Broker handeln an der New Yorker Börse | picture alliance/dpa/AP
Marktbericht

US-Aktienmarkt im Aufwind Nur ein Strohfeuer an der Wall Street?

Stand: 05.10.2021 22:18 Uhr

An der Wall Street wurden die Verluste des Vortages in einer Gegenbewegung fast wieder wett gemacht. An eine Trendwende will aber niemand so recht glauben. Vielmehr bleibt das Umfeld voller Risiken.

Die New Yorker Börse hat im Handelsverlauf ihre Gewinne ausgebaut und höher geschlossen. Alle großen Indizes lagen im Plus und holten die Verluste des Vortages damit zum größten Teil wieder auf. Der Leitindex Dow Jones blieb dabei mit einem Aufschlag von 0,92 Prozent ebenso deutlich im Plus wie die anderen großen Indizes und wieder klar über der Marke von 34.000 Punkten. Der Schlussstand lag bei 34.314 Punkten.

Aber es waren vor allem Technologieaktien, die nach den jüngsten Verlusten die Gegenbewegung anführten. Die Nasdaq legte 1,25 Prozent zu auf 14.433 Punkte. Der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 1,40 Prozent auf 14.674 Zähler. Der marktbreite S&P-500-Index legte rund ein Prozent zu auf 4343 Punkte.

Weiter viel Skepsis

Die Argumente für die Verkäufe zum Wochenauftakt seien nicht sehr überzeugend gewesen, sagte Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA. Daher werteten Investoren den Rücksetzer als Chance. Allerdings wollten sie sich derzeit nicht längerfristig engagieren. Daher müsse jederzeit mit raschen Umschichtungen aus Sektoren, die überbewertet erschienen, in Branchen, die als unterbewertet betrachtet würden, gerechnet werden. Insgesamt bleibe der Markt angeschlagen, hieß es weiter aus Händlerkreisen.

Zudem, so schrieb Analyst Edward Moya vom Broker Oanda, bestünden die Unsicherheiten rund um die Zahlungsschwierigkeiten des chinesischen Immobiliengiganten Evergrande fort und der Streit um die Schuldenobergrenze zwischen Demokraten und Republikanern werde wohl noch einige Wochen andauern.

Auch Facebook erholt sich

Nach ihrem Kursrutsch am Vortag gewannen Facebook-Anteile 2,06 Prozent. Während beim Social-Media-Unternehmen und seinen Töchtern WhatsApp und Instagram nach dem rund sechsstündigen Ausfall zu Wochenbeginn die Systeme wieder laufen, stand der Konzern an diesem Handelstag wegen der Befragung einer früheren Mitarbeiterin und Whistleblowerin vor dem US-Senat im Fokus.

Gestern waren neben der Plattform des Online-Netzwerks auch die zum Facebook-Konzern gehörenden Dienste WhatsApp und Instagram ausgefallen. Die Facebook-Aktie hatte am Montag an der Wall Street mit einem Minus von knapp fünf Prozent geschlossen. Der Fehler ist mittlerweile behoben.

ISM-Index überrascht positiv

Fundamentaler Rückenwind für die US-Märkte kam am Nachmittag vom ISM-Index. Die Stimmung im Dienstleistungssektor der USA hat sich im September überraschend aufgehellt. Der Einkaufsmanagerindex des Institute for Supply Management (ISM) stieg im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 61,9 Punkte, wie das Institut am Dienstag in Tempe mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Rückgang auf 59,9 Punkte gerechnet.

Im August hatte der Indikator noch nachgegeben, nachdem er im Juli mit 64,1 ein Rekordhoch erreicht hatte. Mit einem Wert von deutlich mehr als 50 Punkten signalisiert der Indikator weiterhin ein kräftiges Wirtschaftswachstum an. Über dieser Wachstumsgrenze liegt der Indikator schon seit 16 Monaten. Das ISM begründete den jüngsten Anstieg mit nachlassenden Corona-Sorgen. Die Bürger würden wieder mehr reisen und ausgeben.

Yellen warnt vor Zahlungsausfall und Rezession

Mit Spannung und Sorge blicken die US-Börsen zudem auf den andauernden Haushaltsstreit in Washington. Ein Zahlungsausfall der US-Regierung würde nach Ansicht von Finanzministerin Janet Yellen zu einer "Rezession" führen. Falls der Kongress die Schuldenobergrenze nicht rechtzeitig anheben oder aussetzen sollte, drohten "katastrophale" Folgen, warnte Yellen heute im TV-Sender CNBC. Das Verhalten im Kongress gefährde die Erholung der US-Wirtschaft von der Corona-Krise und sei "unverantwortlich", sagte Yellen.

