DAX-Logo auf Anzeigetafel
Marktbericht

Konsolidierung geht weiter DAX kommt kaum vom Fleck

Stand: 24.03.2021 21:27 Uhr

Immer mehr wird der Fortgang der Corona-Pandemie zu einem Unsicherheitsfaktor an der Börse. Denn das Erholungsszenario droht sich nach hinten zu verschieben. Die Anleger halten da lieber still.

Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Anleger heute nicht ins Risiko getraut. Der DAX gab moderat um 0,4 Prozent nach und schloss bei 14.610 Punkten. Einem anziehenden Dow-Jones verdankte es der heimische Markt, dass der Index damit nahe an seinem Tageshoch schloss. Bedenken wegen der Corona-Lage sorgen derzeit dafür, dass der Aktienmarkt konsolidiert, nachdem zuletzt bei 14.804 Punkten im DAX ein Rekordhoch markiert wurde. Die Schwankungsbreite im deutschen Leitindex blieb heute überschaubar zwischen 14.523 und 14.619 Punkten.

Osterruhe fällt aus

Aufregung gab es aber trotzdem. Denn dieser Rückzieher hat auch bei Anlegern für Überraschung gesorgt: Kanzlerin Angela Merkel hat die über Ostern geplanten Ruhetage zurückgenommen und sich für die entstandene Verunsicherung entschuldigt. "Dieser Fehler ist einzig und allein mein Fehler", sagte Merkel in einem kurzen Statement nach einer überraschend anberaumten Video-Schalte mit den 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten.

Corona-Lage bleibt bedrohlich

Wirtschaftsverbände lobten den Schritt der Kanzlerin, der allerdings dem Marktgeschehen keine Flügel verleihen konnte. Im Hinterkopf der Anleger bleibt nämlich die sich verschärfende Corona-Lage sehr präsent. In 19 der 27 Mitgliedsstaaten würden steigende Fallzahlen beobachtet, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Die Lage sei besorgniserregend, auch wegen der immer stärkeren Ausbreitung von Virusvarianten. "Wenn sich die Erholung verlangsamt und nach hinten verschiebt, sind die aktuellen Bewertungen kaum zu rechtfertigen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Abzulesen ist die Anspannung auch am Rentenmarkt, wo sichere Häfen wie Bundesanleihen gefragt sind. Die Kurse deutscher Bundesanleihen sind am Mittwoch gestiegen. Die Umlaufrendite fiel von minus 0,39 Prozent am Vortag auf minus 0,41 Prozent, wie die Bundesbank in Frankfurt mitteilte.

Auch gute Konjunkturdaten halfen nicht

Auch besser als erwartete ausgefallenen Stimmungsdaten für die Eurozone halfen da nicht. Konkret signalisiert der Markit-Einkaufsmanagerindex mit 52,5 Punkten nämlich wieder Wirtschaftswachstum. "Die Stimmungswerte überraschen deutlich positiv", sagte Helaba-Experte Ralf Umlauf. Die Pandemiebeschränkungen lasteten aber weiterhin auf den Servicesektoren, während die Erholung der Industrie die wirtschaftliche Entwicklung stütze.

In den Daten sind allerdings nicht die möglichen Auswirkungen neuer Einschränkungen in der dritten Pandemiewelle enthalten. Diese könnten das Wachstum in Europa und in Deutschland abschwächen. Die Forscher des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) senken wegen der nicht abflauenden Corona-Pandemie ihre Konjunkturprognose für 2021 und rechnen nur mit einem stagnierenden Privatkonsum. Die deutsche Wirtschaft werde im laufenden Jahr um drei Prozent wachsen und 2022 um vier Prozent, so die Prognose. Im Dezember hatten die Kölner Ökonomen für 2021 noch ein Plus von vier Prozent veranschlagt.

Gewinnmitnahmen bei Volkswagen

Die meisten der 30 DAX-Werte tendierten im Minus. VW-Vorzugsaktien bauten ihre Verluste am Nachmittag weiter aus und verloren als Index-Schlusslicht über drei Prozent. Dies, nachdem sie in den vergangenen Handelstagen stark gesucht gewesen waren. Anleger nahmen Gewinne mit. Auch andere Autoaktien gaben nach. Gegen den Trend besser handelten Heidelbergcement, die als Tagessieger 2,4 Prozent zulegten.

