Deutsche Börse in Frankfurt |
Marktbericht

DAX und Dow Jones Anleger gehen ins Risiko

Stand: 08.02.2021 22:35 Uhr

Sowohl in Frankfurt als auch in New York lassen sich die Investoren derzeit nicht lange bitten. Die Aussicht auf neue Liquidität und ein Anspringen der Wirtschaft nach der Krise treibt die Märkte.

An der New Yorker Weltleitbörse aber auch hierzulande gilt es derzeit für die Investoren, den fahrenden Börsenzug nicht zu verpassen. Aktien sind gefragt wie nie, wird doch mit den fortschreitenden Impfungen die Aussicht auf eine Überwindung der Corona-Pandemie jeden Tag ein Stück realistischer. Und da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, profitieren die Aktienmärkte derzeit deutlich.

Wall Street bleibt auf Rekordjagd

Zum Wochenstart haben die US-Märkte auf ihren jüngsten Lauf noch eine Schippe draufgelegt, in allen großen Aktienindizes wurden neue Rekordmarken markiert. Mit dem sechsten Handelstag hintereinander im Plus verzeichneten die Börsen zudem die längste Gewinnserie seit August 2020.

Der Leitindex Dow Jones schloss bei 13.385 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,76 Prozent und nur einen Punkt unter seinem neuen Rekordstand. Der Index der Standardwerte zog damit mit den anderen Indizes nach, die schon in der Vorwoche neue Bestmarken markiert hatten. Der breiter gefasste S&P-500-Index ging bei 3.915,59 Punkten fast genau auf dem neuem Höchststand von 3.915,77 Punkten aus dem Handel, ein Zuwachs von 0,7 Prozent.

Auch an der Technologiebörse Nasdaq ging es mit neuen Rekorden ebenfalls weiter bergauf. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg bis auf 13.698 Punkte und endet bei 13.695 Punkten um 0,6 Prozent höher. Der Composite-Index lag am Ende bei 13.784 Punkten, ein Zuwachs von 0,95 Prozent und damit auf den Punkt genau auf seinem neuen Allzeithoch.

Warten auf neue Billionen vom Staat

Primärer Hintergrund der Hausse ist derzeit das zu erwartende Konjunkturprogramm der neuen Regierung Biden im Volumen von 1,9 Billionen Euro, für das die neue Finanzministerin Janet Yellen zuletzt kräftig geworben hat. Eine Botschaft, die an der Börse natürlich gerne gehört wird, zumal der externe wirtschaftliche Anschub in der amerikanischen Konsumökonomie offensichtlich gut gebraucht werden kann. Insbesondere auf dem wichtigen Arbeitsmarkt geht die Erholung nämlich nur schleppend vonstatten.

"Die meisten Investoren sind bereit, ein höheres Risiko als normal einzugehen", sagte Matt Hanna, Portfoliomanager bei der Investmentfirma Summit Global Investments. "Es treffen mehrere Ereignisse zusammen, fast unbegrenzte Erwartungen für einen Konjunkturaufschwung kombiniert mit Unternehmen, denen es tatsächlich ziemlich gut geht, und das befeuert ein sehr spekulatives Verhalten."

Der DAX zieht mit

Beflügelt von der Hoffnung auf eine wieder stärker anziehende Konjunktur nach der Corona-Pandemie hat auch der DAX heute im Handelsverlauf ein Rekordhoch bei 14.169 Punkten markiert. Allerdings konnte der Index das Rekordniveau nicht halten und schloss bei 14.059 Punkten letztlich kaum verändert.

Aktien weiter ohne echte Alternative

Trotzdem: Aktien bleiben gefragt, die führenden Indizes weiter auf höchstem Niveau. Neben den Hoffnungen darauf, dass die Wirtschaft wieder Fuß fasst nach der Krise, stützen die Liquiditätsschübe der Notenbanken und der Politik. Perspektivisch liegt zudem die Aussicht auf wieder höhere Zinsen in der Eurozone bis auf weiteres bei nahezu Null.

