Händler an der Frankfurter Börse
Marktbericht

Rekordhochs bei DAX und Dow Partylaune an der Börse

Stand: 10.03.2021 23:05 Uhr

Sowohl der DAX als auch der Dow Jones haben heute ihre Rally fortgesetzt und Rekordstände markiert. Die Anleger setzten ganz auf bessere Zeiten nach der Krise und deckten sich mit Aktien ein.

An der Börse haben die Börsenbullen derzeit das Ruder fest in der Hand. Der deutsche Leitindex DAX setzte heute seinen jüngsten Rekordlauf fort und legte weitere 0,7 Prozent zu auf 14.540 Punkte. Es war der höchste Schlusskurs aller Zeiten, der zudem nicht weit entfernt lag vom Rekordhoch bei 14.560 Punkten, das im Handelsverlauf erreicht worden war.

Hintergrund der Hausse ist die Hoffnung der Anleger auf einen kräftigen Wirtschaftsaufschwung nach der Überwindung der Corona-Krise. Vor allem ein sich abzeichnendes stärkeres Impftempo sorgt für viel Fantasie. Nach wie vor bestehende Risiken in der Pandemie, aber auch Zins- und Inflationsängste werden derzeit ausgeblendet.

"Der Risikoappetit der Anleger ist immer noch da", sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Mit der endgültigen Verabschiedung der zusätzlichen billionenschweren Corona-Staatshilfen in den USA und den beschleunigten Massen-Impfungen gegen den Erreger Covid-19 gebe es derzeit kaum Grund für Pessimismus.

Tagessieger Telekom

Unter den Einzelwerten ragte die im DAX schwer gewichtete T-Aktie heraus, die nach einer positiven Analystenempfehlung fünf Prozent zulegte und über die Kursmarke von 16 Euro sprang. Eine für das nicht unbedingt als Volatilitätswunder geltende Aktie ungewöhnliche Tagesentwicklung. Die Telekom profitierte konkret von der Hochstufung durch die Citibank auf "Buy" von zuvor "Hold". Das Unternehmen sei zwar in keinem Segment Marktführer, habe aber in allen Segmenten eine solide Position, urteilten die Citi-Experten.

Erneut die meisten Autoaktien, aber auch Bayer und Adidas nach Investorentreffen, legten ebenfalls überdurchschnittlich zu. Im Gegenzug mussten Infineon als Tagesverlierer Federn lassen und standen am Indexende. Bei der Deutschen Post wurden Gewinne mitgenommen. Beide Aktien waren aber zuvor gut gelaufen.

Dow Jones nicht zu bremsen

An der Wall Street hat sich das Handelsgeschehen am Nachmittag zweigeteilt. Während der Leitindex Dow Jones seine Gewinne ausbaute und im Verlauf bei 32.389 Punkten ein weiteres Rekordhoch markierte, konnte die Technologiebörse Nasdaq ihre Erholung vom Vortag nicht fortsetzen. Der Dow ging bei 32.297 Punkten aus dem Handel, ein Tagesgewinn von 1,4 Prozent. Der breiter aufgestellte S&P-500-Index beendet den Handel bei 3898 Punkten, ein Zuwachs von 0,6 Prozent.

Die Nasdaq schwächelt

An der Nasdaq ist der Trend derweil nicht so klar. Zwar haben sich die Techwerte schon am Vortag von ihrem Ausverkauf am Montag erholt, sie konnten heute aber nur phasenweise daran anknüpfen. Der Nasdaq-Composite-Index schloss letztlich bei 13.068 nahezu unverändert. Der Auswahlindex Nasdaq 100 verlor 0,3 Prozent und schloss bei 12.752 Punkten.