Dow Jones kann Gewinne nicht halten

An der New Yorker Aktienbörse kam es im späten Geschäft zu Verkäufen auf breiter Front. Der Leitindex Dow Jones, der lange Zeit im Plus stand, gab seine ganzen Gewinne noch ab und schloss letztlich mit einem Mini-Minus von drei Punkten oder 0,01 Prozent bei 32.420 Punkten. Fallende Rentenrenditen stützten zunächst den Markt, zudem sorgten Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell und Finanzministerin Janet Yellen für Zuversicht. Yellen bescheinigte insbesondere dem Bankensektor eine gute Verfassung.

Nasdaq muss Federn lassen

Die Technologiebörse Nasdaq hatte es schon den ganzen Tag schwerer gehabt, trotz Avancen im Halbleitersektor ging es bergab. Der Composite-Index verlor empfindliche zwei Prozent auf 12.961 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 gab 1,7 Prozent nach auf 12.798 Zähler. Experten sprachen davon, dass die zuletzt stark gelaufenen Tech-Indizes ihrer jüngsten Entwicklung Tribut zollten.

Der breiter aufgestellte S&P-500-Index, in dem sowohl Standard- als auch Technologieaktien enthalten sind, drehte ebenfalls noch ins Minus, nachdem er lange Zeit um bis zu 0,7 Prozent im Plus gelegen hatte. Am Ende verlor der Index gut ein halbes Prozent auf 3889 Punkte. Es fehle es der Wall Street derzeit an klaren Richtungsvorgaben, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA.

Intel rutscht ins Minus

Unter den Einzelwerten fielen Intel auf, die zunächst deutlich zulegen. Der Chip-Hersteller will 20 Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Produktion stecken und in die Auftragsfertigung einsteigen, was angesichts knapper Produktionskapazitäten für Halbleiter gut an der Börse ankam. Die Aktie konnte aber, einhergehend mit dem gesamten Tech-Sektor, ihre Gewinne nicht halten und rutschte zum Handelsschluss noch rund zwei Prozent ins Minus.

Powell erwartet 2021 sehr starkes Wachstum

Im Blick der Märkte standen heute auch die Ausführungen von US-Notenbankchef Jerome Powell vor dem Bankenausschuss des US-Senats. Powell rechnet mit einem kräftigen Aufschwung im laufenden Jahr. Mit Blick auf das Wirtschaftswachstum verspreche 2021 ein "sehr, sehr starkes Jahr" zu werden, sagte er. Diese Erwartung spiegele sich auch in den jüngsten Projektionen der Währungshüter wider. Im Mittel erwarten diese, dass das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) dieses Jahr um satte 6,5 Prozent zulegen wird, womit sogar das Wachstumsziel Chinas übertroffen würde.

Die Fed bleibt ultra-expansiv

Da die Konjunkturerholung bei weitem noch nicht abgeschlossen sei, werde die Notenbank Fed die Wirtschaft aber noch so lange stützen, wie es nötig sei, bekräftigte Powell vor dem Ausschuss. Er rechne zwar mit einem Anziehen der Inflation, doch seien das voraussichtlich nur vorübergehende Effekte. Doch habe die Fed die Instrumente, um die Inflation notfalls im Zaum zu halten. Diese seien insbesondere der Leitzins und die Staatsanleihenkäufe.

Den Umfang ihrer monatlichen Wertpapierkäufe in Höhe von 120 Milliarden Dollar will die Fed gemäß ihren eigenen Zielvorgaben noch solange beibehalten, bis "substanzielle weitere Fortschritte" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität erreicht sind. Powell bestätigte mit seinen Aussagen den jüngst von der Fed festgezurrten, ultra-expansiven geldpolitischen Kurs.

Der Euro schwächelt

Am Devisenmarkt blieb der Euro auch am späten Abend bei insgesamt ruhigem Handel leicht über der Marke von 1,18 Dollar. Das ist gut ein Cent weniger als zum Wochenbeginn. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1825 (Dienstag: 1,1883) Dollar fest. Steigende Anleiherenditen in den USA sorgen für eine anhaltende Schwächung der Gemeinschaftswährung. Daran können derzeit auch die guten Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone nichts ändern. Auch die am Nachmittag veröffentlichten Makro-Daten aus Amerika bewegten den Markt wenig.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden die Konjunkturdaten allerdings von der jüngsten Entwicklung der Corona-Krise überlagert. "Solange die Impfkampagnen in Europa im Schneckentempo vorankommen und sich die Länder von Lockdown zu Lockdown hangeln, ist dem Euro kaum Aufwärtspotential zuzutrauen", kommentierte Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank die jüngste Kursentwicklung.

