Dow Jones, NYSE New York
Marktbericht

S&P-500-Rekord US-Märkte zeigen keine Schwäche

Stand: 25.06.2021 22:30 Uhr

Aktien bleiben in den USA weiter das Maß der Dinge. Konjunkturhoffnungen, gepaart mit nachlassenden Zinsängsten, treiben die Märkte nach oben. Der S&P-500 markierte ein weiteres Rekordhoch.

In New York wurden zum Wochenschluss die Rollen getauscht. Nachdem gestern die Technologiebörse Nasdaq weitere Bestmarken gesetzt hatte, waren heute der Leitindex Dow Jones und erneut der marktbreite S&P-500-Index die Stars des Tages. Der S&P-500-Index, in dem sowohl Standardwerte als auch Technologieaktien enthalten sind, erreichte im Handelsverlauf bei 4286 Punkten ein weiteres Rekordhoch. Der Index ging bei 4280 Punkten aus dem Handel, ein Zuwachs von 0,33 Prozent. Es war für den führenden US-Benchmark-Index der zweite Rekordtag in Folge.

Der Leitindex Dow Jones legte unter der Führung einer entfesselten Nike-Aktie 0,7 Prozent zu und schloss bei 34.333 Punkten. Der Adidas-Rivale hatte am Vorabend deutlich über den Erwartungen liegende Geschäftszahlen präsentiert, die Aktie zog um 15,5 Prozent an. Prozentual führte der Dow damit die Gewinnerliste an, im Wochenvergleich markierte der Weltleitindex ein Plus von über 3,3 Prozent.

Die Nasdaq konsolidierte und beendete den Handel nahezu unverändert bei 14.360 Punkten. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stagnierte ebenfalls auf höchstem Niveau und ging bei 14.345 Punkten um 0,1 Prozent minimal leichter aus dem Handel.

Nachlassende Zinsängste treiben die Kurse

Die Grundstimmung an der Street ist nach den jüngsten Beruhigungspillen von Notenbankchef Jerome Powell derzeit konstruktiv. Zuletzt kam noch das Ende von monatelangen Verhandlungen von US-Präsident Joe Biden mit dem Kongress hinzu. Biden hatte am Vorabend eine Einigung über die geplanten Infrastruktur-Investitionen verkündet. Bau- und Infrastrukturaktien legten daraufhin zu, im DAX gehörten HeidelbergCement zu den größten Gewinnern.

"Das Volumen ist zwar deutlich geringer als die Demokraten sich gewünscht haben, aber immer noch eine ordentliche Ergänzung zu den Konjunkturprogrammen der vergangenen Monate", sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Außerdem seien für die Finanzierung weniger Steuererhöhungen notwendig, fügte sein Kollege Kerry Craig von der Vermögensverwaltung der US-Bank JPMorgan hinzu.

DAX bei 15.600 Punkten seitwärts

Der DAX hat sich im späten Geschäft etwas aufgerappelt und die Marke von 15.600 Punkten doch noch überwunden. Der Index geht damit mit einem leichten Tagesgewinn von 0,12 Prozent auf 15.607 Zähler und einem Wochengewinn von einem Prozent aus dem Handel. Das Tageshoch lag bei 15.612 Punkten.

Nach einem Dreh ins Plus hatte es heute lange nicht ausgesehen, denn trotz guter Vorgaben aus New York hielten sich die Anleger insgesamt zurück. Zwar werden Kursdellen derzeit meist schnell wieder aufgeholt, für Kursgewinne über das aktuell hohe Niveau hinaus fehlen aber neue Impulse.

Adidas-Aktie mit Nike-Bonus

Über fehlende Impulse konnte sich unter den Einzelwerten im DAX das Adidas-Papier nicht beklagen. Gegen den lahmen Trend war die Aktie mit den drei Streifen größter Index-Gewinner mit einem Aufschlag von über sechs Prozent. Überraschend positive Zahlen der Konkurrenz heben die Branchenstimmung. Adidas-Rivale Nike hat kräftig von der Aufhebung der Corona-Beschränkungen in den USA profitiert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Weltweit waren die Erlöse mit 12,3 Milliarden Dollar fast doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Unterm Strich verdiente Nike 1,5 Milliarden Dollar nach einem Verlust von 790 Millionen Dollar im Vorjahresquartal.

Königsdisziplin bleibt die US-Zinsdiskussion

Übergeordnet bleibt aber die Debatte über den weiteren geldpolitischen Weg in den USA bestimmend. Auch wenn es die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) im Wochenverlauf geschafft hat, die Zinserwartungen der Anleger ein wenig zu dämpfen, bleiben Zinsängste der Anleger das wohl größte Risiko für fallende Kurse an den globalen Aktienmärkten. Das zügelt unter dem Strich die Risikobereitschaft der Anleger.

Gleichzeitig will aber auch niemand verkaufen, um einen starken Konjunkturaufschwung im zweiten Halbjahr nicht zu verpassen. Erst in dieser Woche hat ein besser als erwartet ausgefallener ifo-Geschäftsklimaindex den Konjunkturoptimisten wieder in die Karten gespielt. Im Ergebnis kommt der Markt derzeit kaum vom Fleck, bleibt aber auf hohem Niveau. Gerade deshalb ist der weitere Zinsweg der Fed und ihre Kommunikation von so überragender Bedeutung, der Blick nach Washington ein absolutes Muss.

Banken gut, Wirtschaft gut

Ein positiv ausgefallener Stresstest für die US-Banken zeigt, dass die US-Wirtschaft nach der Krise wieder auf Touren kommt. Denn nirgendwo finden sich ökonomische Entwicklung so schnell wieder wie in den Büchern der Banken. Zudem profitieren Finanzaktien, allen voran die der Banken, sogar von steigenden Zinsen, denn diese erhöhen auch die Margen und damit den Gewinn der Geldhäuser.

