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Marktbericht

Bilanzdaten stützen Gute Laune an der Wall Street

Stand: 05.08.2021 22:35 Uhr

Vor den mit Spannung erwarteten US-Arbeitsmarktdaten brachten sich die Anleger an der Wall Street in Stellung. Die großen Indizes legten allesamt zu, Rekorde gab es dabei an der Nasdaq.

Starke Firmenbilanzen haben die Wall Street am Donnerstag angeschoben. Einen Tag nach dem Rücksetzer beim Dow-Jones-Index aufgrund schwacher Job-Daten der privaten Arbeitsagentur ADP sorgte zudem ein Rückgang der Anträge auf Arbeitslosenhilfe für Entspannung.

Der Standardwerteindex Dow Jones stieg um 0,78 Prozent auf 35.064 Punkte, nachdem er am Vortag noch 0,9 Prozent verloren hatte. Weiter bergauf ging es derweil an der Technologiebörse Nasdaq, die ebenfalls um 0,78 Prozent auf 14.895 Zähler vorrückte. Ein weiteres Rekordhoch erreichte im Verlauf der Auswahlindex Nasdaq 100 bei 15.184 Punkten. Der Schlussstand lag bei 15.181 Punkten, ein Tagesgewinn von 0,65 Prozent.

Der breiter aufgestellte S&P-500-Index, in dem sowohl Technologie- als auch Standardwerte enthalten sind, legte um 0,6 Prozent auf 4429 Punkte zu. Der Index verfehlte dabei sein erst wenige Tage altes Rekordhoch nur äußerst knapp. Die Marktstrategen der US-Investmentbank Goldman Sachs hatten zuvor bereits ihr inzwischen übertroffenes Jahresendziel für den S&P 500 von 4300 auf 4700 Punkte angehoben.

Technologieaktien profitierten heute (mal wieder) von abflauenden Zinsängsten. Zins- und Inflationsängste sind jedenfalls unmittelbar kein Thema an der Wall Street, wofür die entspannte Lage am Rentenmarkt spricht. Dort rentieren zehnjährige Staatsanleihen bei gerade mal 1,22 Prozent und damit weit unter der Inflationsrate von derzeit rund fünf Prozent.

Weber-Grill Debüt erfolgreich

Die Titel des Grill-Anbieters Weber stiegen bei ihrem Börsendebüt um 18 Prozent auf 16,50 Dollar. Die für ihre Kugelgrills bekannte Firma hatte die Papiere unterhalb der Angebotsspanne zugeteilt und die Zahl der verkauften Aktien reduziert.

Bislang konnten die im S&P 500 gelisteten Unternehmen im abgelaufenen Quartal mit ihren Zahlen zumeist überraschen: Refinitiv-Daten zufolge wiesen 87,6 Prozent der 340 Firmen, die ihre Ergebnisse bereits vorgelegt haben, einen höheren Gewinn aus als es Analysten im Schnitt erwartet hatten. Diese Bilanz stützt die Street derzeit.

Warten auf die Arbeitsmarktdaten

Besondere Wichtigkeit kommt, wie stets, dem für Freitag anstehenden offiziellen US-Arbeitsmarktbericht für Juli zu. Analysten sagen für Juli den Aufbau von 870.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft voraus.

Es hänge noch viel mehr an den Zahlen vom Freitag und denen der kommenden Monate, sagte Brian Daingerfield von der Bank NatWest. Sean O'Hara von Pacer ETFs erklärte, enttäuschende Zahlen könnte zwar Fragen zur wirtschaftlichen Erholung aufwerfen, würden aber auch dazu führen, dass die US-Notenbank mit ihren Maßnahmen unterstützend bleiben werde.

Der US-Notenbanker Robert Kaplan plädiert für eine rasche Drosselung der Wertpapierkäufe durch die Fed. Seinem Kollegen Richard Clarida zufolge werden die Voraussetzungen für eine erste Zinserhöhung bereits Ende 2022 erfüllt sein. Fed-Chef Jerome Powell macht die Straffung der Geldpolitik von der Stärke des US-Arbeitsmarkts abhängig.

DAX nimmt Rekordhoch ins Visier

Mitten im Sommerloch kommen derzeit die Börsenbullen auf ihre Kosten. Der deutsche Leitindex DAX knüpfte an die Gewinne des Vortages an und schloss bei 15.744 Punkten um 0,33 Prozent höher. Der Index nimmt damit Kurs auf sein Rekordhoch bei 15.811 Punkten. Mitte Juli drohte die 15.000-Punkte-Marke noch zu fallen angesichts steigender Corona-Sorgen.