Über den hochkapitalisierten Tech-Aktien schwebt weiter das Damoklesschwert höherer Zinsen, so dass Anleger verstärkt in vergleichsweise zurückgebliebene Standardwerte umschichten. Diese sind wegen der sich immer stärker abzeichnenden Konjunkturerholung gefragter. Bestes Beispiel ist die Boeing-Aktie, die heute 6,4 Prozent zulegte und im Dow stärkster Wert war. Der Flugzeugbauer profitiert von steigenden Auftragszahlen. Allerdings gab es zumindest unmittelbar heute etwas Entlastung, was die Zins- und Inflationsängste betrifft.

US-Inflationszahlen beruhigen

Mit Spannung waren die neuesten amerikanischen Inflationsdaten erwartet worden, nachdem zuletzt die Rentenrenditen wegen Inflationsängsten angezogen hatten. Die Teuerung blieb im Februar im Monatsvergleich den Angaben zufolge mit 0,4 Prozent im Rahmen der Erwartungen, ebenso wie plus 1,7 Prozent auf Jahressicht. Investoren reagierten erleichtert und griffen bei US-Staatsanleihen zu. Dadurch drückten sie die Rendite der zehnjährigen T-Bonds auf plus 1,542 von zuvor 1,561 Prozent.

Der Anstieg sei mit erhöhten Energiekosten zu erklären: "Vor diesem Hintergrund sollten die Inflationssorgen zunächst nicht größer werden und die Währungshüter werden sich nicht unter Druck gesetzt fühlen, vom geldpolitisch expansiven Kurs abzurücken", sagte Ökonom Ulrich Wortberg von der Helaba.

US-Kongress verabschiedet Konjunkturprogramm

Der Kongress verabschiedete am Mittwoch das billionenschwere Corona-Hilfspaket des neuen Präsidenten Joe Biden. Das von Bidens Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus beschloss die Maßnahmen im Umfang von 1,9 Billionen Dollar (1,6 Billionen Euro) mit einer Mehrheit von 220 zu 211 Stimmen. Der Präsident will das Gesetz mit dem Namen "Amerikanischer Rettungsplan" am Freitag mit seiner Unterschrift in Kraft setzen.

Mit dem gewaltigen Rettungspaket will Biden den Kampf gegen die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Auswirkungen verstärken und in Not geratenen Bürgern und Unternehmen helfen. Vorgesehen sind unter anderem Schecks über 1400 Dollar für Millionen Bürger, was mit insgesamt mehr als 400 Milliarden Dollar zu Buche schlagen wird. 

Euro gut unterstützt

Auch am Devisenmarkt sind die US-Inflationsdaten ein Thema. Der Euro legt im Gefolge zu und wird am späten Abend bei 1,1923 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1892 (Dienstag: 1,1894) Dollar fest.

Die steigenden Zinsen an den Anleihemärkten unterstützen derzeit vor allem den amerikanischen Dollar. Ausschlaggebend für die Entwicklung ist der Wachstums- und Inflationsschub, der von dem billionenschweren Konjunkturpaket der US-Regierung erwartet wird. Finanzministerin Yellen betonte zuletzt, dass das Programm keine Inflationsgefahr berge, nachdem einige Ökonomen davor gewarnt hatten.

An den Finanzmärkten richten sich die Augen ebenso gespannt auf die Zinssitzung der EZB am Donnerstag. Zwar werden keine gravierenden geldpolitischen Weichenstellungen erwartet. Allerdings bereiten die steigenden Kapitalmarktzinsen der EZB zunehmend Kopfzerbrechen, da sie die Finanzierungsbedingungen für Verbraucher, Unternehmen und Staaten verschlechtern. Bislang hat die Notenbank vor allem verbal interveniert, jedoch ohne größere Wirkung zu erzielen.

Ölpreise ohne klare Richtung

Die Ölpreise tendierten heute volatil, aktuell lagen sie leicht im Plus. Am Montag hatten Konjunkturhoffnungen die Notierungen auf ein Spitzenniveau getrieben, das sie aber nicht halten konnten. Die Nordseesorte Brent bleibt damit unter 70 Dollar je Fass.