Das Finanzministerium hat gewarnt, den USA könnte ab dem 18. Oktober das Geld ausgehen. Ein Zahlungsausfall würde das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit der weltgrößten Volkswirtschaft beschädigen, was eine Finanzkrise und wirtschaftliche Verwerfungen auslösen könnte. Die beiden Parteien im Kongress weisen sich im Streit um die Anhebung der Obergrenze gegenseitig die Schuld zu.

DAX macht Boden gut

Mit Unterstützung der Wall Street haben die Anleger nach drei Verlusttagen in Folge auch hierzulande wieder etwas mehr Mut gefasst. Der DAX weitete seine Gewinne im Handelsverlauf aus und schloss bei 15.194 Punkten um 1,05 Prozent höher. Das Tageshoch lag dabei bei 15.202 Zählern. Charttechnisch hat sich die Lage damit etwas entspannt, nachdem zuletzt die Unterstützungsmarke bei 15.000 Punkten immer wieder attackiert worden war.

Die zuletzt arg gerupften Börsenbullen blicken nun vermehrt in die USA, wo in der kommenden Woche die Berichtssaison beginnt, die ebenfalls für Kaufsignale sorgen könnte. Viele Investoren hoffen, dass sich in die Bilanzen der Unternehmen die Aussicht auf eine stabile Konjunkturerholung hineinlesen lässt.

"Sie erwarten Firmenbilanzen über Erwartungen, da die meisten Unternehmen in den vergangenen Monaten unter den geringsten Beschränkungen seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie arbeiten konnten", sagte Kunal Sawhney, Chef des Research-Hauses Kalkine.

Aufwärts mit Bauchschmerzen

Trotz der Pluszeichen heute blase den Marktteilnehmern allerdings ein rauer Wind ins Gesicht, sagt hingegen Christian Henke, Analyst vom Brokerhaus IG. "Die steigende Inflation schürt die Ängste vor einem baldigen Eingreifen der US-Notenbank. Eine baldige Zinserhöhung wird zunehmend wahrscheinlicher." Zusätzlich belaste der anziehende Ölpreis die Märkte.

Evergrande, Brent und WTI geben zu denken

"Das schwarze Gold heizt die jüngsten Preissteigerungen an", so Henke weiter. Die Ölallianz Opec+ hatte gestern mitgeteilt, dass sie ihre Tagesproduktion trotz der Knappheit am Weltmarkt im November nur um die bereits geplante Menge anheben werde. Als Reaktion darauf waren die Ölpreise in Richtung Mehrjahreshochs gestiegen und legen auch heute weiter zu.

"Der Ölmarkt dürfte auch nach der beschlossenen Produktionserhöhung im vierten Quartal ein beträchtliches Angebotsdefizit aufweisen, da die Ölnachfrage deutlich stärker ist als erwartet", kommentierte Commerzbank-Volkswirt Carsten Fritsch. So hätten auch die hohen Gaspreise zu einer höheren ölbasierten Stromproduktion geführt. An der New Yorker Börse gehörten Ölaktien zu den größten Gewinnern.

Der Terminkontrakt auf europäisches Erdgas legte fast 26 Prozent zu und war mit 121,46 Euro je Megwattstunde so teuer wie noch nie. Die russischen Lieferungen lägen derzeit mit 120 Gigawattstunden täglich deutlich unter dem Wert von 540 Gigawattstunden Ende September, sagte Analyst Xun Peng vom Datenanbieter Refinitiv

Aber auch die Schieflage des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande mache es den Finanzmärkten nicht einfach. Wenn es nur Evergrande wäre: Die Krise der chinesischen Immobilienunternehmen zieht weitere Kreise. Nachdem Evergrande einige Anleihen nicht bedienen konnte, ließ nun auch der kleinere Rivale Fantasia Holdings eine Frist für Zinszahlungen verstreichen. Zudem stuften Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Immobilienentwicklers Sinic zurück und warnten vor Zahlungsausfällen. Einige Experten halten eine Kettenreaktion an den Märkten mit gravierenden Folgen für nicht ausgeschlossen.