Diese Sorgen sind zwar nicht vom Tisch, treten derzeit aber in den Hintergrund. Auch wenn die Aufschläge nicht spektakulär erscheinen, zu Aktien gibt es weiterhin keine Alternative. Die Dividendenpapiere profitieren weiter von den enormen Liquididätsspritzen der Notenbanken sowie der völligen Alternativlosigkeit am Rentenmarkt. Zudem stützt die sich auf ebenfalls sehr hohem Niveau befindende Wall Street den Markt.

Der MDAX der mittelgroßen Werte, in dem viele exportstarke große Mittelständler enthalten sind, erreichte bei 35.727 Punkten ein weiteres Rekordhoch, ein Tagesgewinn von 0,7 Prozent.

Höhepunkt der heimischen Berichtssaison

Deutlich wird zudem, dass für die meisten Unternehmen das zweite Quartal 2021 ein äußerst erfolgreiches gewesen war. Die Anleger hatten somit eine gute Nase als sie auf den Aufschwung nach der Krise setzten. Dies hatte die meisten Aktien bereits im Vorfeld auf die aktuellen hohen Niveaus angetrieben, wie beispielsweise das Adidas-Papier.

Im DAX haben heute mit Merck, Continental, Siemens, Adidas, Deutsche Post und Bayer gleich sechs Schwergewichte ihre Bücher geöffnet. Auch aus der zweiten Reihe legte eine breite Phalanx an Unternehmen ihre Quartalsbilanzen vor, unter anderem Lufthansa und Zalando.

Unter den DAX-Konzernen konnten allerdings nur Siemens und Merck die Anleger mit ihren Bilanzen wirklich begeistern. Tagesverlierer Bayer und Adidas fanden nicht die Gnade der Anleger und standen am Indexende. Autozulieferer Continental und Deutsche Post legten nur moderat zu, gerade der Bonner Logistikkonzern war aber zuletzt phänomenal gelaufen und gilt als großer Krisengewinner. Lediglich bei Bayer war die Nachrichtenlage wegen der drohenden Glyphosat-Probleme in den USA zuletzt ohnehin überwiegend negativ gewesen.

Euro im US-Handel etwas schwächer

Die Gemeinschaftswährung tendiert am Abend etwas schwächer bei 1,1833 Dollar. Auch der Devisenmarkt blickt mit Spannung auf die Arbeitsmarktdaten morgen, trotz einiger neuer Konjunkturdaten heute bewegte er sich kaum. Am Vortag hatte noch eine sehr gute Stimmung unter Einkaufsmanagern im US-Dienstleistungssektor dem Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1850 (Mittwoch: 1,1861) US-Dollar fest.

Der überraschend deutliche Anstieg der Auftragseingänge für die deutsche Industrie im Juni stützte den Euro nur geringfügig. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erwartet nicht, dass sich der gute Lauf bei den Auftragseingängen in den nächsten Monaten so fortsetzen wird. "Die chinesische Administration drückt auf die Kreditbremse und auch in den USA ebbt der Nach-Corona-Boom ab." Allerdings bleibe der Auftragsbestand hoch.

Britisches Pfund legt zu

Zugelegt zu anderen wichtigen Währungen hat unterdessen das britische Pfund. Die britische Notenbank hat erste vorsichtige Signale für eine geldpolitische Straffung gegeben. "Die Nervosität unter den britischen Notenbankern angesichts der auch in Großbritannien stark anziehenden Inflation hat zugenommen", kommentierte Elmar Völker, Analyst bei der Landesbank Baden-Württemberg. Innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre sei demnach wohl eine erste Leitzinsanhebung zu erwarten. Zunächst hält die Bank of England aber an ihrer lockeren Geldpolitik fest und tastet Leitzins und Anleihekaufprogramm nicht an

Industrie mit starkem Auftragseingang

Die deutsche Industrie hat im Juni beim Auftragseingang enorm zugelegt. Die Bestellungen stiegen im Vergleich um 4,1 Prozent. Damit fiel der Zuwachs etwa doppelt so stark aus wie Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Besonders erfreulich: Der Auftragseingang lag überdies über dem Vorkrisenniveau. Gegenüber dem Februar 2020, dem letzten Monat vor Beginn der Corona-Einschränkungen, betrug das Plus 11,2 Prozent.