Grundsätzlich befinden sich die Ölpreise jedoch auf erhöhtem Niveau. Von ihrem herben Einbruch in der ersten Welle der Corona-Pandemie haben sie sich klar erholt. Auftrieb kommt von der Aussicht auf eine stärkere wirtschaftliche Entwicklung, die mit einer Öffnung der Wirtschaft infolge zunehmender Corona-Impfungen verbunden wird. Auf der Angebotsseite hält der Produktionsverbund Opec+ die Förderung knapp.

Bitcoin zieht an

Der Bitcoin visierte bei zwischenzeitlichen Kursen über 57.000 Dollar sein bei etwas über 58.000 Dollar liegendes Rekordhoch an. Im späten Geschäft steht der Kurs etwas tiefer bei 56.000 Dollar. Gestützt wird der Kryptomarkt durch die gestiegene Risikobereitschaft der Anleger am Aktienmarkt. Eine Feinunze Gold wird 0,5 Prozent höher gehandelt bei 1724 Dollar.

Adidas überzeugt die Anleger

Nach anfänglichen Verlusten schlossen Adidas-Aktien klar 2,7 Prozent im Plus. Der Sportartikelhersteller will den Umsatz- und Gewinneinbruch des vergangenen Jahres 2021 hinter sich lassen. Der Umsatz soll 2021 um 15 bis 19 Prozent zulegen, nachdem er wegen geschlossener Geschäfte 2020 währungsbereinigt um 14 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro zurückgegangen war. Der Nettogewinn soll sich auf 1,25 bis 1,45 Milliarden Euro mindestens verdreifachen.

2020 war der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft um 78 Prozent auf 429 Millionen (2019: 1,92 Milliarden) Euro eingebrochen. Finanzchef Harm Ohlmeyer sieht derweil gute Chancen auf einen Verkauf der schwächelnden US-Tochter Reebok. Es gebe "gewaltiges Interesse" an der Marke, sagte der Manager.

Bayer-Ziele gefallen

Bayer hat heute einen Investorentag abgehalten. Die mittelfristigen Ziele des Pharma- und Agrarchemiekonzerns sind dabei bei den Anlegern gut angekommen. Experten rechnen mit steigenden Gewinnerwartungen am Markt. Die Aktien der Leverkusener schoben sich mit einem Plus von 2,6 Prozent ebenfalls auf einen der vorderen Plätze im DAX.

Mit dem Anstieg vom Mittwoch machten die Papiere auch den Kursrutsch von Ende Februar weitgehend wett. Da hatte der Ausblick für das laufende Jahr die Anleger vergrätzt. So stellte Konzernchef Werner Baumann für das bereinigte Ergebnis je Aktie währungsbereinigt einen Wert von etwa 6,10 bis 6,30 Euro in Aussicht - nach einem bereinigten Gewinn je Aktie von 6,39 Euro im Jahr 2020.

Bis 2024 soll das bereinigte Ergebnis je Aktie nun auf Basis konstanter Wechselkurse auf 7,00 und 7,50 Euro wachsen, wie die Leverkusener an diesem Mittwoch im Rahmen ihres Kapitalmarkttages mitteilten. Rückenwind sollen dabei alle drei Sparten liefern: das Agrargeschäft, das Pharmageschäft und das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten. Beim Umsatz kalkuliert Baumann für 2024 mit Erlösen von 43 bis 45 Milliarden Euro nach 41,4 Milliarden Euro 2020.

