftet nach der Mega-Fusion der beiden DAX-Konzerne 568.000 Wohnungen.

Eine deutliche Erholung der Nachfrage gibt dem Duft- und Aromenhersteller Symrise Rückenwind. Im dritten Quartal erzielte der Konzern ein organisches Umsatzwachstum von 8,3 Prozent. Nach neun Monaten lag das Plus bei 9,2 Prozent. Bereinigt um die Übernahme des Duftstoff-Geschäfts der US-Firma Sensient sowie Wechselkurseffekte lag der Umsatz mit 2,88 Milliarden Euro um 6,7 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Symrise hebt deshalb seine Wachstumsziele an.

Der Gabelstapler-Hersteller Kion konkretisiert dank voller Auftragsbücher seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Auftragseingang werde das obere Ende der Zielspanne von 10,65 bis 11,45 Milliarden Euro erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstag bei der Zahlenvorlage in Frankfurt mit.

In den ersten neun Monaten wuchs der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut ein Drittel auf fast neun Milliarden Euro und übertraf damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Umsatz kletterte zugleich um mehr als ein Viertel auf 7,5 Milliarden Euro. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (bereinigtes Ebit) verdoppelte sich nahezu auf 691 Millionen Euro, so dass sich die Marge auf 9,2 Prozent verbesserte. Unter dem Strich verdiente Kion von Januar bis September fast 431 Millionen Euro nach knapp 133 Millionen ein Jahr zuvor. Die Anleger reagierten erfreut auf die Zahlen und schickten die Kion-Aktie mit einem kräftigen Plus von 6,16 Prozent auf 93,34 Euro an die MDAX-Spitze.

Der Finanzdienstleister Hypoport hat im dritten Quartal kräftig zugelegt. So stiegen die Erlöse vorläufigen Berechnungen zufolge um 18 Prozent auf 112 Millionen Euro, wie das im MDAX notierte Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Das operative Ergebnis (Ebit) nahm im Vergleich zum Umsatz überdurchschnittlich um rund 60 Prozent auf 11,5 Millionen Euro zu. Den ausführlichen Ergebnisse will Hypoport am 8. November vorstellen. Die Aktie legte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate nach der Veröffentlichung der Zahlen deutlich zu.

Die Hamburger Biotech-Firma Evotec will mit ihrem Börsengang in New York rund 500 Millionen Euro einnehmen. Das geht aus der Anmeldung bei der US-Börsenaufsicht SEC hervor, die Evotec am Dienstag eingereicht hat. Danach sollen bis zu 22 Millionen US-Hinterlegungsscheine (ADS) verkauft werden, von denen jede einer halben Evotec-Stammaktie entspricht.

Der Preis für die Papiere richtet sich nach dem Kurs der Evotec-Aktien an dem Tag in der ersten November-Woche, an dem die Zeichnungsfrist endet. Zum Xetra-Schlusskurs vom Dienstag von 43,23 Euro könnte das Unternehmen damit rund 475 Millionen Euro einnehmen. Bei entsprechender Nachfrage kann die Emission um 15 Prozent, also 3,3 Millionen ADS, aufgestockt werden. Das Unternehmen muss sein Grundkapital dafür um rund sieben Prozent erhöhen. Nach der Ankündigung rutschten Evotec-Aktien im Frankfurter Späthandel mit einem Minus von 1,7 Prozent ans Ende des Nebenwerte-Index MDAX.

Der Vakuumpumpenspezialist Pfeiffer Vacuum profitiert weiter kräftig von der hohen Nachfrage von Chipherstellern und erhöht seine Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr. In den ersten neun Monaten sorgte die Nachfrage der Halbleiterindustrie bei dem Konzern aus dem hessischen Aßlar für einen Boom, weil sie ihre Kapazitäten angesichts des weltweiten Chipmangels hochfährt und dafür Vakuumpumpen in Reinräumen braucht. Die Aktie stieg am Dienstag mit den guten Aussichten und einem Rekordauftragsbestand auf ein weiteres Rekordhoch von 218 Euro und schloss bei 213 Euro knapp darunter. Der Tagesgewinn lag bei neuen Prozent.

Der Immobilien-Investor Adler Group will sich zum Abbau seiner Schulden von einem weiteren Immobilien-Paket trennen. Adler habe mit einem Investmentfonds eine Absichtserklärung über wesentliche Eckpunkte eines Verkaufs von knapp 15.000 vor allem in Ostdeutschland gelegenen Wohnungen unterzeichnet. Der vereinbarte Immobilienwert betrage mehr als eine Milliarde Euro. Der Käufer, dessen Namen Adler nicht nannte, wolle das Immobilien-Paket aber noch gründlich unter die Lupe nehmen. Ziel sei es, die Transaktion bis Anfang 2022 über die Bühne zu bringen.

Die Adler Group steht doppelt unter Druck: Zum einen fordern Investoren eine Entschuldung. Zum anderen erhebt der britische Leerverkäufer Fraser Perring Vorwürfe gegen das Unternehmen, die den Kurs der Adler-Aktie gedrückt hatten.

Beim Konzernumsatz im dritten Quartal verfehlte Facebook die Erwartungen der Analysten. Sie hatten im Schnitt mit gut 29,5 Milliarden Dollar gerechnet, Facebook schaffte ein Plus von 35 Prozent auf 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich verdiente Facebook rund 9,2 Milliarden Dollar - ein Plus von 17 Prozent im Jahresvergleich. Das Unternehmen will sich künftig strategisch vor allem auf jüngere Nutzer konzentrieren. An der Nasdaq gab die Aktie XXX Prozent nach.