Die gute Auftragslage dürfte sich allerdings nicht eins zu eins in eine steigende Produktion ummünzen lassen. "Derzeit wird die Produktion von einem Mangel an Vorprodukten gebremst, was der deutliche Rückgang der Umsätze einmal mehr zeigt", mahnt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen vor zu viel Euphorie.

Maschinenbau erholt sich rasant

Gute Nachrichten kommen von auch den Maschinenbauern. Die Nachfrage nach Maschinen "Made in Germany" boomt nach dem Einbruch im Corona-Krisenjahr 2020.

Im ersten Halbjahr verbuchte die exportorientierte Branche ein um Preiserhöhungen bereinigtes Auftragsplus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie der Maschinenbauverband VDMA mitteilte. "Nach den herben Order-Einbrüchen im letzten Jahr ist die jetzige Auftragslage ein Segen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Erstanträge in USA wie erwartet

Die Erholung des US-Arbeitsmarkts vom Corona-Einbruch hat sich derweil mit moderatem Tempo fortgesetzt. In der vergangenen Woche ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe, ein Kurzfristindikator für den Jobmarkt, leicht zurück. Das US-Arbeitsministerium meldete am Donnerstag 385.000 Hilfsanträge und damit 14.000 weniger als in der Woche zuvor. Analysten hatten diese Entwicklung in etwa erwartet.

Die Hilfsanträge liegen trotz des Rückgangs über dem Niveau, das vor der Corona-Krise üblich war. In den Monaten vor der Pandemie wurden pro Woche nur gut 200.000 Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gestellt.

US-Handelsbilanz tief rot

Dass die Wirtschaft in den USA boomt, zeigt auch das hohe Handelsbilanzdefizit für den Juni. Das Defizit sei von 71,0 Milliarden US-Dollar im Vormonat auf 75,7 Milliarden Dollar geklettert, teilte das Handelsministerium am Donnerstag in Washington mit. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit einem Defizit von 74,2 Milliarden Dollar gerechnet. Ausschlaggebend für die Entwicklung war, dass die Importe stärker stiegen als die Exporte. Die Einfuhren legten um 2,1 Prozent zum Vormonat zu, während die Ausfuhren um 0,6 Prozent stiegen.

Das Handelsdefizit der USA ist allerdings chronisch. Die Importe sind anhaltend höher als die Exporte. Die Vereinigten Staaten sind ein typisches Nettoimportland. Sie finanzieren das Defizit durch Auslandskredite. Die Kapitalmärkte der USA sind attraktiv, auch weil die Vereinigten Staaten mit dem Dollar über die Weltleitwährung verfügen. Die größten ausländischen Kreditgeber der USA sind China und Japan. Sie halten die größten Bestände an US-Staatsanleihen - abgesehen von der amerikanischen Notenbank Fed.

Ölpreise drehen ins Plus

Am Ölmarkt sind ie Preise am Abend noch ins Plus gedreht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet mit 71,20 Dollar rund 0,7 Prozent mehr, der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI steigt ebenfalls um 0,7 Prozent auf 68,99Dollar.

Grünes Licht für Vonovia

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat grünes Licht von der Finanzaufsicht BaFin für ein erneutes Angebot zur Übernahme des Konkurrenten Deutsche Wohnen erhalten. Die BaFin habe die erforderliche Befreiung von der einjährigen Sperrfrist erteilt, teilte Vonovia am Donnerstag mit.

Vonovia war im Juli mit seinem vorherigen Angebot an der Mindestannahmeschwelle für die Übernahme von 50 Prozent gescheitert. Daraufhin hatte der Konzern angekündigt, einen weiteren Anlauf, den inzwischen dritten, zu unternehmen. Vonovia will dazu den Übernahmepreis um einen Euro auf 53 Euro je Aktie aufstocken.

Das Übernahmeangebot wird von Vorstand und Aufsichtsrat der Deutsche Wohnen unterstützt. Vonovia mit Sitz in Bochum besitzt Stand Ende März knapp 415.000 Wohnungen, davon gut 354.000 in Deutschland. Die Deutsche Wohnen ist der größte Privatvermieter in Berlin: Rund 114.000 der insgesamt mehr als 155.000 Wohnungen stehen im Großraum der Hauptstadt. Vonovia erwartet den Vollzug der Transaktion für Ende September oder Anfang Oktober. Beim kürzlichen Übernahmeversuch hatte Vonovia sich nur 47,6 Prozent der Aktien sichern können.

