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Marktbericht

Robuste Quartalsberichte US-Börsen im Vorwärtsgang

Stand: 19.10.2021 22:56 Uhr

Die Wall Street steht weiter im Zeichen einer robusten Berichtssaison der Unternehmen. Alte Index-Höchststände kommen damit wieder in Reichweite. Auch der DAX legte zu und stabilisierte sich.

Mit überwiegend positiv aufgenommenen Quartalsergebnissen im Rücken haben alle großen US-Aktienindizes heute zugelegt. Auch der Leitindex Dow Jones, der gestern mit den Technologieaktien nicht mithalten konnte, zeigte sich erholt. Er schloss bei 35.457 Zählern um 0,56 Prozent höher.

Die Techwerte knüpften derweil an ihre jüngste Rally an und legten erneut stärker zu als der Leitindex. Der Nasdaq Composite-Index rückte um 0,71 Prozent auf 15.129 Punkte vor, der Auswahlindex Nasdaq 100 um 0,72 Prozent auf 15.410 Stellen. Bis zu den alten Rekordständen der Indizes sind es damit keine zwei Prozent mehr.

S&P wittert Höhenluft

Der marktbreite S&P-500-Index endete bei 4519 Punkten um 0,74 Prozent höher. "Sollten wir eine weitere Woche mit soliden Ergebnissen bekommen, könnte dies S&P 500-Optimisten genügend Zuversicht geben, den Index über sein bisheriges Rekordhoch zu treiben", sagte Analyst Lukman Otunuga vom Online-Broker FXTM. Anfang September hatte der US-Index 4545,85 Punkte erreicht.

Ergebnisse über Erwartrungen

Mit Indexschwergewicht Johnson & Johnson sowie dem Versicherer Travelers haben heute zwei Mitglieder aus dem Dow ihre Bücher geöffnet. Auch der Tabakkonzern Philip Morris sowie der Konsumgüterriese Procter & Gamble legten Quartalszahlen vor, die alle über den Erwartungen der Analysten lagen.

Der Konzern habe respektable Resultate im dritten Quartal erzielt, lobte RBC-Analyst Mark Dwelle die Travelers-Zahlen. Die Kursreaktionen fielen allerdings gemischt aus, vor allem Procter-Aktien gaben nach.

Netflix übertrifft die eigenen Erwartungen

Dank Serien-Hits wie "Money Heist", "Sex Education" und "Squid Game" hat der Streaming-Marktführer Netflix Quartal die weltweite Anzahl der Abonnenten um 4,4 Millionen auf insgesamt knapp 214 Millionen gesteigert, wie das Unternehmen am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf Netflix die eigene Prognose von 3,5 Millionen neuen Kunden klar.

Auch die Finanzergebnisse konnten sich sehen lassen. Der Nettogewinn stieg in den drei Monaten bis Ende September verglichen mit dem Vorjahreswert um über 80 Prozent auf 1,45 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro). Die Erlöse wuchsen um 16 Prozent auf 7,5 Milliarden Dollar.

Nachdem die Pandemie die Produktion und das Nutzerwachstum in den Vorquartalen lahmgelegt hatte, verspricht Netflix zum Jahresende sein bislang stärkstes Angebot an Filmen und Serien. Der Streamingriese geht im Ausblick im Schlussquartal von rund 8,5 Millionen neuen Kunden aus. Die Erwartungen waren im Vorfeld hoch gewesen, die Aktie legte nachbörslich leicht zu.

DAX-Anleger tasten sich vor

Der DAX ist am Dienstag mit moderaten Gewinnen von 0,27 Prozent aus dem Handel gegangen. Der Index überwand bei einem Schlussstand von 15.515 Zählern zudem wieder die Marke von 15.500 Punkten. Er bewegte sich dabei in einer überschaubaren Bandbreite zwischen 15.457 bis 15.521 Punkten. Der MDAX der mittelgroßen Börsenunternehmen stieg um 0,58 Prozent auf 34.590 Punkte.

Nach zögerlichem Beginn kamen am Nachmittag doch noch Impulse aus New York, wo die Berichtssaison der Unternehmen recht vielversprechend weiterging. Es ist das derzeit wohl stärkste Argument der Börsenoptimisten, denn eine gute Gewinndyamik der Unternehmen entkräftete bisher so manchen Unkenruf.

