Wall Street New York
Marktbericht

Die Luft ist raus Wall Street im Abwärtssog

Stand: 27.01.2021 22:53 Uhr

Vor Bekanntgabe wichtiger Geschäftszahlen aus dem Technologiesektor haben sich die US-Anleger vom Markt zurückgezogen. Zuvor hatte schon der DAX kräftig Federn lassen müssen.

Lange haben die Investoren an der Wall Street mit großer Spannung auf neue Quartalszahlen aus dem hochbewerteten Technologiesektor gewartet und dabei im Vorfeld kräftig Vorschusslorbeeren verteilt. Vor den heute nach Börsenschluss anstehenden Geschäftszahlen von Apple, Facebook und Tesla, haben sie dann aber kräftig Kasse gemacht.

Der Leitindex Dow Jones, der schon am Vortag kaum mehr vom Fleck gekommen war, sackte ebenso wie die anderen großen Aktienindizes in New York deutlich ab. Am Ende eines schwachen Handelstages verlor der Dow 2,05 Prozent und ging bei 30.303 Punkten aus dem Handel. Auch der breiter aufgestellte S&P-500-Index gab deutlich um 2,6 Prozent nach.

Die Technologiebörse Nasdaq legte ebenfalls den Rückwärtsgang ein. Der Composite-Index sank um 2,6 Prozent, der Auswahlindex Nasdaq 100 um 2,8 Prozent auf 13.112 Punkte.

Angst vor der eigenen Courage?

Fast scheint es, als ob die hohen Bewertungen im Technologiesektor dann vielen doch zu gefährlich waren. Allen voran beim Platzhirsch Apple, dessen Aktie nahe ihres Rekordhochs bei 145,09 Dollar steht, was einer Börsenbewertung von 2,3 Billionen Dollar entspricht.

Die hochbewerteten Technologieaktien haben unter der Führung des Kultkonzerns den jüngsten Börsenboom maßgeblich angeschoben. Die Apple-Aktie ging vor den Zahlen bei 142,06 Dollar aus dem regulären Handel, ein Tagesverlust von 0,77 Prozent. Auch Facebook und der E-Autobauer Tesla, der wie ein Techwert bewertet wird, lagen im regulären Handel etwas schwächer im Markt.

Fed lässt Zinsen unverändert

Aber es gab noch eine weiteren Grund für die Anleger, heute in die Warteposition zu gehen. Die Notenbank Federal Reserve hat am Abend ihre erste Zinssitzung des neuen Jahres beendet.

Erwartungsgemäß hat die Bank am Abend ihre ultralockere Geldpolitik bestätigt und den Leitzins nicht angetastet. Dieser bleibt damit in der Spanne von 0,00 bis 0,25 Prozent. Zugleich wollen die Währungshüter das Tempo ihrer monatlichen Wertpapierkäufe von 120 Milliarden Dollar zur Stabilisierung der Wirtschaft beibehalten. Weitere Lockerungsmaßnahmen wurden allerdings nicht beschlossen, so dass die Börse kaum reagierte. Der Beschluss war in dieser Form erwartet worden.

Ein Herunterfahren komme demnach erst bei "substanziellen weiteren Fortschritten" auf dem Weg zu Vollbeschäftigung und Preisstabilität in Frage, ließ die Fed verlauten. Die Corona-Krise laste aber weiter auf der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt und berge beträchtliche Risiken für den Konjunkturausblick, so die Fed weiter. In den vergangenen Monaten habe sich das Tempo der wirtschaftlichen Erholung bereits verlangsamt.

Powell etwas zuversichtlicher

Insbesondere der Jobmarkt ist trotz der mittlerweile angelaufenen Impfkampagne mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 6,7 Prozent weit von Vollbeschäftigung entfernt. Fed-Chef Powell hatte jüngst erklärt, es sei noch ein langer Weg bis zur Vollbeschäftigung und der Debatte über ein vorzeitiges Abschmelzen der Wertpapierkäufe der Fed eine Absage erteilt.