Dies machte heute auch EZB-Chefin Christine Lagarde deutlich. Eine konjunkturstützende Geldpolitik ist aus ihrer Sicht weiterhin entscheidend für eine Erholung der Wirtschaft von den Folgen der Corona-Pandemie. "Dies stellt sicher, dass die Finanzierungsbedingungen günstig bleiben, um die wirtschaftliche Erholung auf einen selbsttragenden Pfad zu bringen", sagte sie am Montag im EU-Parlament in Brüssel.

Im Klartext bedeutet dies, dass Aktien weiterhin alternativlos bleiben. Selbst die drohende Verlängerung des Lockdowns hierzulande ficht die Anleger nicht wirklich an.

"Auf dem Börsenparkett hat man sich bereits mit einem Lockdown bis ins Frühjahr hinein abgefunden, weshalb der Fokus nun auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft danach gerichtet ist", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi.

Tagessieger Infineon

Einen guten Tag hatte im DAX Halbleiterhersteller Infineon, der als Tagessieger durchs Ziel ging. Das Papier profitiert schon seit geraumer Zeit von hoher Nachfrage, insbesondere aus der Autoindustrie, die derzeit kaum befriedigt werden kann. Seit März hat sich die Aktie in einem konstanten Aufwärtstrend mehr als verdreifacht. Für gute Stimmung sorgte auch der Verkauf des Chipentwicklers Dialog Semiconductor nach Japan. Tagesverlierer waren RWE. Dessen noch amtierender Chef Rolf Martin Schmitz gibt die Führung des Konzerns schon im April, und damit zwei Monate früher als bisher geplant ab.

Ölpreise auf Klettertour

In dieses positive Gesamtbild passen auch die weiter steigenden Ölpreise. Sollte die Pandemie durch Impfungen zunehmend zurückgedrängt werden, könnten Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufgehoben werden. Neben dem geplanten US-Konjunkturpaket würde dies der Wirtschaft zugute kommen und die Ölnachfrage steigen lassen.

Zudem hält besonders Saudi-Arabien das Ölangebot knapp. Gleichzeitig wurden laut Commerzbank Hoffnungen auf eine baldige Rückkehr der iranischen Ölexporte an den Markt gedämpft, nachdem die USA an den Sanktionen gegen den das Land wohl weiterhin festhalten

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 60,40 US-Dollar. Der Brent-Preis stieg damit erstmals seit einem Jahr über 60 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf über 57 Dollar je Fass. Unter den Einzelaktien sind aus dem Dow die beiden Branchenschwergewichte Chevron und ExxonMobil gefragt.

Euro auf Erholungskurs

Am Freitag war der Euro zeitweise bis auf 1,1952 Dollar gefallen, bevor er sich nach den schlechten US-Arbeitsmarktdaten auf über 1,20 Dollar erholte. Am Montag Abend stieg die europäische Gemeinschaftswährung in der Spitze wieder auf Notierungen über 1,2060 Dollar und wird aktuell bei 1,2051 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2025 (Freitag: 1,1983) US-Dollar fest.

Auch am Devisenmarkt ist das US-Konjunkturprogramm das derzeit beherrschende Thema. Noch ist unklar, inwieweit sich das geplante Paket längerfristig auf den Wechselkurs auswirkt. Entscheidend dürfte sein, wie die US-Notenbank Fed auf eine möglicherweise steigende Inflation reagieren würde. Der Dollar hatte seit Anfang Februar von den verbesserten Wachstumsaussichten und der besser laufenden Impfkampagne profitiert.

Tesla treibt den Bitcoin

Rekorde gab es heute auch am Markt für Kryptowährungen. Die Digitalwährung Bitcoin hat am Montag einen deutlichen Kursschub erhalten und ist auf ein Rekordhoch gestiegen. Auslöser war, dass der Elektroautohersteller Tesla einem Börsendokument zufolge in die Digitalwährung investiert hat und diese künftig als Zahlungsmittel akzeptieren will.

Der Bitcoin-Kurs sprang nach Bekanntwerden der Meldung um mehrere Tausend US-Dollar nach oben. Auf der Handelsplattform Bitstamp stieg der Kurs um mehr als 15 Prozent auf bis zu 44.899 Dollar, aktuell liegt das Plus bei gut 12 Prozent. Der bisherige Rekord von 42.000 Dollar wurde damit klar übertroffen.