Erzeugerpreise steigen mit Rekordtempo

Aus der Eurozone kamen heute ebenfalls frische Konjunkturdaten, die auf eine weiter anziehende Inflation hindeuten. Die Erzeugerpreise legten im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 13,4 Prozent zu, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Das ist die höchste Rate seit Beginn der Währungsunion im Jahr 1999. Die Erzeugerpreise messen den Preisdruck auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Unternehmen erfassen. Die Entwicklung fließt teilweise in die Verbraucherpreise ein, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet.

Auch auf Verbraucherebene hatte sich die Teuerung zuletzt verstärkt. Mit 3,4 Prozent liegt die Inflationsrate für September deutlich über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von zwei Prozent. Der Euro gibt im US-Handel leicht nach auf 1,1595 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1602 (Montag: 1,1636) US-Dollar fest

Rückenwind für den Bitcoin

Der Bitcoin legte rund drei Prozent zu auf knapp 51.000 Dollar. Für Rückenwind sorgten weiterhin Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell aus der vergangenen Woche, Kryptowährungen zwar regulieren, aber nicht verbieten zu wollen.

Lagarde mahnt erneut zur Ruhe

Die derzeit hohe Inflation setzt die EZB laut deren Präsidentin Christine Lagarde derweil nicht unter Handlungsdruck. Zwar seien steigende Energiepreise und Störungen der Lieferketten zu beobachten, sagte sie am Dienstag laut Redetext auf einer Veranstaltung der Wirtschaftsinitiative FrankfurtRhein.

Doch seien diese Störungen weitgehend vorübergehender Natur: "Wir sollten nicht bei Materialengpässen und steigenden Energiepreisen überreagieren, da unsere Geldpolitik diese Phänomene nicht direkt beeinflussen kann", fügte sie hinzu und blieb damit ihrer bisherigen Linie treu.

T-Aktie fällt nachbörslich - Softbank verkauft

Der japanische Technologieinvestor Softbank trennt sich Kreisen zufolge bereits nach kurzer Zeit wieder von fast der Hälfte seines Anteils an der Deutschen Telekom. Die Japaner verkauften aktuell rund 90 Millionen Anteile, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf ihr vorliegende Unterlagen.

Nach dem Bekanntwerden der Neuigkeiten sackte der Aktienkurs der Telekom auf der Handelsplattform Tradegate um zwei Prozent ab, nachdem er im Xetra-Handel noch 1,17 Prozent gestiegen war. Softbank hatte erst vor einem Monat 225 Millionen Telekom-Aktien von den Bonnern erhalten. Dafür reduzierten die Japaner ihren Anteil an T-Mobile US, so dass die Deutsche Telekom ihren T-Mobile-US-Anteil aufstocken konnten. Softbank war durch die Transaktion mit einem Anteil von 4,5 Prozent zum zweitgrößten Aktionär nach dem deutschen Staat aufgestiegen.

Bayer investiert in Verhütungsmittel

Der Pharmariese Bayer plant Investitionen von mehr als 400 Millionen Euro für neue Produktionskapazitäten zur Herstellung von Verhütungsmitteln. In Alajuela in Costa Rica soll ein neuer Produktionsstandort gebaut werden, im finnischen Turku sollen die Kapazitäten mit den Mitteln erweitert werden, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern mitteilte. Beide Standorte sollen Hormonimplantate und Hormonspiralen zur Empfängnisverhütung herstellen. Bayer will damit sein Ziel erreichen, bis 2030 100 Millionen Frauen in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen den Zugang zu modernen Verhütungsmitteln zu ermöglichen.

Infineon will mehr investieren

Der Halbleiterhersteller Infineon will mitten in der Chip-Krise seine Investitionen ausbauen. Um die Wachstumschancen zu nutzen, würden die Investitionen im gerade angelaufenen Geschäftsjahr auf ein Niveau von rund 2,4 Milliarden Euro deutlich angehoben, teilte das Münchener Unternehmen mit. Erst kürzlich hat Infineon ein neues Werk im österreichischen Villach eröffnet. Zugleich bestätigte der DAX-Konzern seinen Ausblick für das im September abgelaufene Geschäftsjahr und stellte für das neue Geschäftsjahr ein Umsatzplus im mittleren Zehn-Prozent-Bereich in Aussicht.