Münchener Rück trotz den Launen der Natur

Aber nicht nur aus den USA kommen derzeit gute Nachrichten aus dem Unternehmenssektor, auch DAX-Mitglied Münchener Rück überraschte heute positiv. Denn trotz milliardenhoher Schäden aus Naturkatastrophen hat sich die Münchener Rück in den schwarzen Zahlen gehalten und auch noch ihre Prognose bekräftigt.

Insbesondere wegen eines hohen Ergebnisses aus Kapitalanlagen erzielte der weltgrößte Rückversicherer im dritten Quartal einen Gewinn von rund 400 Millionen Euro, wie der DAX-Konzern am Dienstag auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Analysten hatten nach Angaben des Konzerns im Schnitt mit einem Verlust von zehn Millionen Euro gerechnet.

Für das Gesamtjahr 2021 gehe die Münchener Rück unverändert von einen Gewinn von 2,8 Milliarden Euro aus. In den ersten neun Monaten hat sie bereits 2,1 Milliarden eingefahren. Die endgültigen Quartalsergebnisse sollen am 9. November präsentiert werden. Die Münchener-Rück-Aktie zog 2,57 Prozent an und gehörte im DAX zu den größten Gewinnern.

Bedenken bleiben

Trotzdem herrscht am heimischen Markt weiter viel Skepsis. Stichworte sind zum Teil massive Lieferkettenprobleme, Inflationsängste wegen der steigenden Energiepreises sowie der bevorstehende Wechsel des Zinsregimes in den USA, mit dem in Kürze zu rechnen ist. Auch wenn diese Sorgen derzeit in den Hintergrund treten, vom Tisch sind sie nicht.

"Mit steigenden Zinsen und einer anziehenden Inflation sind die Tage der Kursrallys vorüber", sagte Volkswirt Thomas Mathews vom Research-Haus Capital Economics. Er rechne dank ermutigender Firmenbilanzen zwar mit weiteren Kursgewinnen, diese dürften aber eher gering ausfallen, weil Anleger bereits viel Vorschuss-Lorbeeren verteilt hätten.

EZB verteilt Beruhigungspillen

Der Skepsis entgegen stehen allerdings vermehrt Aussagen von EZB-Ratsmitgliedern, die anders als in den USA an einer Beibehaltung der Nullzinspolitik der Bank keinen Zweifel lassen. Der französische Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau betonte, er sehe keinen Grund für die Europäische Zentralbank, 2022 die geldpolitischen Zügel zu straffen. Doch bleibe die EZB mit Blick auf die Inflation "sehr wachsam."

Bereits zu Wochenbeginn hatte sein italienischer Kollege Ignazio Visco erklärt, Erwartungen an den Märkten über eine Zinserhöhung Ende 2022 stünden nicht im Einklang mit dem geldpolitischen Ausblick der EZB, im Fachjargon Forward Guidance genannt.

Auch der Chefvolkswirt der EZB, Philip Lane, bestätigte am Dienstag diese Auffassung. Die Märkte hätten die Forward Guidance offenbar "nicht völlig aufgenommen", sagte der Ire am Dienstag bei einem Online-Auftritt.

Bitcoin steigt Richtung Rekord

Unterdessen hat der Handel des ersten börsennotierten US-Fonds (ETF) auf den Bitcoin begonnen. Der unter dem Namen BITO gehandelte ETF legte bei insgesamt ruhigem Hnadel gut 1,3 Prozent zu.

Der börsengehandelte ETF bildet jedoch nicht den Bitcoin selbst ab, sondern Terminkontrakte auf die Kryptowährung. "Für ETFs auf Basis von Kassakursen dürfte es indes noch zu früh sein", schrieb Bitcoin-Experte Timo Emden von Emden Research. Dennoch sei die Lancierung des ETF ein wichtiges Signal an die Branche

Weitere Anbieter stünden mit ihren Produkten bereits in den Startlöchern, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. "Dies öffnet das Tor für Billionen Dollar potenzieller Investitionen in diesen Sektor."

Vor diesem Hintergrund legte der Kurs von Bitcoin wie schon zuletzt weiter zu und stieg im vor allem im späten Geschäft auf fast 64.000 Dollar. Das Rekordhoch aus dem April bei fast 65.000 Rekordhoch ist also auch bei der führenden Kryptowährung greifbar.

