Händlerin an der New Yorker Börse | picture alliance / ASSOCIATED PR
Marktbericht

Uneinheitliche US-Märkte Zwischen Rekordjagd und Ernüchterung

Stand: 22.10.2021 22:21 Uhr

Die US-Aktienbörsen haben zum Wochenschluss uneinheitlich geschlossen. Standardwerte legten zu, an der Nasdaq gab es hingegen Verluste. Für Bewegung sorgte derweil Notenbankchef Jerome Powell.

Alles andere als einen geruhsamen Wochenausklang erlebte heute die Weltleitbörse in New York. Denn während die Standardwerte ihren jüngsten Aufschwung fortsetzten und dabei zwischenzeitlich sogar neue Rekordniveaus erreichten, rutschte die Technologiebörse Nasdaq nach durchwachsenen Unternehmenszahlen ins Minus ab.

Hinzu kamen dann noch unerwartet klare Worte von Jerome Powell, dem Chef der Notenbank Federal Reserve (Fed) in Sachen Tapering, also der sukzessiven Rückführung der milliardenschweren Anleihekäufe durch die Fed. Die Anleger hatten somit eine ganze Fülle von Nachrichten zu verarbeiten.

Dow und S&P mit weiteren Rekorden

Das bessere Momentum an der Wall Street behielten weiter die Standardwerte, auch weil Technologieaktien wie Intel oder Snapchat mit ihren Quartalszahlen nicht punkten konnten. Der Leitindex Dow Jones schloss am Ende bei 35.677 Punkten um 0,21 Prozent höher. Im Verlauf markierte der Index bei 35.765 Zählern dabei ein weiteres Rekordhoch.

Auch der marktbreite S&P-500-Index, in dem sowohl Technologie- als auch Standardaktien enthalten sind, erreichte im frühen Geschäft bei 4559 Punkten ein Rekordhoch, schloss letztlich aber darunter. Am Ende ging der Index bei 4544 Punkten aus dem Handel, ein Tagesverlust von 0,11 Prozent.

Nasdaq gibt nach

Verluste verbuchte die Technologiebörse Nasdaq mit einem Rücksetzer von 0,82 Prozent auf 15.090 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gab 0,87 Prozent nach auf 15.355 Zähler.

Der schwache Ausblick des Halbleiterkonzerns Intel gepaart mit einem enttäuschenden Quartalsbericht von Snap, dem Betreiber der Fotoapp Snapchat, drücken die Stimmung der Tech-Investoren. Im Sog von Snap, die über ein Viertel ihres Wertes verloren, fielen die Aktien von Twitter, Facebook und der Google-Mutter Alphabet ebenfalls zurück.

"Diese Woche hat uns gelehrt, dass Anleger sich von erfüllten Erwartungen und bekräftigten Prognosen ermutigt fühlen", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Wenn sie jedoch enttäuschen oder ihre Ziele senken, zahlen sie dafür eventuell einen hohen Preis."

Powell drückt auf die Euphoriebremse

Aber nicht nur die Berichtssaison der Unternehmen stand heute intensiv im Fokus, im Handelsverlauf meldete sich auch noch Jerome Powell zu Wort. Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat erneut den Beginn eines Ausstiegs aus der lockeren Geldpolitik signalisiert.

"Wir sind auf dem besten Weg, mit der Reduzierung unserer Anleihekäufe zu beginnen", sagte Powell am Freitag bei einer Podiumsdiskussion der südafrikanischen Zentralbank, die online stattfand.

Das sogenannte Tapering sollte Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein, falls sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickle. Powell bestätigte damit die Erwartungen an den Finanzmärkten und jüngste Aussagen der Fed. Bisher pumpt diese durch ihre Anleihekäufe 120 Milliarden Dollar im Monat in die Wirtschaft. Powell betonte weiter, es sei zwar Zeit für den Tapering-Beginn, nicht aber für Zinserhöhungen.

Bislang hätten sich Anleger von derartigen Äußerungen kaum beeindrucken lassen, sagte Randy Frederick, Manager beim Brokerhaus Charles Schwab. "Vor dem Hintergrund der Kursrekorde reagieren sie nun etwas sensibler auf solche Nachrichten."