Allianz nimmt Aktienrückkaufprogramm wieder auf

Die Allianz beginnt nach der erzwungenen Pause durch die Corona-Pandemie wieder mit Aktienrückkäufen. Bis Ende des Jahres will der Münchner Versicherungsriese eigene Aktien für 750 Millionen Euro aufkaufen, wie er am Donnerstagabend mitteilte. Die Papiere werden dann eingezogen. Die Allianz hatte ihr 1,5 Milliarden Euro schweres Aktienrückkaufprogramm in der ersten Corona-Welle im April 2020 auf halbem Weg abgebrochen, nun holt sie praktisch den zweiten Teil nach. Noch im Februar hatte Vorstandschef Oliver Bäte Pläne für einen Aktienrückkauf mit Verweis auf den zu erwartenden Widerstand der Finanzaufsicht BaFin verneint.

Boomende Laborsparte treibt Merck

Merck-Aktien waren heute Tagessieger im DAX mit einem Zuwachs von 6,8 Prozent. Der Darmstädter Merck-Konzern hat erneut ein starkes Quartal hinter sich. Nach Steuern verdiente Merck 747 Millionen Euro nach 289 Millionen ein Jahr zuvor. Insbesondere die Laborsparte brummt in der Pandemie, da sie viele Impfstoffforscher beliefert. Das Management um die seit Kurzem amtierende Konzernchefin Belén Garijo erhöht daher abermals seine Jahresprognose.

Siemens erhöht Prognose abermals

Die Geschäfte brummen auch bei Siemens. Nach einem starken dritten Geschäftsquartal von April bis Juni hebt der DAX-Konzern bereits zum dritten Mal in diesem Geschäftsjahr den Ausblick an. Im abgelaufenen Quartal verdreifachte sich der Gewinn beinahe auf 1,5 Milliarden Euro. Der Umsatz sprang um fast ein Viertel auf 16,1 Milliarden Euro. Indexschwergewich Siemens legte im DAX rund 2,6 Prozent zu.

Adidas wird optimistischer

Der Sportartikelhersteller Adidas hat nach einem guten zweiten Quartal seine Prognose leicht erhöht. Das Umsatz soll währungsbereinigt um bis zu 20 Prozent steigen. Bislang hatte Adidas einen Anstieg im hohen Zehn-Prozent-Bereich in Aussicht gestellt. Auch der Gewinn im fortgeführten Geschäft soll etwas höher ausfallen als geplant: Hier geht das Unternehmen von 1,4 bis 1,5 Milliarden Euro aus, nach zuvor erwarteten 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro. Die Anleger nahmen allerdings nach dem Motto "sell on good news" Gewinne mit, nachdem die Aktie zuletzt auf Rekordhoch gestiegen war.

Glyphosat vermiest erneut Bayer-Bilanz

Tagesverlierer im DAX waren Bayer, die deutlich rund 7,5 Prozent verloren. Unter dem Strich stand bei Bayer für das zweite Quartal wegen erneuter Rückstellungen für mögliche Belastungen im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter ein Verlust von gut 2,3 Milliarden Euro. Der Erholung des Pharmageschäfts sowie eine hohe Nachfrage nach Saatgut und Pflanzenschutzmitteln stimmen den Konzern mit Blick auf 2021 jedoch zuversichtlicher für den Umsatz.

Reifengeschäft gibt Continental Hoffnung

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental blickt dank guter Geschäfte mit Reifen etwas optimistischer auf das Gesamtjahr. So soll der Umsatz der fortgeführten Geschäfte - also ohne die im September abzuspaltende Antriebstechnik - nun zwischen 33,5 und 34,5 Milliarden Euro landen. Die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern soll 6,5 bis 7,0 Prozent betragen.

Online-Boom hält Deutsche Post auf Kurs

Der beständig wachsende Online-Handel hält die Deutsche Post weiter auf Wachstumskurs. Die Nachfrage nach Logistikdienstleistungen sei weiterhin hoch, teilte die Deutsche Post mit. Umsatz und Konzernergebnis lagen im zweiten Quartal über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz kletterte zwischen April und Ende Juni um mehr als ein Fünftel auf 19,5 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn lag bei 1,3 Milliarden Euro nach 525 Millionen im Vorjahreszeitraum.