Einem Dokument für die US-Börsenaufsicht SEC ist zu entnehmen, dass Tesla 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert hat. Zudem erwägt das Unternehmen, Bitcoin künftig als Bezahlform zu akzeptieren. "Wir gehen davon aus, dass wir in naher Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel für unsere Produkte akzeptieren werden, vorbehaltlich geltender Gesetze und zunächst auf begrenzter Basis", heißt es in dem SEC-Dokument.

Hype um Kryptowährung Dogecoin

Tweets von Tesla-Chef Elon Musk, dem Rapper Snoop Dog und dem Kiss-Bassisten Gene Simmons haben auch der Digitalwährung Dogecoin mächtig Auftrieb verliehen. Am Montag steigt der Kurs der 2013 ursprünglich als Internetwitz gestarteten Kryptowährung auf ein Rekordhoch von 8,6 US-Cent. Vor wenigen Wochen hatte der Kurs noch nahe der Nullmarke gelegen.

Mit einem Marktwert von gut zehn Milliarden Dollar gehört Dogecoin nun zu den zehn größten Digitalwährungen. Der Name lehnt sich an den englischen Begriff für Hund ("dog") an, da das Symbol von Dogecoin eine asiatische Hundeart ist. Dieses Symbol wiederum war einst ein im Internet häufig verwendetes Spaßbild ("Meme").

EU ordert 300 Millionen Impfdosen bei Biontech/Pfizer

Der EU-Vertrag mit Biontech/Pfizer über weitere bis zu 300 Millionen Corona-Impfdosen hat die letzte formelle Hürde genommen. Das Kollegium der EU-Kommissare habe dem Vertrag über 200 Millionen Dosen und eine Option auf 100 Millionen weitere am Montag zugestimmt, sagte ein Sprecher der EU-Kommission auf Anfrage.

Dies sei nur noch eine Formalie gewesen, hieß es aus EU-Kreisen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte die Abmachung bereits am 8. Januar öffentlich gemacht. Insgesamt kann die EU nun bis zu 600 Millionen Impfstoff-Dosen von Biontech/Pfizer beziehen.

Absatzplus bei Daimler und BMW

Beide Premiumhersteller sind gut ins neue Jahr gestartet, wie die Absatzzahlen für den Januar zeigen. Im Januar wurden mit 178.679 Autos der Stammmarke Mercedes-Benz im Daimler-Konzern weltweit 10,5 Prozent mehr Pkw an die Händler abgesetzt als im Vorjahresmonat. Bei den Vans reichte es mit 23.014 Fahrzeugen für ein Plus von 7 Prozent. Von der Kleinwagenserie Smart gingen 2733 Autos an die Händler, ein Plus von 29,6 Prozent.

Der sogenannte Großhandelsabsatz bei der Marke BMW schnellte im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat weltweit um 27 Prozent auf 182.764 Autos hoch, hieß es aus Medienkreisen. Eine BMW-Sprecherin wollte die Informationen nicht kommentieren.

Deutsch-französische Wasserstoff-Kooperation

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy und der französische Gasehersteller Air Liquide wollen gemeinsam das Geschäft mit Wasserstoff vorantreiben. Ziel ist es, große Wasserstoff-Projekte im industriellen Maßstab zusammen mit den Kunden zu entwickeln und den Grundstein für eine Serienfertigung von Elektrolyseuren in Europa zu legen - mit einem Schwerpunkt auf Deutschland und Frankreich. Wasserstoff gilt als ein Schlüssel für den Erfolg der Energiewende. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier begrüßte das Projekt der beiden Unternehmen ebenso wie sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire.

Dialog nach Japan verkauft

Jenseits der großen Indizes schnellt die Aktie von Dialog Semiconductor prozentual zweistellig in die Höhe. Der schwäbisch-britische Apple-Zulieferer wird vom japanischen Halbleiterproduzenten Renesas übernommen. Wie beide Unternehmen am Montag mitteilten, genehmigten ihre Vorstände die Fusion, die vorbehaltlich der Zustimmung von Aufsichtsbehörden und Dialog-Aktionären bis Jahresende abgeschlossen sein soll. Renesas zahlt demnach 4,9 Milliarden Euro für den Konkurrenten; der Kaufpreis entspricht 67,50 Euro pro Dialog-Aktie und liegt damit rund 20 Prozent über der Börsenbewertung vom Freitag.