DAX mit versöhnlichem Wochenschluss

Recht robuste Stimmungsdaten aus der deutschen Industrie sowie eine zumindest kurzfristige Entlastung beim angeschlagenen chinesischen Immobilienkonzern Evergrande haben den DAX heute angetrieben. Der Index legte am Ende 0,46 Prozent zu und schloss bei 15.542 Punkten. Trotz einer nachrichtenreichen Woche bewegte sich der DAX damit im Wochenvergleich kaum.

Die zuletzt etwas vernachlässigten Autoaktien gehörten zu den größten Gewinnern, VW-Vorzüge gingen als Tagessieger durchs Ziel. Ansonsten erstreckten sich Gewinne und Verluste quer über alle Branchen. Delivery Hero standen nach Gewinnmitnahmen am Indexende.

Neue Hoffnung bei Evergrande

Mut machte Investoren unter anderem die vorerst abgewendete Zahlungsunfähigkeit des Immobilienkonzerns China Evergrande. Das sei aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, warnte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

"Bereits in der kommenden Woche wird die nächste Zinszahlung fällig. Die Insolvenz ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben." Evergrande ist mit rund 300 Milliarden Dollar verschuldet und hat in den vergangenen Wochen mehrere Zinszahlungstermine verstreichen lassen. Offiziell wird ein Zahlungsausfall allerdings erst, wenn eine Nachfrist von 30 Tagen abläuft.

PMI-Zahlen geben nach

Aus der Wirtschaft kamen gemischte Daten. So hat sich die Unternehmensstimmung sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone im Oktober überraschend stark eingetrübt, wie die Marktforscher von IHS Markit heute mitteilten.

"Damit geben die Einkaufsmanagerindizes insgesamt ein warnendes Signal", unterstreicht Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen. Ein Ende des starken, durch die Lieferengpässe verursachten Preisanstiegs sei kurzfristig nicht in Sicht. "Die Wirtschaft wird im vierten Quartal weiter an Fahrt verlieren und wohl kaum noch zulegen."

Allerdings sind sich die Experten bei der Interpretation der Zahlen nicht einig. Mit Blick auf die im Monatsvergleich zwar leicht gesunkenen Einkaufsmanagerindizes (PMI) für das verarbeitende Gewerbe in der Eurozone und in Deutschland konstatierte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank:

"In Anbetracht von Belastungsfaktoren wie Knappheit der Vorprodukte und Rohstoffe sowie gestiegener Energiepreise sei es erstaunlich, dass die Indizes nicht noch deutlicher nachgegeben hätten. Speziell zum deutschen Index für die Industrie sagte er: "Die Freude über die vollen Auftragsbücher ist groß und überwiegt die derzeit schwierigen Produktionsbedingungen."

Corona-Zahlen steigen

Nicht nur Evergrande und die Daten der Einkaufsmanager beschäftigten heute die Anleger. Mit den wieder steigenden Corona-Zahlen kehrt ein alter Bekannter wieder zurück. Fakt ist, in Deutschland schießt die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach oben. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 19.572 positiv ausgefallene Tests binnen eines Tages. Das sind 8054 Fälle mehr als am Freitag vor einer Woche.

Eine Ursache für die ebenfalls wieder steigende Zahl an Todesfällen dürfte sein, dass das RKI auch eine steigende Zahl an Infektionen bei älteren Menschen registriert. Die Zahl der Corona-Patienten auf Intensivstationen stieg am Freitag auf 1530. Auch in anderen europäischen Ländern nehmen die Zahlen der Infizierten und Toten deutlich zu, zuletzt besonders in Großbritannien und Russland. Experten hatten immer wieder vor einer vierten Welle in den Wintermonaten gewarnt. Bund und Länder rangen heute um einheitliche Corona-Regelungen vor dem Winter.

Dollar unter Druck

Die freundliche Stimmung an den Aktienmärkten kam lange Zeit dem Euro zugute, ehe die Aussagen von Powell den Dollar wieder nach vorne brachten. Die europäische Gemeinschaftswährung gab den Großteil ihrer Gewinne ab, erholte sich dann wieder leicht und liegt bei 1,1641 Dollar im US-Handel wieder leicht im Plus. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1630 (Donnerstag: 1,1637) US-Dollar fest.