Verzögerungen im Glyphosat-Streit

Eine mögliche Lösung für die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten des Bayer-Konzerns in den USA lässt derweil länger auf sich warten als gedacht. Eine ursprünglich für Ende März angesetzte Anhörung vor dem zuständigen Bundesrichter Vince Chhabria wurde auf den 12. Mai verschoben, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch bestätigte

VW verliert Chefstrategen

Der VW-Konzern verliert Unternehmenskreisen zufolge seinen Chefstrategen. Michael Jost, der zuletzt für die Produktstrategie des Konzerns verantwortlich war und als einer der Antreiber für die Elektro-Offensive des Wolfsburger Autobauers galt, habe sein Ausscheiden angekündigt, heißt es in Medienberichten. Jost habe den Schritt am Dienstag dem Vorstand mitgeteilt und am Abend sein Team darüber informiert. Als sein Nachfolger sei Gernot Döllner im Gespräch, der bislang bei Porsche die Baureihe Panamera leitet.

Traton für das laufende Jahr optimistisch

Die Volkswagen-Nutzfahrzeugtochter Traton sagt für das laufende Jahr ein kräftiges Plus bei Absatz und Erlösen voraus. Die Auftragslage habe sich zuletzt deutlich verbessert, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss mit. Die operative Gewinnmarge dürfte zwischen fünf und sechs Prozent liegen.

"Wir blicken optimistisch auf das Jahr 2021 und erwarten einen starken Absatzanstieg und einen erheblich steigenden Umsatz", sagte Traton-Chef Matthias Gründler. Im Vorkrisenjahr 2019 hatte Traton noch eine Gewinnmarge von sieben Prozent erreicht.

Traton hatte 2020 die Pandemie deutlich zu spüren bekommen; der Umsatz sank um 16 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro, der bereinigte Betriebsgewinn brach auf 135 Millionen Euro ein. Unter dem Strich stand ein Verlust von 124 Millionen Euro. Dennoch sollen die Aktionäre eine Dividende von 25 Cent je Aktie erhalten.

KlöCo will in die Gewinnzone

Der Stahlhändler Klöckner & Co. peilt im neuen Geschäftsjahr eine Rückkehr in die Gewinnzone an und will dann auch eine Dividende zahlen. "Wir sind für das Gesamtjahr sehr optimistisch", so Vorstandschef Gisbert Rühl am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Absatz und Umsatz würden wohl deutlich über dem Vorjahresniveau liegen und auch die Preise würden weiter steigen. Auch unter dem Strich erwarte das Unternehmen einen deutlichen Gewinn. KlöCo wolle dann auch wieder eine Dividende zahlen.

Brenntag hält sich gut

Der Chemikalienhändler Brenntag hat 2020 dank eines starken Schlussquartals nicht so stark unter der Corona-Krise gelitten wie von Experten befürchtet. Der Umsatz fiel im vergangenen Jahr um acht Prozent auf rund 11,8 Milliarden Euro, wie das MDAX-Unternehmen am Morgen in Essen mitteilte. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) zog dagegen um sechs Prozent auf 1,06 Milliarden Euro an. Unter dem Strich ging der Gewinn leicht auf 466,5 Millionen Euro zurück. Die Dividende soll trotzdem um zehn Cent auf 1,35 Euro erhöht werden.

Eurowings erwartet sprunghaften Buchungsanstieg, Airplus soll verkauft werden

Die Lufthansa-Billigtochter Eurowings stellt sich nach dem Geschäftseinbruch durch die Corona-Pandemie auf kräftige Zuwächse in den nächsten Monaten ein. "Ich sehe einen sprunghaften Anstieg der Buchungen, der uns jetzt für den Frühsommer und Sommer ins Haus steht", sagte Eurowings-Chef Jens Bischof am Mittwoch in einer Videokonferenz anlässlich der Tourismusmesse ITB, die in diesem Jahr nur online stattfindet. Zu Ostern will er das Flugangebot im Vergleich zu jetzt mehr als verdoppeln. In der heißen Jahreszeit will die Airline voraussichtlich wieder 80 ihrer noch 100 Flugzeuge in die Luft bringen.