TUI: Buchungen normalisieren sich

Der neue Deutschland-Chef des Reisekonzerns TUI, Stefan Baumert, sieht eine zunehmende Normalisierung bei Reisebuchungen, vor allem bei der Nachfrage nach Wintersportreisen. "Die Nachfrage ist quasi wie früher. Über Weihnachten und Silvester ist es an den beliebten Zielen jetzt schon eng", sagte Baumert der Funke Mediengruppe. Im Winter 2020/21 sei dieses Segment wegen der Corona-Pandemie fast komplett ausgefallen.

Für den Konzern, der in der Pandemie mit Staatshilfe gerettet werden musste, sei das Geschäft in diesem Sommer dank der erfolgreichen Impfkampagnen wieder gut angelaufen. "Alle Zeichen gehen in Richtung Normalisierung. Unsere Kundinnen und Kunden haben nach den monatelangen Corona-Einschränkungen einen hohen Nachholbedarf."

Zalando startet Reparaturservice

Europas größter Online-Modehändler Zalando will die Lebensdauer von Kleidung mit Hilfe eines Reparaturservices verlängern. Das Angebot werde am 11. Oktober in Berlin starten und später auch nach Düsseldorf kommen, kündigte der DAX-Konzern an. Zalando hat sich zum Ziel gesetzt, die Kreislaufwirtschaft stärker auch in der Mode zu verankern.

Bis 2023 will das Unternehmen, das inzwischen mehr als 40 Millionen Kunden zählt, rund ein Fünftel seines Bruttowarenvolumens (GMV) mit nachhaltigeren Produkten erwirtschaften. Im vergangenen Jahr waren es mehr als 16 Prozent, was einem GMV von mehr als 1,7 Milliarden Euro entspricht.

Conti warnt vor Chipmangel

Deutschlands zweitgrößter Autozulieferer Continental stemmt sich gegen die verschärfte Chip-Krise. Das Problem dürfte so bald nicht vorbei sein, schätzt Vorstandschef Nikolai Setzer. "Wir sehen, dass sich diese Effekte wohl noch weiter bis in das Jahr 2022 ziehen werden", sagte er. "Viele Marktbeobachter gehen davon aus, dass erst ab 2023, wenn höhere Kapazitäten bei den Chipherstellern verfügbar sind, eine deutliche Besserung eintritt."

Die Autobauer selbst suchen ebenfalls weiter händeringend nach Elektronikteilen. Opel etwa muss seine Produktion in Eisenach über mehrere Monate aussetzen, VW fährt wochenweise Kurzarbeit, BMW warnt vor anhaltenden Folgen des Mangels. Der Pkw-Hersteller Mercedes-Benz hat derweil bestätigt, dass wegen der Chipkrise mitunter nicht alle Fahrzeuge mit der kompletten technischen Ausstattung ausgeliefert werden können. Betroffene Kunden könnten in solchen Fällen ihr bestelltes Auto mit einer reduzierten Ausstattung zu einem günstigeren Preis bekommen, sagte eine Sprecherin des Mercedes-Benz Vertriebs. Auch Daimler Trucks zeigte sich besorgt und will wegen des Chipmangels und gestiegener Materialkosten die Preise erhöhen.

Rational weiter unter Druck

Die Aktien des Profiküchenausrüsters Rational haben ihre Abwärtsbewegung seit Ende August am Dienstag fortgesetzt und den tiefsten Stand seit Juni erreicht. Zuletzt notierten die Papiere 4,8 Prozent tiefer bei 747 Euro und bildeten damit das Schlusslicht im MDAX.

Börsianer verwiesen auf eine negativ interpretierte Analystenstudie der kanadischen Bank RBC. Wegen Lieferproblemen stehe bei Rational ein Fragezeichen hinter tausenden Ofen-Auslieferungen, schrieb Analyst Sebastian Kuenne. Er kürzte seine Umsatzerwartungen für das zweite Halbjahr sowie für 2022 und reduzierte das Kursziel von 550 auf 540 Euro.

Bei Shop Apotheke läuft es nach Plan

Der Online-Arzneimittelhändler Shop Apotheke sieht sich nach neun Monaten auf Kurs zu den Jahreszielen. So stieg der Umsatz anhand vorläufiger Berechnungen um 9,8 Prozent auf 772 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in Venlo mitteilte. Die Kapazitätsengpässe infolge des Umzugs in ein neues Logistikzentrum hätten dabei noch bis Mitte September angehalten, hieß es.