Der Euro profitierte zunächst von dem Unterindikator der Einkaufsmanagerstimmung für die Industrie. Dieser war weniger stark gefallen als prognostiziert. Die Industrie wird derzeit besonders beachtet, da sie sehr unter Materialmangel leidet.

Besser als erwartet ausgefallene PMI-Einkaufsmanagerindizes für Industrie und Dienstleistungen in den USA aus dem Oktober wirken sich nicht aus. Beide Indizes blieben deutlich über der als Wachstumsschwelle geltenden Marke von 50 Punkten und lagen über den Erwartungen der Analysten.

Türkische Lira weiter unter Druck

Einen Tag nach der unerwartet starken Zinssenkung in der Türkei hat sich die Talfahrt der Landeswährung mit hohem Tempo fortgesetzt. Im Handel mit dem US-Dollar und mit dem Euro wurden am Freitag jeweils neue Rekordtiefstände erreicht. Für einen Dollar mussten zeitweise 9,66 Lira und für einen Euro 11,25 Lira gezahlt werden und damit so viel wie noch nie. Die Notenbank gab mit ihrer Zinssenkung offenbar dem Druck von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan nach.

Seitdem am Donnerstag bekannt wurde, dass die türkische Notenbank den Leitzins trotz einer hohen Inflation um 2,0 Prozentpunkte auf 16,0 Prozent gesenkt hat, hat die Lira im Handel mit dem Euro etwa 3,5 Prozent an Wert verloren. Seit Beginn des Jahres beläuft sich der Wertverlust im Handel mit der europäischen Gemeinschaftswährung mittlerweile auf etwa 25 Prozent.

Ölpreise wieder im Aufwind

Die Ölpreise haben am Freitag etwas zugelegt. Nach Kursverlusten im frühen Handel drehte sich die Stimmung am Ölmarkt, und die Notierungen schafften den Sprung in die Gewinnzone. Die jüngste Gegenbewegung war damit nur von kurzer Dauer. Marktbeobachter verwiesen auf eine allgemein freundliche Stimmung an den Finanzmärkten, die im Handelsverlauf mit einiger Verzögerung auf den Ölmarkt übergreifen konnte.

Darüber hinaus bleiben am Ölmarkt Angebotssorgen das bestimmende Thema. "Die nach wie vor angespannte Lage spricht gegen einen Preisrückgang", sagte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank. Er geht davon aus, dass der Preis für Öl aus der Nordsee am Jahresende 85 Dollar je Barrel kosten wird. Im Verlauf der Woche hatten die Ölpreise mehrjährige Höchststände erreicht.

Bitcoin weiter auf dem Rückzug

Die Kryptowährung Bitcoin entfernt sich zum Wochenschluss weiter von ihrem im Wochenverlauf markierten Rekordhoch. Auf der Plattform CoinMarketCap notiert die Cyberdevise bei etwas über 60.000 Dollar und bleibt damit extrem volatil. Im Wochenverlauf war der Bitcoin erstmals über die Marke von 66.000 Dollar gestiegen, nachdem in den USA der erste Bitcoin-Futures-ETF an den Markt gegangen war.

Continental senkt Prognose wegen Teilemangel

Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental haben sich mit dem Teilemangel in der Autoindustrie die Aussichten nach dem dritten Quartal wie erwartet noch einmal eingetrübt. Weil die weltweite Autoproduktion sich in den vergangenen Monaten deutlich schwächer entwickelt hat als zuvor angenommen, rechnet Conti-Chef Nikolai Setzer in diesem Jahr nur noch mit 32,5 bis 33,5 Milliarden Euro Umsatz, wie der DAX-Konzern in Hannover mitteilte. Bisher stand jeweils eine Milliarden Euro mehr im Plan.

Auch die Profitabilität leidet: Die um Sondereffekte bereinigte Marge des Ergebnisses vor Zinsen und Steuern dürfte nur noch 5,2 bis 5,6 Prozent erreichen statt wie zuletzt angepeilt 6,5 bis 7 Prozent.

Überraschend kommt die Prognosesenkung nicht, nachdem führende Marktforschungsinstitute ihre Schätzungen für die Weltautoproduktion in den vergangenen Monaten scharf nach unten korrigiert haben - wegen Chipmangels und Lieferstau im Welthandel fehlten Teile und in vielen Werken standen die Bänder still.