US-Notenbankchef Jerome Powell | REUTERS

US-Notenbankchef Jerome Powell wirbt für ein neues Hilfspaket. Bild: REUTERS

In seiner Pressekonferenz am Abend gab sich der Fed-Chef aber etwas zuversichtlicher für die weitere Entwicklung der Wirtschaft. Man dürfe die Herausforderungen der Corona-Krise zwar nicht unterschätzen, allerdings deuteten mehrere Entwicklungen auf einen günstigeren Konjunkturausblick im späteren Jahresverlauf hin.

Powell nannte die Aussicht auf flächendeckende Impfungen gegen das Coronavirus als einen Grund. Impfungen würden ein etwas "normaleres" Wirtschaftsleben erlauben. Zudem habe sich die Wirtschaft in der Krise robuster erwiesen als erwartet. Er äußerte sich auch zuversichtlich zur Zusammenarbeit mit der neuen Finanzministerin Janet Yellen, die selbst von 2014 bis 2018 Fed-Chefin gewesen war.

Der Tanz auf dem Vulkan

Aber die Debatte um die Rückkehr zu einer wieder normaleren Geldpolitik ist trotzdem bereits eröffnet und sie hat das Zeug dazu, für Unruhe zu sorgen. Denn es geht darum, wie man den Märkten eine solche Normalisierung kommuniziert, ohne diese dabei zu verunsichern. Die Diskussion über ein im Fachjargon als "Tapering" bekanntes Zurückfahren der Wertpapierkäufe hatte der Chef des Fed-Bezirks Atlanta, Raphael Bostic, angestoßen.

Dieser hofft, dass das Kaufprogramm bei einer erfolgreichen Impfkampagne "in recht kurzer Zeit" neu justiert werden kann. Der neue US-Präsident Joe Biden hat das Ziel ausgegeben, 100 Millionen Impfungen in 100 Tagen zu verabreichen.

Im Grunde wirke der Abgang von Donald Trump aus dem Weißen Haus für die US-Wirtschaft wie eine Zinssenkung, meint Ökonom Friedrich Heinemann vom ZEW. "Die Fed muss nicht länger die Kastanien aus dem Feuer holen und könnte bald sogar anfangen, den Ausstieg aus ihrer extrem expansiven Politik vorzubereiten."

DAX schlägt weiter Kapriolen

Anleger müssen derweil am deutschen Aktienmarkt starke Nerven haben. Der Leitindex DAX setzte seinen volatilen Trend auch am Mittwoch fort und gab 1,8 Prozent ab auf 13.620 Punkte. Schon am Montag gab es Verluste in ähnlicher Größenordnung, gestern wurden diese dann aber wieder komplett aufgeholt.

Die Investoren blickten nach Amerika, wo am Abend nach Börsenschluss mit den Technologiegrößen Apple, Tesla und Facebook drei Branchenschwergewichte ihre Quartalszahlen vorlegen. Zudem stand der Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve auf der Agenda. Im Vorfeld dieser wichtigen Ereignisse hielten sich die Anleger zurück, hieß es aus Händlerkreisen.

Impfsorgen werden größer

Aber der Markt blickt auch zunehmend sorgenvoll auf den schleppenden Fortgang der Corona-Impfungen hierzulande, gleichzeitig wächst die Sorge vor gefährlichen Virusmutationen, die deutlich ansteckender sind als das bisherige Virus. Damit steigt die Angst vor einer Verlängerung des Lockdowns und einer Verzögerung der wirtschaftlichen Erholung.

Die Probleme beim Impfstoff-Nachschub drängten die oft positiven Firmenbilanzen in den Hintergrund, sagte Anlagestratege Sebastien Galy von der Vermögensverwaltung der Nordea Bank. Außerdem sei kurzfristig eher mit einer weiteren Verschärfung der Beschränkungen statt mit einer Lockerung zu rechnen, gab Analyst David Madden vom Online-Broker CMC Markets zu Bedenken.