Die Lufthansa könnte derweil den Verkauf ihrer Kreditkartentochter Airplus nach Informationen von Insidern im Sommer in Angriff nehmen. Der Finanzdienstleister für Reisekostenmanagement solle zum Verkauf gestellt werden, sobald sich die Flugbuchungen erholten, erklärten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen. Der Verkaufserlös werde auf eine Milliarde Euro taxiert.

Kaum Leerstand bei LEG

Steigende Mieten, ein geringerer Leerstand und Zukäufe ließen den Gewinn beim Wohnungskonzern LEG 2020 steigen. Das operative Ergebnis (FFO I) legte um 12,3 Prozent auf 383,2 Millionen Euro zu. Die Aktionäre sollen für 2020 eine Dividende von 3,78 Euro je Aktie erhalten - eine Steigerung von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seine Prognose für 2021 bekräftigte der Konzern: In Abhängigkeit der weiteren Entwicklung der Corona-Auswirkungen erwartet der Vorstand das operative Ergebnis in einer Spanne von 410 bis 420 Millionen Euro.

Inditex leidet unter Lockdown

Die Zara-Mutter Inditex hat in der Pandemie einen Gewinneinbruch verbucht, der höher ausfiel als erwartet. Das Nettoergebnis sank um 70 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Analysten hatten mit einem Plus von 1,3 Milliarden gerechnet. Der Umsatz des spanischen Modekonzerns ging um 28 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zurück. Der um 77 Prozent gestiegene Online-Handel bremste die Einbußen im stationären Handel, der in der Corona-Krise durch Ladenschließungen und Kontaktbeschränkungen geprägt war.

Pirelli will 2021 zulegen

Der italienische Reifenhersteller und Continental-Konkurrent Pirelli will nach einem von der Corona-Pandemie geplagtem Jahr nun wieder zulegen und profitabler werden. Für 2021 rechne das Management mit einer Umsatzsteigerung um rund neun bis knapp 12 Prozent auf 4,7 bis 4,8 Milliarden Euro, teilte der Konzern am Mittwochabend in Mailand mit. Dabei sollen etwa 14 bis 15 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn übrig bleiben - 2020 lag dieser Wert noch bei 11,6 Prozent. Dabei soll der Mittelzufluss stark auf 300 bis 340 Millionen Euro steigen.

Pirelli hofft dabei vor allem darauf, dass sich der weltweite Reifenmarkt im laufenden Jahr erholt und rechnet mit einem Wachstum im hohen einstelligen Prozentbereich. Im Schlussquartal 2020 steigerte Pirelli seinen Umsatz aus eigener Kraft um 1,7 Prozent auf 1,21 Milliarden Euro.

Roblox-Börsengang ein voller Erfolg

Die Online-Videospielplattform Roblox hat sich in der Pandemie zum virtuellen Tummelplatz für Kinder entwickelt, nun mischt sie beim Börsengang die Wall Street auf. Das Unternehmen aus dem kalifornischen San Mateo listete seine Aktien am Mittwoch an der New York Stock Exchange und stieß dabei auf starkes Anlegerinteresse. Der Einstandskurs lag mit 64,5 Dollar rund 43 Prozent über dem zuvor festgesetzten Referenzpreis. Roblox erreichte damit eine beachtliche Gesamtbewertung von über 35 Milliarden Dollar (29,4 Mrd Euro).

Cloud-Geschäft hilft Oracle

Eine starke Nachfrage nach Cloud-Diensten in der Corona-Krise hat dem US-Softwarekonzern Oracle im abgelaufenen Quartal einen Gewinn- und Umsatzzuwachs beschert. Der Überschuss erhöhte sich auf 5,02 Milliarden Dollar von 2,57 Milliarden Dollar im selben Vorjahreszeitraum, wie der SAP-Konkurrent nach US-Börsenschluss mitteilte. Die Erlöse kletterten im dritten Geschäftsquartal per 28. Februar auf 10,09 Milliarden Dollar von 9,8 Milliarden Dollar.