Im dritten Quartal ging der Umsatz bei Conti laut vorläufigen Zahlen insgesamt um 7,4 Prozent auf 8,04 Milliarden Euro zurück. Die bereinigte operative Marge lag bei 5,2 Prozent, 3,2 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor. Endgültige Geschäftszahlen und das Nettoergebnis will das Unternehmen am 10. November vorlegen.

BMW startet Serienproduktion des "Tesla-Fighters"

Drei Monate nach dem Elektro-SUV BMW iX hat der Autobauer auch die Serienproduktion des vollelektrischen BMW i4 gestartet. Im Stammwerk München lief am Freitag das erste Fahrzeug vom Band. "Der Anlauf des BMW i4 ist ein Meilenstein für dieses Werk und seine Mannschaft auf dem Weg in Richtung E-Mobilität", sagte Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic. "Ab 2023 besitzt mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge aus München einen elektrifizierten Antrieb. Der überwiegende Teil davon wird vollelektrisch motorisiert sein."

Mit einem "Tesla-Fighter" wollen Autohersteller auf dem Markt für E-Autos Branchenpionier Tesla Konkurrenz machen. Teslas Model 3 und der BMW i4 zielen auf die gleichen Käufergruppen. Der vollelektrische i4 läuft in München vom selben Band wie die 3er und 4er mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieb.

Der i4 sei Wegbereiter für die nächste Fahrzeuggeneration, die "Neue Klasse", die "kompromisslos auf elektrische Antriebe ausgerichtet wird", hieß es. Der Bau dieser Fahrzeuge mit neuer Plattform, neuen Batterien und neuer Software soll 2025 im geplanten BMW-Werk in Ungarn starten und dann auf alle Werke und Modellklassen ausgerollt werden. BMW-Aktien legten zu und gehörten zu den größten Gewinnern im DAX.

Daimler hofft auf baldige Stabilisierung in der Chipkrise

Daimler hofft auf eine Stabilisierung der Lieferketten für Halbleiter in den kommenden Wochen. "Wir hoffen, dass wir die Situation im vierten Quartal stabilisieren und 2022 auf die nächste Stufe heben können", sagte Konzernchef Ola Källenius am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters in Detroit. Jedoch hätten die großen Chiphersteller gewarnt, dass Probleme noch bis ins Jahr 2023 anhalten könnten. "Wir müssen flexibel bleiben."

BVB muss auf Starstürmer Haaland verzichten

Der bitteren Lehrstunde in der Champions League folgten schlechte Nachrichten aus der medizinischen Abteilung. Bei Borussia Dortmund sorgt der neuerliche Ausfall von Erling Haaland für ähnliche Bestürzung wie das historische 0:4 am Dienstag in Amsterdam. "Erling war echt down. Dass er jetzt schon wieder ausfällt, ist nicht gut für uns und auch nicht für den Jungen", klagte BVB-Trainer Marco Rose.

Renault baut eine halbe Million Autos weniger

Der französische Autohersteller Renault rechnet wegen des anhaltenden Chipmangels mit höheren Produktionsausfällen als bisher angekündigt. Es dürften dieses Jahr rund 500.000 Fahrzeuge weniger die Renault Werke verlassen, teilten die Franzosen mit. Anfang September habe das Unternehmen noch mit einem Minus von nur 220.000 Autos gerechnet.

Apple Car: Batterie-Gespräche in China stagnieren

Die Gespräche des iPhone-Konzerns mit den chinesischen Unternehmen CATL und BYD über die Lieferung von Autobatterien für seine geplanten Elektroautos sind Insidern zufolge ins Stocken geraten. Apple hoffe, dass wieder Schwung in die Verhandlungen kommt, sagte ein Insider, habe aber inzwischen japanische Anbieter in das Visier genommen. Darunter sei auch Panasonic. Insidern zufolge will Apple ein Elektroauto bis 2024 auf den Markt bringen.

Stellantis und Samsung SDI gründen JV für Batteriezellen

Der südkoreanische Batteriehersteller Samsung SDI und der Autobauer Stellantis gründen ein Gemeinschaftsunternehmen zur Produktion von Batteriezellen in den USA. Eine entsprechende Vereinbarung über ein Joint Venture zur Herstellung von Batteriezellen und Batteriemodulen sei geschlossen worden, teilte Samsung SDI mit. Die in dem neuen Werk produzierten Batterien würden an die Stellantis-Fabriken in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko geliefert.