Die Wurzeln von Dialog liegen in Kirchheim/Teck bei Stuttgart. Das Unternehmen hat aber seinen offiziellen Firmensitz in London und war deshalb im vergangenen Jahr nach dem Brexit aus den deutschen Börsenindizes ausgeschlossen worden. Es ist aber weiterhin an der Frankfurter Börse gelistet.

Veolia-Suez: Schluss mit freundlich!

Dem Versorger Veolia ist im Ringen um den Konkurrenten Suez der Geduldsfaden gerissen. Nach Monaten der Verhandlungen und Auseinandersetzungen vor Gericht mit dem Suez-Management um eine einvernehmliche Übernahme hat sich Veolia mit seinem Angebot nun direkt an die Aktionäre gewandt. Französische Gewerkschaften sprachen von einer "Kriegserklärung". Suez nannte die Offerte an die Aktionäre "illegal".

Hyundai und Kia dementieren Apple-Gerüchte

Der südkoreanische Autobauer Hyundai und seine Tochterfirma Kia sind nach eigenen Angaben derzeit nicht in Gesprächen mit dem US-Elektronikriesen Apple zum Bau autonom fahrender Autos. Das teilten die Unternehmen am Montag in Mitteilungen an die Börse in Seoul mit und reagierten damit auf sich verdichtende Spekulationen. Hyundai und Kia bekämen von einer Reihe von Unternehmen Anfragen zur gemeinsamen Entwicklung selbstfahrender Elektroautos, es sei aber noch nichts entschieden, hieß es weiter.

Neue Übernahmefantasie bei Qiagen

Nur wenige Monate nach der gescheiterten Übernahme durch den US-Laborausrüster Thermo Fisher Scientific scheint TecDAX-Mitglied Qiagen wieder in das Fadenkreuz eines Unternehmens geraten zu sein. Der US-Diagnostik-Spezialist Quidel prüfe einen Zusammenschluss mit dem Biotech- und Gendiagnostikunternehmen, hieß es aus Insiderkreisen.

Die Amerikaner hätten in dieser Angelegenheit einen ersten Annäherungsversuch unternommen. Die Überlegungen befänden sich aber in einem frühen Stadium. Es sei daher nicht sicher, ob eine entsprechende Vereinbarung zustande komme. Anleger reagierten unterschiedlich. Während Qiagen-Aktien in New York in der Spitze über sechs Prozent zulegten, verzeichneten Quidel-Papiere ein Minus von rund zwei Prozent.

BVB mit Verlust im ersten Halbjahr

Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2020/21 mit einem Millionenverlust abgeschlossen. Laut Mitteilung des börsennotierten Vereins von Montag verbuchte der BVB von Juli bis Dezember 2020 ein Minus von 26,3 Millionen Euro. Im Vorjahr gab es mit 3,0 Millionen Euro noch einen kleinen Gewinn. Borussia Dortmund vermeldete nun zudem einen Umsatz von 177,4 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum vor der Pandemie lag der Umsatz noch bei 236,6 Millionen Euro.

Die Rückgänge bei den Umsätzen inmitten der Pandemie verteilen sich laut Mitteilung zum größten Teil auf den Spielbetrieb vor Geisterkulisse mit rund 22 Millionen Euro, weniger TV-Vermarktung (14,4) und Einnahmen aus dem Stadionbetrieb wie Catering und Konferenzen (23,9). Die Personalkosten konnte der BVB in der Corona-Krise im ersten Halbjahr um 9,2 auf 111,5 Millionen Euro drücken.

Grenke-Aktie stürzt ab

Der Abgang des Vorstands Mark Kindermann löst einen Ausverkauf bei den Aktien von Grenke aus. Sie fallen um 37 Prozent. Das ist der größte Kurssturz seit dem Shortseller-Angriff vom September 2020 und der zweitgrößte der Firmengeschichte. Der Rückzug Kindermanns steht mit laufenden Prüfungen in Zusammenhang. Der Hedgefonds Perring hatte Grenke unter anderem Geldwäsche und Bilanzfälschung vorgeworfen.