Damit übertraf das Unternehmen die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten von 10,07 Milliarden Dollar. Der Trend zum Home-Office in der Corona-Krise erhöht weltweit den Bedarf an Software, die in der Datenwolke verfügbar ist und damit flexibel einsetzbar. Die Oracle-Aktie fällt nachbörslich trotzdem zurück.

Warren Buffetts Vermögen übersteigt den Wert von 100 Milliarden Dollar

Das Vermögen der US-Investorenlegende Warren Buffett hat die Marke von 100 Milliarden Dollar erreicht. Grund ist größtenteils der Anstieg des Aktienkurses seiner Investmentholding Berkshire Hathaway auf neue Rekordhöhen. Buffetts besitzt ein Sechstel an dem Unternehmen. Laut der Liste des "Forbes"-Magazins ist der 90-jährige Buffett der fünfreichste Mensch der Welt.

An erster Stelle steht Amazon-Chef Jeff Bezos, auf Platz zwei liegt Tesla-Chef Elon Musk. Auf Platz drei und vier folgen Bernard Arnault und seine Familie vom Luxusgüterkonzern LVMH sowie Microsoft-Gründer Bill Gates. Berkshire Hathaway ist an etwa 90 Firmen unterschiedlichster Branchen beteiligt. Buffett steht seit 1965 an der Spitze von Berkshire Hathaway und hat das Unternehmen mit zahlreichen renditeträchtigen Investments zu einem der weltgrößten Anleger aufgebaut.

US-Regierung will 100 Millionen Impfdosen von Johnson & Johnson

Die USA wollen sich weitere 100 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson sichern. Präsident Joe Biden werde die entsprechenden Verantwortlichen seiner Regierung anweisen, die zusätzlichen Dosen zu beschaffen, sagte der ranghohe Corona-Berater im Weißen Haus, Andy Slavitt, am Mittwoch bei einem Briefing.

Johnson & Johnson hat der US-Regierung im Rahmen eines ersten Vertrags die Lieferung von 100 Millionen Dosen des Impfstoffs vor Ende des ersten Halbjahres zugesagt. Der Impfstoff entfaltet seine volle Wirkung schon nach Verabreichung einer Dosis und muss - anders als die übrigen genutzten Impfstoffe - nicht zweimal gespritzt werden. In den USA werden sonst bisher nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna gespritzt. Die im Leitindex Dow Jones enthaltene Johnson-Aktie legte über ein Prozent zu.

Apple: Eine Milliarde für Deutschland

Der iPhone-Hersteller baut weiter auf den Standort Deutschland. Apple will in den nächsten drei Jahren mehr als eine Milliarde Euro in Deutschland investieren. Zum einen werde der Standort in München erweitert und zum anderen weitere Gelder in Forschung und Entwicklung gesteckt, kündigte der US-Konzern an, der seit 1981 in München ansässig ist. In der bayerischen Hauptstadt soll nun das Europäische Zentrum für Chip-Design entstehen und Hunderte neue Mitarbeiter eingestellt werden. Unter anderem solle dort zu neuen Möglichkeiten in der 5G-Technologie geforscht werden, kündigte Firmenchef Tim Cook an.

GE macht Kasse

General Electric-Chef Larry Culp treibt den Umbau des US-Mischkonzerns weiter voran. Die Amerikaner trennen sich von ihrem Jet-Leasinggeschäft Gecas und legen es mit dem irischen Konkurrenten AerCap zusammen. Der Deal soll General Electric (GE) mehr als 30 Milliarden US-Dollar einbringen, die der Konzern in den Abbau seines hohen Schuldenbergs stecken will, wie die Industrie-Ikone am Mittwoch in Boston mitteilte. Durch den Zusammenschluss machen zwei der weltgrößten Flugzeugfinanzierer künftig gemeinsame Sache.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. März 2021 um 17:00 Uhr.