Intel-Aktie schwer unter Beschuss

Der Halbleiter-Riese Intel verdient inmitten der globalen Chip-Knappheit deutlich mehr Geld. Der Umsatz legte im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um fünf Prozent auf 19,2 Milliarden Dollar zu, wie Intel gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 6,8 Milliarden Dollar übrig - ein Sprung von 60 Prozent.

Die Zahlen wurden trotzdem negativ aufgenommen, die Aktie fiel deutlich um 11,68 Prozent auf 49,46 Dollar. Denn inzwischen spürt auch Intel selbst die Folgen der Lieferengpässe bei Halbleitern. Weil die wichtigste Kundschaft - Computerhersteller - wegen fehlender anderer Chips ihre PCs und Server nicht mehr ausliefern können, ist der Bedarf an Intel-Ware gesunken. In der Zwischenzeit befinden sich Konkurrenten wie AMD und Nvidia auf dem Vormarsch, die derzeit schnellere Chips als Intel im Angebot haben und komplett auf Auftragsfertiger setzen.

Gewinnsprung bei American Express

Der US-Finanzkonzern American Express hat den Gewinn dank höherer Ausgaben seiner Kreditkartenkunden kräftig gesteigert. Im dritten Quartal verdiente das Unternehmen unterm Strich 1,8 Milliarden Dollar (1,6 Milliarden Euro) und damit rund 70 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das teilte American Express am Freitag in New York mit. Die Erlöse wuchsen um ein Viertel auf 10,9 Milliarden Dollar. Das Vorjahresergebnis war allerdings stark von der Pandemie belastet. Die Aktie legte um 5,41 Prozent kräftig zu.

Beyond Meat-Zahlen schmecken den Anlegern nicht

Ein Quartalsergebnis unter Markterwartungen brockt Beyond Meat einen der größten Kursstürze der Firmengeschichte ein. Die Aktien des Anbieters fleischloser Burger brachen an der Wall Street um fast 12 Prozent ein. Vorläufigen Berechnungen zufolge liegt der Umsatz im dritten Quartal nur bei 106 statt zwischen 120 und 140 Millionen Dollar. Grund hierfür seien unter anderem die Pandemie-Beschränkungen. Außerdem stellten sich Fragen nach dem Wettbewerbsumfeld, die Nachfrage-Aussichten und die Ertragskraft, warnt Analyst Rob Dickerson von der Investmentbank Jefferies. Investoren sollten daher prüfen, ob der Aktienkurs angesichts des langsameren Wachstums angemessen sei.

Google senkt Abgabe für Abos in Apps

Google senkt nach Kritik von Software-Entwicklern und Politikern die Abgabe für Abonnements, die über die App-Plattform des Konzerns abgeschlossen werden. Bisher mussten App-Entwickler zunächst 30 Prozent vom Abo-Preis an Google abtreten, nach einem Jahr sank die Abgabe auf 15 Prozent. Jetzt werden es von Anfang an 15 Prozent sein.

Mehr Klarheit über Tesla-Unfall

Der Crash eines Tesla-Elektroautos in Texas, der im April für Schlagzeilen sorgte, war nach Erkenntnissen von Unfallermittlern doch weniger mysteriös als es der örtlichen Polizei zunächst vorkam. Die lokalen Beamten hatten damals den Eindruck gewonnen, dass bei dem Unfall niemand am Steuer saß. Die renommierte Ermittlungsbehörde NTSB kam nun aber zu dem Schluss, dass beide Vordersitze beim Aufprall belegt waren und der Fahrer auf das Beschleunigungspedal drückte.

Derweil wirken bei der Aktie des E-Autobauers die guten Quartalsergebnisse nach. Das Papier markierte bei 910 Dollar ein Rekordhoch, ist mittlerweile aber wieder etwas zurückgefallen. Dank hoher Margen, einer starken Nachfrage, Fortschritten bei der Produktion und einer im Vergleich zum Börsenwert geringen Verschuldung werde Tesla als sichere Wette betrachtet, schreiben die Analysten des Research-Hauses Zacks.

Über dieses Thema berichtete am 22. Oktober 2021 BR24 um 07:42 Uhr in der Börse und die tagesschau um 12:00 Uhr.