Metro bekommt einen neuen Chef

Der Großhandelskonzern Metro bekommt einen neuen Chef. Der Aufsichtsrat bestellte in einer außerordentlichen Sitzung am Montag Steffen Greubel zum neuen Vorsitzenden, wie Metro mitteilte. Der Manager unterzeichnete einen Dreijahresvertrag und tritt sein neues Amt im Mai an.

Aktuell ist Greubel Mitglied der Konzernführung der durch ihre Schrauben bekannt gewordenen Würth-Gruppe. Auf den neuen Metro-Chef kommt bei dem Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt 25,6 Milliarden Euro und knapp 100.000 Mitarbeitern viel Arbeit zu. Sein zum Jahreswechsel ausgeschiedener Vorgänger Olaf Koch hatte den einst weit verzweigten Handelsriesen aus dem MDAX auf den Großhandel ausgerichtet und dazu unter anderem die Kaufhof-Warenhäuser und die Real-Supermärkte verkauft.

Porsche setzt auf elektrifizierte Sportwagen

Die VW-Tochter Porsche will den Anteil von Elektroautos deutlich steigern. "Bis Ende des Jahrzehnts werden mehr als 80 Prozent unserer Sportwagen elektrisch angetrieben sein - als Hybrid oder vollelektrisch", sagte Porsche-Chef Oliver Blume der "BamS". Bis 2025 sollen es laut interner Planungen schon die Hälfte sein. Nur beim legendären Modell 911 werde es weiter Verbrennungsmotoren mit synthetischem Treibstoff geben.

EU-Kommissarin ermahnt Apple

Im monatelangen Datenschutz-Streit zwischen Apple und Facebook hat die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager den iPhone-Hersteller ermahnt. Apple müsse alle Apps auf seiner Plattform gleich behandeln, sagte sie am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Zwar gehe es im Streit der US-Konzerne zunächst um den Datenschutz. "Es könnte aber um Wettbewerb gehen, wenn gezeigt wird, dass Apple die eigenen Apps nicht genauso behandelt." Bislang seien keine entsprechenden Beschwerden eingegangen. Ein Stellungnahme von Apple lag zunächst nicht vor.

Apple hatte im Juni angekündigt, dass Nutzer seines Smartphone-Betriebssystems iOS in Zukunft ausdrücklich zustimmen müssen, bevor ihre Daten über Apps und Websiten hinweg zusammengetragen werden können. Werbeexperten gehen davon aus, dass die meisten Nutzer dies ablehnen werden. Facebook läuft gegen die Pläne Sturm und hat sie in ganzseitigen Zeitungsanzeigen kritisiert. Das soziale Netzwerk spricht von wettbewerbsfeindlichem Verhalten, da Apples eigene Werbeplattform ausgenommen sein werde.

Tesla: Neue Verzögerungen in Grünheide?

Der US-Elektroautokonzern Tesla muss einem Medienbericht zufolge für seine geplante Gigafactory in Grünheide nahe Berlin mit Verzögerungen rechnen. Im Automobilwerk fehlten fünf Monate vor dem anvisierten Produktionsstart noch entscheidende Gebäudeteile, berichtete die Branchen- und Wirtschaftszeitung "Automobilwoche". Für die ebenfalls geplante Akkuproduktion habe der US-Elektroautobauer noch gar keinen Bauantrag beim zuständigen Landesamt gestellt. Ursprünglich sollten die ersten Autos im Sommer vom Band rollen.

Kommt Xos an die Börse?

Der E-Laster-Hersteller strebt Insidern zufolge durch Fusion mit dem börsennotierten Firmenmantel NextGen Acquisition den Gang aufs Parkett an. Der Schritt könnte das Unternehmen mit rund zwei Milliarden Dollar bewerten, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Verhandlungen könnten allerdings noch scheitern. Diese Art des Börsengangs über ein sogenanntes SPAC (Special Purpose Acquisition Vehicle) erfreut sich derzeit großer Beliebtheit, da es einen raschen Börsengang ermöglicht. Dabei gehen Firmen ohne operatives Geschäft an die Börse und suchen danach einen Fusionspartner. Xos und NextGen wollten sich dazu nicht äußern.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 08. Februar 2021 um 22:15 Uhr.