Uneinheitliche Konjunkturdaten

Die US-Unternehmen haben im Februar erstmals seit dem vergangenen Frühjahr wieder weniger Aufträge für langlebige Güter erhalten. Die Aufträge fielen zum Vormonat um 1,1 Prozent, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten im Schnitt einen Anstieg um 0,5 Prozent erwartet. Der Rückschlag im Februar war der erste seit dem Corona-Einbruch 2020. Zum Jahresbeginn war der Auftragseingang noch deutlich gestiegen.

Daten der Einkaufsmanager für das verarbeitende Gewerbe und die Dienstleistungen im März fielen derweil etwas wie erwartet aus. Mit 59,0 beziehungsweise 60,0 Punkten liegen beide Werte klar im Wachstumsbereich. Die Stimmung in der US-Wirtschaft bleibt also gut.

"Blockade" im Suez-Kanal lässt Ölpreis steigen

Die Ölpreise zogen nach den jüngsten Verlusten kräftig an. Der Grund: Ein Frachter ist im Suezkanal in der Nacht auf Grund gelaufen und blockiert seither die wichtige Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa. Durch den Kanal läuft ein erheblicher Teil der Energietransporte vom Mittleren Osten in Richtung Europa und den USA. Noch am Dienstag waren die Erdölpreise deutlich gefallen, auf den tiefsten Stand seit Anfang Februar.

"Die Preisunterstützung kommt dank einer Transportblockade", sagte Stephen Brennock vom Ölmakler PVM. "Dennoch wird es dem Markt wahrscheinlich schwer fallen, seinen neu gefundenen Abwärtstrend abzuschütteln." Gedeckelt wurden die Gewinne durch Nachfragesorge aufgrund der Corona-Pandemie.

E.ON mit soliden Zahlen und gutem Ausblick

Der Versorger hat im vergangenen Geschäftsjahr trotz Corona-Krise seinen Gewinn gesteigert und will auch in laufenden Jahr weiter zulegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. 2021 peilt E.ON 3,8 bis 4,0 Milliarden Euro an. Für 2020 will E.ON eine Dividende von 47 Cent je Aktie ausschütten - ein Cent mehr als zuletzt. Beobachter würdigen das Zahlenwerk als "solide" und die Gewinnaussichten als ermutigend.

Daimler E-LKW soll im zweiten Halbjahr kommen

Der Lastwagenbauer Daimler Truck hat die Planungen für den Serienstart seines ersten elektrisch betriebenen 25-Tonners für den schweren Verteilverkehr konkretisiert. Der eActros werde im zweiten Halbjahr auf den Markt kommen und solle mit einer Batterieaufladung eine "deutlich größere" Reichweite als 200 Kilometer haben, hieß es am Mittwoch.

Das Unternehmen plant abseits herkömmlich angetriebener Lkw neben dem eActros unter anderem auch einen E-Laster für die Langstrecke, der 2024 auf den Markt kommen soll. Für die parallel laufende Entwicklung von Brennstoffzellen-Antrieben für Lastwagen hat sich Daimler mit Volvo zusammengetan, hier peilt das Unternehmen einen Serienstart erster Modelle in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts an. Der Daimler-Konzern will die Truck AG noch in diesem Jahr abspalten und an die Börse bringen, um sie schneller und wendiger zu machen.

RWE investiert Milliarden in Großbritannien

Der Energiekonzern RWE hat ein milliardenschweres Windkraftprojekt vor der britischen Nordseeküste endgültig auf den Weg gebracht. Für den Windpark Sofia, das weltweit größte RWE-Projekt auf See, sei die endgültige Investitionsentscheidung gefallen, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Insgesamt werde eine Investitionssumme von rund drei Milliarden Britischen Pfund (rund 3,48 Milliarden Euro) veranschlagt.