Dank eines zweistelligen Zuwachses gegen Ende des Quartals habe das Unternehmen das dritte Quartal mit einem leichten Umsatzminus von 0,3 Prozent auf 238 Millionen Euro abschließen können. Die Zahl aktiver Kunden legte seit Jahresbeginn um eine Million auf 7,3 Millionen zu.

Synlab erhöht die Prognose

Der Laborspezialist Synlab erhöht dank überraschend starker Sars-CoV-2-Testaktivitäten von Juli bis September seinen Ausblick auf das laufende Jahr. Der Umsatz dürfte 2021 bei 3,5 Milliarden Euro liegen, teilte das SDax-Unternehmen am Dienstagabend in München mit. Im Vergleich zum Vorjahr stelle dies ein Gesamtwachstum von 34 Prozent dar, heiß es. Zuvor war Synlab von 3,2 bis 3,3 Milliarden Euro ausgegangen und damit von einem Wachstum zwischen 22 und 25 Prozent.

Die bereinigte Ebitda-Marge wird laut Synlab bei etwa 30 Prozent erwartet. Dies führe zu einem bereinigten Ebitda (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von mehr als einer Milliarde Euro. Bisher hatte Synlab damit gerechnet, dass das Ebitda 925 Millionen Euro übersteigen wird, nach 679 Millionen im Vorjahr. Die Neuigkeiten kamen am Aktienmarkt gut an. Der Kurs des Synlab-Papiers legte auf der Handelsplattform Tradegate im Vergleich zum Xetra-Schlussstand zu.

BVB sammelt Geld ein

Der Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat bei seinen Aktionären 86,5 Millionen Euro frisches Kapital eingesammelt. Die Bezugsrechte seien für 91,6 Prozent der 18,4 Millionen neuen Aktien ausgeübt worden, teilte der BVB mit. Die restlichen Papiere seien direkt an einen kleinen Kreis von Investoren gegangen. Borussia wollte mit der Kapitalerhöhung die finanziellen Einbußen aufgrund der Zuschauer-Beschränkungen in der Corona-Pandemie ausgleichen; künftig dürfen aber wieder bis zu 67.000 Fans ins 81.000 Zuschauer fassende Dortmunder Stadion. Die neuen Aktien kosteten 4,70 Euro. Die begleitenden Banken hatten dem BVB den Erlös garantiert.

Pepsico immer zuversichtlicher

Der US-Getränke- und Snackhersteller Pepsico zeigt sich nach kräftigen Zuwächsen im dritten Quartal noch optimistischer für das Gesamtjahr. Das Unternehmen profitiert von einer regen Nachfrage nach Erfrischungsgetränken und Snacks. Der Umsatz soll 2021 aus eigener Kraft um acht Prozent zulegen, wie der Rivale von Coca-Cola am Dienstag in Purchase mitteilte. Dabei sind Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert. Beim um Sonder- und Wechselkurseffekte bereinigten Gewinn je Aktie peilt Pepsico nun einen Anstieg von mindestens elf Prozent an. Zuletzt war das Unternehmen von einem Umsatzplus von sechs Prozent und einem Zuwachs beim bereinigten Gewinn je Aktie um elf Prozent ausgegangen.

Wie integer sind Fed-Notenbanker?

Auch abseits von der Geldpolitik sorgt die US-Notenbank Fed derzeit für Aufmerksamkeit: Die amerikanische Senatorin Elizabeth Warren hat die US-Börsenaufsicht SEC aufgefordert, die Handelsaktivitäten von hochrangigen Notenbankern zu untersuchen. In einem Brief an die SEC nannte die Demokratin Warren auch Fed-Vize Richard Clarida, der Medienberichten zufolge im Februar 2020 von Anleihen auf Aktien umschichtete. Gutes Timing: Clarida passte demnach sein Portfolio einen Tag vor einer wichtigen Ankündigung von Fed-Chef Jerome Powell an.

Ein Fed-Sprecher teilte mit, dass die amerikanische Notenbank bereits Gespräche mit ihrer internen Aufsicht über die Einleitung einer unabhängigen Untersuchung der Finanzaktivitäten der Notenbanker führe.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 05. Oktober 2021 um 09:00 Uhr in der BörseLive.