VW verkauft mehr E-Autos in China

Der Autobauer hat den Monatsabsatz seiner E-Autos der ID-Baureihe in China nahezu verdoppelt. Der Konzern verkaufte im Juli 5800 Einheiten der elektrischen SUV-Modelle ID.4 und ID.6, verglichen mit knapp 3000 Stück im Mai. An seinem Jahresziel von 80.000 Fahrzeugen halte VW fest. Im Lauf des Jahres will VW auch den elektrischen Kompaktwagen ID.3 in China anbieten. Mit der ID-Baureihe will VW Tesla die Stirn bieten - allerdings hatten Insider zuletzt von einem besorgniserregend schwachen Start der Baureihe im weltgrößten Automarkt China gesprochen, Konzernchef Herbert Diess hatte Änderungen angemahnt.

Bessere Note für die Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hat eine bessere Bonitätsnote von Moody's erhalten. Wegen der Fortschritte beim Konzernumbau und der besseren Geschäftsergebnisse hob die Ratingagentur das langfristige Rating um eine Stufe auf "A2" von "A3" an. Zugleich machte Moody's der Deutschen Bank Hoffnung auf eine weitere Hochstufung: Der Ausblick sei positiv.

Zalando nach Zahlen unter Druck

Der Online-Modehändler Zalando liegt nach dem zweiten Quartal auf Kurs zu seinen Wachstumszielen. Anleger zeigten sich jedoch enttäuscht über den kräftigen Rückgang des operativen Ergebnisses um 13 Prozent auf 184 Millionen Euro. Die Aktie verliert im Mittagshandel mehr als acht Prozent auf 89,32 Euro.

ProSiebenSat.1 mit Rekordumsatz

Eine starke Erholung des Werbemarkts von den Corona-Einbußen hat die Erlöse des TV-Konzerns ProSiebenSat.1 auf ein Rekordniveau gehoben. Verglichen mit dem Vorjahresquartal stieg der Umsatz um knapp die Hälfte auf rund eine Milliarde Euro - so viel wie noch nie in einem zweiten Quartal. Zudem konnte der Vorstand auch wieder einen Gewinn unter dem Strich vermelden: Nach einem Verlust von 54 Millionen Euro im Vorjahr blieben nun 123 Millionen Euro hängen.

Beiersdorf auf Wachstumskurs

Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf ist im ersten Halbjahr wieder deutlich gewachsen. Dabei konnte das Unternehmen seine Entwicklung im zweiten Quartal beschleunigen. Treiber war das Klebstoffgeschäft Tesa, aber auch das Konsumentengeschäft mit der Marke Nivea legte wieder deutlich zu. Anleger reagierten erfreut: Die Aktie legte um 4,7 Prozent zu und gehörte damit zu den größten Gewinnern im MDAX.

Lufthansa halbiert Quartalsverlust

Die Lufthansa hat ihren Verlust dank der schrittweisen Belebung des Reiseverkehrs im zweiten Quartal spürbar verringert. Mit 756 Millionen Euro lag das Minus aber immer noch gut halb so hoch wie kurz nach Beginn der Corona-Pandemie ein Jahr zuvor. Der MDAX-Konzern nahm weitere Staatshilfen in Anspruch: Er zog weitere 1,5 Milliarden Euro als stille Beteiligung des Bundes.

Hellofresh wird zuversichtlicher und investiert

Der in der Pandemie stark wachsende Kochboxversender hebt seine Prognose für den Umsatz des laufenden Jahres an. Währungsbereinigt werde nun ein Umsatzwachstum zwischen 45 Prozent und 55 Prozent erwartet statt bisher 35 bis 45 Prozent. Der Umsatz für das zweite Quartal betrage 1,555 Milliarden Euro, verglichen mit 972 Millionen ein Jahr zuvor. Das bereinigte EBITDA-Ergebnis nahm gleichzeitig nur leicht auf 158 (154) Millionen Euro zu. Hellofresh kündigte den Aufbau weiterer Produktionskapazitäten an, dabei sei anfangs eine Unterauslastung und eine niedrigere Produktivität zu erwarten. Die Aktie gibt nachbörslich nach.

Rational-Aktie steigt über 1000 Euro

Die Rekordrally bei Rational hat die Papiere des Großküchenausrüsters am Donnerstag erstmals über die 1000-Euro-Marke geführt. Nach einem anfangs noch zögerlichen Start überschritten sie am Vormittag die magische Zahl, die innerhalb der drei großen DAX-Indizes einzigartig ist. Dabei reichte es den Anlegern aus, dass das Unternehmen mit seinen Halbjahreszahlen im Großen und Ganzen die zuvor schon bekannten Eckdaten erfüllte.