Tesla verzeichnete gleich zwei Rekorde: Der E-Auto-Bauer knackte die Marke von einer Billion Dollar Börsenwert und überstieg erstmals mit seinem Aktienkurs die Marke von 1000 Dollar. Damit wird der US-Konzern an der Börse fast doppelt so hoch bewertet wie BMW, Daimler, Volkswagen, Toyota, General Motors (GM), Ford und Stellantis zusammengerechnet.

Der Schlusskurs lag bei knapp 1025 Dollar, ein Plus von 12,6 Prozent. Auslöser der Rally ist unter anderem eine Bestellung von 100.000 Fahrzeugen durch den Autovermieter Hertz. Tesla-Chef Elon Musk zeigte sich auf Twitter selbst überrascht von der Entwicklung: Das Problem seines Konzerns sei eigentlich nicht die Nachfrage, sondern das Hochfahren der Produktion.

Gefragt sind auch die Titel von General Electric (GE), die sich um knapp drei Prozent verteuern. Der Industriekonzern hob nach einem überraschend starken Quartalsergebnis seine Gesamtjahresziele an. Vor dem Hintergrund der recht niedrigen Erwartungen seien die Zahlen ordentlich, sagte ein Börsianer.

Konkret stieg in den drei Monaten bis Ende September das bereinigte Ergebnis im Jahresvergleich um 55 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro), wie GE am Dienstag in Boston mitteilte. Damit wurden die Vorhersagen der meisten Analysten übertroffen. Besonders in der Luftfahrtsparte verdiente der US-Industriekonzern dank starker Geschäftszuwächse durch die Erholung der Branche von der Corona-Krise deutlich besser. Für das Gesamtjahr 2021 stellt GE nun ein Ergebnis von 1,8 bis 2,1 Dollar pro Aktie in Aussicht. Zuvor hatte die Prognose bei 1,2 bis 2,0 Dollar gelegen

UBS verdient mehr

Die UBS hat im dritten Quartal erneut von den günstigen Marktbedingungen und der zumeist positiven Anlegerstimmung profitiert. Sie hat nicht nur die bereits starken Vorjahreswerte, sondern auch die Erwartungen des Marktes klar übertroffen. Unter dem Strich verdiente die größte Schweizer Bank im Sommerquartal 2,28 Milliarden US-Dollar. Experten hatten mit einem deutlich niedrigeren Ergebnis gerechnet. Im Vorjahresquartal wie auch im Vorquartal hatte die Bank einen Gewinn von etwas mehr als zwei Milliarden Dollar erzielt. Die Erträge stiegen zum Vorjahr um rund zwei Prozent und erreichten 9,13 Milliarden Dollar.

Amazon-Gründer Bezos plant Raumstation

Die Raumfahrtfirma von Amazon-Gründer Jeff Bezos plant eine eigene Station im All. Die Raumstation mit dem Namen "Orbital Reef" werde gemeinsam mit mehreren Partnern, darunter beispielsweise Boeing, gebaut und solle zwischen 2025 und 2030 ins All gebracht werden, teilte die Firma Blue Origin mit. "Orbital Reef" solle Platz für bis zu zehn Menschen bieten und außerdem als eine Art "Gewerbegelände" dienen, sowie als Anlaufpunkt für Weltraum-Touristen.

Unterdessen behält Amazon die Erde im Blick: Großbritanniens Spionagebehörden haben einem Zeitungsbericht zufolge Amazon Web Services (AWS) mit der Verarbeitung von vertraulichem Material beauftragt. Ziel sei es, die Datenanalysen und künstliche Intelligenz (KI) für die Spionage verstärkt zu nutzen, schrieb die "Financial Times" (FT). Bei der Vereinbarung mit der Cloud-Service-Einheit von Amazon.com werden die Daten aller Behörden vor Ort in Großbritannien gespeichert, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Personen.

Was plant Novartis mit Sandoz?

Der Pharmakonzern Novartis stellt seine angeschlagene Tochter Sandoz auf den Prüfstand. Die Schweizer kündigten eine strategische Überprüfung der auf Nachahmermedikamente spezialisierten Tochter an. Ziel sei eine "Wertmaximierung für unsere Aktionäre". Wie es weiter hieß, reichen die Optionen dabei von der Beibehaltung des Geschäfts im Konzern bis hin zur Trennung. Im vergangenen dritten Quartal stieg der Novartis-Umsatz um sechs Prozent. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 43 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.

Die Elektronikhandelsholding Ceconomy mit ihren Ketten Media Markt und Saturn hat im Geschäftsjahr 2020/21 trotz der Filialschließungen in der Corona-Krise den Umsatz gesteigert. Die Düsseldorfer Holding schraubte dank eines florierenden Online-Geschäfts die Erlöse um 2,5 Prozent auf 21,4 Milliarden Euro in die Höhe. Der Online-Umsatz wuchs um 64,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro.

Veganz legt Preisspanne auf 85 bis 110 Euro je Aktie fest

Der Hersteller von veganen Lebensmitteln Veganz hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang auf 85 bis 110 Euro je Aktie festgelegt. Dabei werde ein Bruttoemissionserlös zwischen 33 und 42,8 Millionen Euro erwartet, wie das Unternehmen am Dienstag in Berlin mitteilte. Mit dem Geld will Veganz einen neuen Produktionsstandort in der Nähe von Berlin aufbauen und in Forschung und Entwicklung, Marketing und eine weitere Expansion investieren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. Oktober 2021 um 09:05 Uhr.