Euro-Gewinne bröckeln

Der Euro stiegt im Verlauf bis auf 1,1669 Dollar, gab dann aber einen Teil der Avancen wieder ab. Aktuell handelt er im US-Handel bei 1,1633 Dollar gut 0,2 Prozent höher. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1655 (Montag: 1,1604) Dollar fest.

Der US-Dollar wurde zuletzt von enttäuschenden Konjunkturdaten belastet. Der Dollar war bereits am Montag nach enttäuschenden US-Industriedaten unter Druck geraten. Die Industrieproduktion war im September überraschend gesunken.

Am Dienstag kamen schwache Daten aus der US-Bauwirtschaft hinzu. Während die Zahl der neu begonnenen Wohnungsbauten im September überraschend gefallen ist, ging die Zahl der Baugenehmigungen stärker als von Analysten erwartet zurück.

Ölpreise legen wieder zu

Die Ölpreise haben am Dienstag zugelegt. Sie nehmen damit wieder Kurs auf mehrjährige Höchststände. Die Nordseesorte Brent und die US-Leichtölsorte WTI steigen zwischen 1,4 und 1,7 Prozent.

Zum Wochenstart hatten enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA die Ölpreise im Handelsverlauf belastet, nachdem zuvor mehrjährige Höchststände erreicht worden waren. Als Ursache wurde auf die US-Industrieproduktion verwiesen, die im September überraschend gesunken war.

Experten erwarten in den kommenden Handelstagen eher weiter steigenden Ölpreise. Am Markt bleibt die Sorge vor einem zu niedrigen Angebot vor den Wintermonaten ein bestimmendes Thema. Darüber hinaus sorgt auch die Förderpolitik des Ölverbunds Opec+ für eine weiter angespannte Lage am Ölmarkt.

"Die vereinbarte Produktionserhöhung um 400 000 Barrel pro Tag jeden Monat reicht derzeit nicht aus, die Lücke zwischen Nachfrage und Angebot zu schließen", kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

Im Sog der steigenden Ölpreise sind vor allem auch die Gaspreise kräftig gestiegen. Die Preisentwicklung im Energiesektor gilt als Haupttreiber höherer Inflationsraten.

Goldpreis hängt unter 1800 Dollar fest

Trotz Kursgewinnen von rund 0,3 Prozent bleibt der Goldpreis unter der Marke von 1800 Dollar. Ein allmähliches Umschwenken der Notenbanken hin zu einer restriktiveren Geldpolitik und darauf folgend ein steigendes Kapitalmarktzinsniveau belaste die Preise des Edelmetalls, meint Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. 

Deutsche Börse auf Wachstumskurs

Die Deutsche Börse hat im dritten Quartal unter anderem von den Turbulenzen am Strommarkt profitiert. Zudem zahlten sich zuletzt getätigte Übernahmen weiter aus. Die Nettoerlöse seien in den Monaten Juli bis September im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent auf 838 Millionen Euro gestiegen, teilte das DAX-Unternehmen nach Börsebschlkuss mit.

Der Anstieg geht vor allem auf das mit Zukäufen ausgebaute Geschäft außerhalb der volatilen Aktienmärkte zurück. Zudem führte der Preisanstieg für Gas und Strom zu hohen Handelsvolumen an der Strombörse EEX. Damit konnte der Konzern das stagnierende Geschäft im Aktienhandel und mit der Absicherung von Risiken kompensieren.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte im dritten Quartal um ein Viertel auf knapp 500 Millionen Euro. Die Erlöse und das operative Ergebnis fielen damit im Großen und Ganzen aus wie von Experten erwartet. Zudem bestätigte der Konzern erwartungsgemäß seine Prognosen für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele.

Bayer bestätigt Jahresausblick

Der Leverkusener Pharma- und Agrarchemiekonzern sieht keinen Einfluss von Hurrikan Ida auf sein Jahresgeschäft. Auch ein fünfwöchiger Stillstand in der Hauptproduktionsstätte von Glyphosat in Louisiana in Folge von Ida werde keinen nennenswerten Effekt auf den Umsatz haben, sagte Liam Condon, Leiter der Bayer-Agrarsparte. Steigende Preise bei Pflanzenschutzmitteln würden sich ebenfalls wenig auswirken, da viele Landwirte feste Rotationen beim Anbau von Mais und Soja hätten.