Die Fertigstellung des Windparks erwartet RWE für das vierte Quartal 2026. Sofia wird auf der Doggerbank, 195 km vor der Nordostküste Großbritanniens, errichtet. Der Windpark soll eine Leistung von 1,4 Gigawatt haben und umgerechnet den jährlichen Strombedarf von über 1,2 Millionen britischen Haushalten decken können.

Brand bei Renesas macht Conti zu schaffen

Der Autozulieferer rechnet durch den Brand bei dem japanischen Halbleiterhersteller Renesas Electronics mit anhaltenden Engpässen bei Computerchips in diesem Jahr. Die ohnehin knappe Versorgung mit Halbleitern werde dadurch zusätzlich erschwert, teilte der DAX-Konzern aus Hannover mit. Continental bewerte derzeit das volle Ausmaß der Auswirkungen des Brandes und eines Erdbebens im Nordosten Japans auf die Lieferkette. Zu Wochenanfang hatte bereits der weltgrößte Zulieferer Bosch von einer zusätzlichen Verknappung durch das Feuer bei Renesas berichtet. Weltweit stockt wegen fehlender Halbleiter die Autoproduktion.

Kapitalerhöhung bei Siemens Heathineers

Der Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers will sich 2,3 Milliarden Euro durch eine Kapitalerhöhung beschaffen. Die neuen Aktien werden ausschließlich institutionellen Anlegern im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten, teilte die Siemens-Tochter nach Börsenschluss mit.

Mit dem Geld will Siemens Healthineers einen Teil des Kredits zurückzahlen, den ihm die Konzernmutter für den Kauf des US-Krebsspezialisten Varian bereitgestellt hatte. Weitere Aktien sollen für den Varian-Kauf nicht platziert werden, teilte Siemens Healthineers mit. Die Papiere sollen voraussichtlich ab dem 30. März handelbar und ab dem 1. Oktober gewinnberechtigt sein - Letzteres ist für die Dividende relevant. Ein Ankerinvestor habe Interesse an rund 16 bis 17 Prozent des Platzierungsvolumens signalisiert, teilte Siemens Healthineers weiter mit.

U-Boot-Auftrag für Thyssen-Krupp

Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat milliardenschwere Aufträge zum Bau von sechs U-Booten ergattert. Thyssenkrupp Marine Systems liefere vier U-Booten der Klasse 212 CD nach Norwegen, zwei U-Boote der selben Klasse habe Deutschland bestellt, teilte der Konzern am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Mit den Beschaffungsbehörden der jeweiligen Länder habe man sich auf die Rahmenbedingungen zum Kauf der Boote geeinigt.

"Der Auftrag ist der Wichtigste für Thyssenkrupp Marine Systems für das nächste Jahrzehnt und wird die Beschäftigung nicht nur in Kiel auf Jahre sichern", sagte Marine-Systems-Chef Rolf Wirtz. Mit dem Bau des ersten U-Bootes könnte bei einer Vertragsunterzeichnung im Sommer ab 2023 begonnen werden. Die Übergabe des ersten U-Bootes an Norwegen ist ab 2029 zu erwarten.

Tesla: Bezahlen mit Bitcoin

Der US-Elektroauto-Hersteller nimmt seit Mittwoch auch Zahlungen in der Kryptowährung Bitcoin beim Kauf seiner Elektroautos an. Die Option ist zunächst in den USA verfügbar und soll im Laufe des Jahres auch in anderen Ländern eingeführt werden, wie Firmenchef Elon Musk bei Twitter ankündigte. Tesla wolle die dabei eingenommenen Bitcoin-Beträge nicht in klassische Währungen umtauschen, betonte Musk. Die Bitcoin-Zahlungen bei Tesla sind umständlicher als einfach nur die Kreditkarten-Nummer einzutragen. Die Preise auf der Tesla-Website sind nach wie vor in Dollar, und der Käufer bekommt einen umgerechneten Bitcoin-Betrag, den er in einem bestimmten Zeitfenster bezahlen muss.