Analysten sahen in den Resultaten denn auch nicht viel Neues. Der RBC-Experte Sebastian Kuenne ordnete aber ein, dass der Juni der stärkste Monat in der Unternehmensgeschichte gewesen sei. Dies sei eine gute Voraussetzung für das dritte Quartal, auch wenn der Schwung wohl wieder etwas nachlassen werde.

Er wie auch seine Kollegen Peter Rothenaicher von der Baader Bank und Cansu Tatar von Warburg Research trauen der Aktie auf dem mittlerweile erreichten Niveau aber schon länger nicht mehr viel zu. Letzterer betonte in seinem Kommentar die exzellente Qualität des Geschäftsmodells, aber die anspruchsvolle Bewertung. Rothenaicher sieht diese sogar als "extrem hoch" an.

Hannover Rück bestätigt Gewinnziel

Die Hochwasserkatastrophe in Deutschland und die Vielzahl der Corona-Toten in Südafrika schlagen bei der Hannover Rück teuer zu Buche. Nach dem überraschend guten Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr zeigte sich Vorstandschef Jean-Jacques Henchoz jedoch überzeugt, dass der weltweit drittgrößte Rückversicherer in diesem Jahr wie geplant einen Gewinn von 1,15 bis 1,25 Milliarden Euro erreicht. Laut Finanzvorstand Clemens Jungsthöfel dürften die Zahlungen wegen der "erschreckend vielen" Pandemieopfer in Südafrika den Konzern jedoch noch weiter belasten.

Die Aktie legte nach der Veröffentlichung der Zahlen dennoch zu. Im zweiten Quartal lief es für den weltweit drittgrößten Rückversicherer besser als von Analysten im Schnitt erwartet. Unter dem Strich stand ein Gewinn von rund 365 Millionen Euro und damit gut dreieinhalb Mal so viel wie im coronageprägten Vorjahreszeitraum. Neben dem Schaden- und Unfallgeschäft warfen vor allem die Kapitalanlagen mehr ab.

United Internet wird ehrgeiziger

Der Internet- und Mobilfunkanbieter United Internet (GMX, Web.de, Versatel) hat nach einer regen Nachfrage in der ersten Jahreshälfte seine Umsatz- und Ergebnisprognose angehoben. Es rechnet nun für das Gesamtjahr mit Erlösen von 5,6 Milliarden Euro statt bisher 5,5 Milliarden Euro. Das Betriebsergebnis soll auf 1,25 Milliarden Euro steigen. Bisher waren 1,22 Milliarden Euro angepeilt worden.

1&1 setzt auf Hilfe aus Japan

Die United-Internet-Tochter 1&1 Drillisch will mit Hilfe des japanischen Technologiekonzerns Rakuten den Aufbau ihres Mobilfunknetzes in Deutschland stemmen. Im vierten Quartal soll der Bau beginnen. Laut der japanischen Zeitung "Nikkei" erhält Rakuten von 1&1 in den nächsten zehn Jahren dafür zwischen 1,9 und 2,3 Milliarden Euro.

LVMH-Kosmetiklinie macht Rihanna zur Milliardärin

Kosmetikprodukte haben Popstar Rihanna nach Schätzung des US-Wirtschaftsmagazins "Forbes" zur Milliardärin gemacht. Die 33-Jährige ist demnach mit 1,7 Milliarden Dollar die reichste Sängerin der Welt und die zweitreichste Entertainerin nach Oprah Winfrey. Mit 1,4 Milliarden Dollar stammt laut "Forbes" ein Großteil des Vermögens aus Rihannas Kosmetiklinie "Fenty Beauty", die sie 2017 gemeinsam mit dem französischen Luxusgüterkonzern LVMH gegründet hatte.

Tesla-Fabrik: Umweltverbände scheitern erneut

Die Umweltverbände Grüne Liga Brandenburg und Nabu, die sich gegen vorzeitige Genehmigungen zum Bau der Tesla-Fabrik in Grünheide wenden, sind erneut vor Gericht gescheitert: Eine sogenannte Anhörungsrüge lehnte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) ab. Das bestätigte der Anwalt der Umweltverbände, Thorsten Deppner.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 05. August 2021 um 09:13 Uhr.