Delivery Hero beteiligt sich an Gorillas

Der DAX-Konzern Delivery Hero ist beim Lieferdienst-Start-up Gorillas eingestiegen. Für 235 Millionen US-Dollar (200 Millionen Euro) sei in einer Finanzierungsrunde ein Minderheitsanteil an dem Berliner Unternehmen erworben worde. Damit hält die Lieferplattform nun acht Prozent an Gorillas. Insgesamt konnte Gorillas laut Mitteilung von der Investorengruppe, zu der auch der chinesische Technologiekonzern Tencent gehört, eine Milliarde US-Dollar einsammeln.

Porsche SE gibt PTV-Mehrheit ab

Beim Softwareentwickler PTV Group steigt der britische Finanzinvestor Bridgepoint Advisers Limited ein. Er übernimmt von der Porsche SE 60 Prozent der Anteile an dem Unternehmen, das Software zur Verkehrsplanung entwickelt, wie die VW Dachgesellschaft am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Die Porsche SE behalte 40 Prozent der Anteile. Zur Höhe des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht.

Eon bietet wieder private Gastarife an

Nach rund einwöchiger Unterbrechung bietet der Energieversorger Eon wieder deutschlandweit Gaslieferverträge für Neukunden an - allerdings zu höheren Preisen als noch vor wenigen Wochen. "Bei unserer Preisgestaltung können wir uns - wie viele andere Anbieter auch - den aktuellen Marktbedingungen nicht entziehen. So bezahlt ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Verbrauch von 18.000 kWh im Jahr rund 170 Euro netto monatlich für Erdgas", berichtete ein Unternehmenssprecher.

Siemens-Beteiligung Fluence soll vier Milliarden Dollar wert sein

Der Börsengang des US-Energiespeicher-Unternehmens Fluence Energy an die Technologiebörse Nasdaq soll bis zu 744 Millionen Dollar einbringen. Die Siemens-Beteiligung will 31 Millionen Aktien zu einem Preis von je 21 bis 24 Dollar verkaufen, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Börsenprospekt hervorgeht.

Damit würde Fluence an der Börse mit fast vier Milliarden Dollar bewertet. Die neuen Aktionäre sollen nach der Emission durchgerechnet bis zu 20,8 Prozent der Fluence-Anteile halten, Siemens und der US-Versorger AES behalten aber 91 Prozent der Stimmrechte.

Fluence war im Januar 2018 als Gemeinschaftsunternehmen von AES und Siemens gegründet worden. Anfang des Jahres stieg der Staatsfonds von Katar (QIA) ein. Siemens hält wie AES bisher 43 Prozent der Anteile.

Fluence entwickelt und produziert riesige Lithium-Ionen-Batterien zur Speicherung von Energie. Solche Energiespeicher seien der Dreh- und Angelpunkt eines CO2-freien Stromnetzes, das auf erneuerbare Energiequellen wie Wind und Sonne angewiesen ist, hatte Fluence-Chef Manuel Perez Dubuc beim Einstieg von QIA gesagt.

Kering steigert die Umsätze im dritten Quartal

Eine rege Nachfrage vor allem aus Nordamerika hat dem französischen Luxusgüterunternehmen Kering im abgelaufenen Quartal höhere Umsätze beschert. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum stieg der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 12,2 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro, wie der im Eurostoxx 50 notierte Konzern am Dienstag nach Börsenschluss in Paris mitteilte.

Zwar konnte die mit Abstand wichtigste Marke Gucci ihren Erlös auf vergleichbarer Basis um 3,8 Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro steigern. Analysten hatten allerdings mit deutlich mehr gerechnet. Einen Ausblick traute sich der Konzern mit Marken wie Alexander McQueen oder Balenciaga erneut nicht.

Google stellt erstes Handy vor

Der Internetkonzern hat über seine Tochter Google neue Handys mit den Namen Pixel 6 und Pixel 6 Pro vorgestellt. Sie sind die ersten Mobiltelefone des US-Konzerns mit einem selbst entwickelten Chip, der Tensor genannt wird. Google wirbt zudem mit einer besseren Kamera. Der deutschen Website zufolge soll der Pixel 6 649 Euro kosten und der Pixel 6 Pro 899 Euro.

Neues von Apple

Apple hat zwei neue Hochleistungs-Chipsysteme angekündigt, mit denen der Konzern seine Abkehr von Intel-Prozessoren beschleunigen will. Die in einem Videostream vorgestellten M1 Pro und M1 Max sind stark verbesserte Versionen des M1-Chips, den Apple vor einem Jahr vorgestellt hatte. Sie bilden künftig das Herzstück der neuen MacBook-Pro-Modelle.