Auto1 will weiter wachsen

Der Online-Gebrauchtwagenhändler Auto1 rechnet im laufenden Jahr wieder mit deutlich mehr Geschäft. Nach einem Umsatzrückgang im Corona-Jahr 2020 um fast ein Fünftel auf 2,8 Milliarden Euro soll der Erlös 2021 auf 3,8 bis 4,2 Milliarden Euro anziehen. Allerdings erwartet das Unternehmen weiterhin einen Verlust. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll die Gewinnmarge 2021 zwischen minus 2,5 und minus 2 Prozent liegen und damit schwächer ausfallen als 2020. Auto1 investiert viel in Aufbau und Marketing des Endkundenportals Autohero. Unter dem Strich vergrößerte sich im vergangenen Jahr der Verlust von 121,3 auf 143,6 Millionen Euro.

Südzucker verdoppelt Ergebnis

Europas größter Zuckerkonzern Südzucker hat den Betriebsgewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr in etwa verdoppelt und damit wenigstens die zurückgeschraubten Erwartungen erfüllt. Das operative Ergebnis lag 2020/21 (per Ende Februar) bei rund 230 (Vorjahr: 116) Millionen Euro. Im Dezember hatte der Konzern die Erwartung unter dem Eindruck einer schlechten Rübenernte und der zweiten Corona-Welle auf 190 bis 240 Millionen Euro gesenkt. Der Umsatz blieb 2020/21 mit rund 6,7 Milliarden Euro stabil und traf damit ebenfalls die gesenkten Prognosen. Wie im Vorjahr will Südzucker eine Dividende von 20 Cent je Aktie zahlen.

Weniger Dividende von Rational

Nach einem Gewinnrückgang kappt der Großküchen-Hersteller Rational seine Dividende. Für 2020 sollen 4,80 Euro je Aktie ausgeschüttet werden. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen aus Landsberg am Lech die Ausschüttung nachträglich auf 5,70 von 10,70 Euro zusammengestrichen. Für 2021 ist Vorstandschef Peter Stadelmann aber verhalten optimistisch: Der Umsatz liege im ersten Quartal nur knapp zehn Prozent unter Vorjahr. Die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) liege etwa auf dem Vorjahresniveau von 16,4 Prozent, das Rational auch für 2021 zu erreichen hofft.

Hohe Verluste bei Koenig & Bauer

Der Druckmaschinen-Spezialist Koenig & Bauer ist 2020 tief in die roten Zahlen gerutscht. Netto lag der Verlust bei 103 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 52 Millionen Euro im Vorjahr. Die Dividende muss zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Grund dafür ist auch der 120 Millionen Euro schwere Corona-Überbrückungskredit der Staatsbank KfW, der Ausschüttungen verbietet. Er solle deshalb so schnell wie möglich zurückgezahlt werden, hieß es im Geschäftsbericht.

Zuckerberg macht Reformvorschläge zur Haftung von Plattformen

Die Unternehmen sollten verpflichtet werden, Erkennungssysteme für rechtswidrige Inhalte zu betreiben, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem am Mittwoch veröffentlichten Vorschlag für eine Anhörung im US-Kongress. Er bezog sich damit auf die sogenannte "Section 230". Sie bewahrt Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter bislang davor, für Veröffentlichungen ihrer Nutzer haftbar gemacht zu werden.

Die Plattformen sollten nicht pauschal von ihrer Verantwortung freigesprochen werden, erklärte Zuckerberg. Stattdessen sollten sie "verpflichtet werden nachzuweisen, dass sie über Systeme verfügen, um rechtswidrige Inhalte zu identifizieren und zu entfernen". Die Chefs von Facebook, Google und Twitter müssen am Donnerstag in einer Online-Anhörung vor dem US-Kongress Rede und Antwort stehen, bei der es um das wachsende Problem der Desinformation im Netz geht.

Gamestop enttäuscht, Aktie fällt

Der durch spektakuläre Aktienturbulenzen bekannte Videospielhändler Gamestop leidet weiter unter Geschäftseinbußen. In den drei Monaten bis Ende Januar sank der Umsatz im Jahresvergleich um drei Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (1,8 Mrd Euro), wie die Firma am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn stieg aber - nicht zuletzt dank geringerer Ausgaben - von 21,0 Millionen auf 80,5 Millionen Dollar. Zudem legten die Online-Verkäufe um 175 Prozent zu. Die Markterwartungen wurden dennoch enttäuscht, die Aktie rauscht kräftig in den Keller.

Über dieses Thema berichtete tageschau24 um 16.00 Uhr sowie Deutschlandfunk am 24. März 2021 um 07:34 Uhr.