Die Federal Reserve hält Dividendenstopps angesichts der starken finanziellen Lage der Institute nicht mehr für nötig, wie die Notenbank gestern nach US-Börsenschluss mitteilte. Experten rechnen nun mit einer Fülle von Ankündigungen über Dividendenanhebungen und Aktienrückkäufe. Auch in Europa zeichnet sich eine entsprechend Entwicklung ab.

Euro etwas höher, US-Konsumenten schalten einen Gang zurück

Die Gemeinschaftswährung notiert im US-Handel kaum verändert bei 1,1936 Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1950 (Donnerstag: 1,1936) US-Dollar fest. Neue Konjunkturdaten aus Amerika wirkten sich kaum aus am Devisenmarkt. So stagnierten im Mai die Konsumausgaben der US-Verbraucher. Ökonomen hatten mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent gerechnet, nach einem Plus von revidiert 0,9 Prozent im April.

Die persönlichen Einkommen der Amerikaner sanken im Mai zugleich um 2,0 Prozent, nach einem kräftigen Rückgang von 13,1 Prozent im Vormonat. Barschecks der Regierung für die Bürger hatten im März eine Konsumwelle losgetreten, die nun abebbt, zumal die Preise kräftig anziehen.

Dies zeigt sich auch bei den persönlichen Ausgaben der Verbraucher, bei denen Energie- und Nahrungsmittelkosten unberücksichtigt bleiben. Diese Teuerungsrate stieg im Mai binnen Jahresfrist um 3,4 Prozent. Experten hatten mit diesem Wert gerechnet, nach einem Anstieg von 3,1 Prozent im April.

US-Konsumklima hellt sich auf

Das Konsumklima in den USA hat sich im Juni wieder verbessert. Die von der Universität Michigan erhobene Verbraucherstimmung stieg gegenüber dem Vormonat um 2,6 Punkte auf 85,5 Zähler, wie die Universität am Freitag nach einer zweiten Erhebung mitteilte. Analysten hatten im Mittel mit 86,5 Punkten gerechnet. Allerdings wurde die erste Schätzung etwas nach unten korrigiert. In der ersten Erhebung war noch ein Indexwert von 86,4 Punkten gemeldet worden. Im Mai hatte sich die Konsumlaune eingetrübt. Der Indexwert war bis auf 82,9 Punkte gefallen.

Ölpreise weiter in der Nähe ihrer Mehrjahreshochs

Die Ölpreise bauten ihre Gewinne am späten Nachmittag moderat aus. Die Erdölpreise rangieren damit weiterhin in der Nähe ihrer höchsten Stände seit gut zweieinhalb Jahren. Stärkster Treiber ist die Hoffnung auf eine starke konjunkturelle Erholung in großen Verbrauchsländern wie den USA. Gestützt werden sie auch durch die Wahl im Iran, bei der ein ultrakonservativer Kandidat gewann. Dies dürfte die Hoffnung auf eine baldige Rückkehr des Landes an den Weltmarkt bremsen, da eine Verhandlungslösung mit dem Westen unwahrscheinlicher geworden ist.

Wachsende Nachfrage bei Eurowings

Die Lufthansa-Tochter Eurowings verzeichnet eine steigende Nachfrage. "An Wochenenden sind viele Eurowings-Flüge auf beliebten Verbindungen wie nach Spanien, Italien oder Griechenland bereits ausgebucht, freie Plätze gibt es eher noch an Wochentagen", sagte Eurowings-Chef Jens Bischof der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Für den Hochsommer zeichne sich ab, dass mehr als 80 Jets sehr gut ausgelastet sein würden.

Hornbach profitiert vom Heimwerker-Boom

Die hohe Nachfrage nach Produkten aus dem Baumarkt hat der Hornbach Holding ein Umsatzplus beschert. Der Umsatz stieg um 6,4 Prozent im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres auf 1,68 Milliarden Euro. Besonders zufrieden zeigte sich das Management mit der Entwicklung des Online-Handels. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel allerdings um 2,5 Prozent auf 169 Millionen Euro.

Gelungenes Börsendebüt für Bike24

Die Aktien des Dresdner Online-Fahrradhändlers Bike24 haben bei ihrem Börsendebüt zugelegt. Bis zur Mittagszeit geht es bis auf 16,08 Euro hoch. Ausgegeben worden waren die Papiere zu 15 Euro am unteren Ende der Preisspanne. Das Emissionsvolumen beläuft sich auf 322 Millionen Euro, wovon 100 Millionen an das Unternehmen selbst gehen. Bike24 will mit dem frischen Geld die Expansion in weitere europäische Länder wie Frankreich und Italien finanzieren.

Microsoft gibt ersten Ausblick auf neues Windows 11

Microsoft hat nach sechs Jahren eine neue Generation seines PC-Betriebssystems Windows vorgestellt. Eine der Neuerungen bei Windows 11 ist, dass Microsofts Teams-Software für Videokonferenzen und Zusammenarbeit im Büro direkt integriert wird. Eingebaut wird über eine neue Xbox-App auch das hauseigene Spiele-Abo Games Pass. In der Pandemie ist die Nutzung von Videokonferenzen und Computer-Spielen stark gestiegen.

Virgin Galactic hebt ab

Um rund 38 Prozent schossen die Papiere von Virgin Galactic nach oben. Wie das Raumfahrtunternehmen berichtete, hat die US-Luftfahrtbehörde dessen Frachtlizenz für die kommerzielle Raumfahrt aktualisiert. Dies ermögliche es Virgin Galactic, Kunden ins All zu fliegen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 25. Juni 2021 um 18:42 Uhr.