Apple stellte auch eine neue Generation seiner drahtlosen Kopfhörer AirPods vor, die jetzt mit den meisten Funktionen der teuren AirPods Pro ausgestattet werden. Gleichzeitig startete das Unternehmen einen Angriff auf den Streaming-Marktführer Spotify mit einem neuen Apple-Music-Tarif für 4,99 Euro pro Monat, der nur über Siri funktioniert.

SEC entlastet Leerverkäufer in GameStop-Bericht

Im Bericht zu den Kurskapriolen bei den Aktien des Videospielhändlers GameStop hat die US-Börsenaufsicht (SEC) Leerverkäufer (short seller) entlastet. Die Leerverkäufe seien nicht der Hauptgrund für den Anstieg der sogenannten Meme-Aktie gewesen. Die Ursache sei eher eine positive Stimmung für das Unternehmen gewesen. Leerverkäufer leihen sich Aktien, um diese zu verkaufen. Sie wetten darauf, dass sie sich bis zum Rückgabe-Termin billiger mit den Papieren eindecken können. Die Differenz ist der Gewinn. Insgesamt hätten die US-Märkte während der Kursturbulenzen bei GameStop im Januar gut funktioniert, schreibt die SEC weiter.

Anfang des Jahres hatten sich Börsianern zufolge Kleinanleger bei der Online-Plattform Reddit zu konzertierten Käufen von GameStop-Aktien verabredet, um Hedgefonds zur Auflösung ihrer Wetten auf einen Kursverfall zu zwingen.

Software-Aktie kommt unter die Räder

Die Aktien von Software AG standen am Dienstag nach einem enttäuschenden Ausblick für das wichtige Digitalgeschäft mit Integrationssoftware schwer unter Druck. Sie fielen bis zum Handelsschluss um rund elf Prozent auf 36,80 Euro. Damit waren sie das klare Schlusslicht im MDAX der mittelgroßen Werte.

Software AG kann zwar weiter auf die Stärke der angestammten Datenbanksparte setzen und hob für diese die Jahresziele an. Dagegen lässt das wichtige Digitalgeschäft mit Integrationssoftware immer noch zu wünschen übrig, weshalb das Unternehmen für diesen Bereich überraschend die Ziele senkte. Da gerade dieses Digitalgeschäft der Hoffnungsträger fürs Wachstum sei, reagierten die Anleger negativ, sagte Analyst Knut Woller von der Baader Bank. Gleichzeitig sei die angestammte Datenbanksparte aber robuster als allgemein gedacht und auch der optimistischere Margenausblick sei positiv.

Preiserhöhungen bei Danone

Der Lebensmittelkonzern Danone ist nach eigener Darstellung in Sorge wegen explodierender Kosten. Was zunächst mit höheren Preisen für Rohstoffe begonnen habe, habe sich zuletzt durch weitreichende Einschränkungen bei der Lieferkette verstärkt, sagte Finanzvorstand Jürgen Esser. Das Unternehmen will nun mit Preiserhöhungen und Produktivitätssteigerungen gegensteuern. Viele Konzerne klagen neben Problemen bei der Rohstoffbeschaffung auch über massiv gestiegene Logistikkosten. Im dritten Quartal steigerte Danone seine Umsätze um 5,8 Prozent auf knapp 6,2 Milliarden Euro.

Ericsson-Umsatz sinkt

Der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson ringt mit Problemen in China. Zudem drückten im dritten Quartal wie bei vielen anderen Konzernen Probleme in der Lieferkette auf den Umsatz. Der Erlös ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um zwei Prozent auf 56,3 Milliarden Schwedische Kronen (5,6 Milliarden Euro) zurück. Der um Kosten für den Konzernumbau bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei um ein Prozent auf 8,8 Milliarden Kronen gesunken.

Xiaomi wird bald Autobauer

Der chinesische Smartphone-Hersteller will 2024 die Massenfertigung von Autos aufnehmen. Das gab Firmenchef Lei Jun vor Investoren bekannt. Die Gründung einer E-Auto-Sparte hatte das Unternehmen in diesem Jahr bekanntgegeben.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 19. Oktober 2021 um 22:13 Uhr in der Börse.