Dollar kaum bewegt nach Zinsentscheid

Im späten Handel wird der Euro nach dem Zinsentscheid der Fed gegen den Dollar weiter bei 1,2102 Dollar gehandelt und damit kaum verändert. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2114 (Dienstag: 1,2143) US-Dollar fest. Fakt ist, die Gemeinschaftswährung schwächelt derzeit, nicht nur gegen den Dollar.

Für Belastung sorgten Aussagen von EZB-Ratsmitglied Klaas Knot. In einem Interview mit dem Fernsehsender Bloomberg TV machte der Gouverneur der Notenbank der Niederlande deutlich, dass die EZB über Instrumente verfüge, die man falls notwendig gegen einen zu starken Kursanstieg des Euro einsetzen könnte. Der Euro steigt schon seit längerem tendenziell an. So hatte er im Frühjahr des Vorjahres noch rund zehn Cent niedriger notiert.

Die schnellere Einführung des Impfstoffs gegen das Coronavirus in Großbritannien als in der EU sorgte für Rückenwind beim Pfund Sterling. Die Währung stieg gegen Euro und Dollar auf ein Mehrmonatshoch. "Der Euro wird eindeutig durch die anhaltenden Sorgen über die Geschwindigkeit der Einführung des Impfstoffs und die Versorgung untergraben", sagte Geoffrey Yu, Stratege beim Finanzdienstleister BNY Mellon.

Ölpreise geben Gewinne wieder ab

In den USA sind die landesweiten Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche deutlich gefallen. Die Vorräte sanken um 9,9 Millionen Barrel auf 476,7 Millionen Barrel, wie das US-Energieministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Analysten hatten hingegen mit einem Anstieg um 1,5 Millionen Barrel gerechnet. Die Ölpreise zogen daraufhin an geben bis zum Abend die Gewinne aber wieder ab.

BMW überrascht mit starkem Schlussquartal

Ein unerwartet kräftiger Endspurt hat dem Autobauer BMW 2020 zu deutlich höheren Einnahmen im Kerngeschäft verholfen. Vor allem in China sei das Geschäft des DAX-Konzerns besser gelaufen als erwartet, teilte BMW am Mittwochabend in München mit. Der operative Mittelzufluss (Free Cash-flow) stieg im vergangenen Jahr auf 3,4 (2019: 2,6) Milliarden Euro.

Allein im vierten Quartal habe die Kennzahl bei 2,8 (1,5) Milliarden Euro gelegen und damit fast dreimal so hoch wie die Erwartungen der Analysten von rund einer Milliarde Euro. Der Cash-flow rückt bei den Experten zunehmend in den Fokus, weil er sich mit Bilanzpolitik kaum beeinflussen lässt. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte zuletzt im Reuters-Interview, er blicke trotz der Corona-Einschränkungen zuversichtlich auf das laufende Geschäftsjahr. Die vollständigen Geschäftszahlen für das Jahr 2020 wollen die Münchner am 17. März veröffentlichen.

SAP will Kunden stärker in die Cloud bringen

Der Softwareriese SAP will den bisher schleppenden Wechsel seiner Kunden in die Cloud und zum Flaggschiffprodukt S4/Hana mit einem neuen Rundum-Angebot ankurbeln. "Wir bündeln alles, was Unternehmen benötigen, um eine ganzheitliche Transformation des Geschäfts zu erreichen", sagte Firmenchef Christian Klein zu Journalisten vor einer SAP-Veranstaltung.

Bisher gestaltet sich bei SAP-Kunden der Wechsel zu Cloud-basierter Software zögerlich. Sie kritisierten immer wieder, dass die Transformation sehr aufwendig und mit hohen Kosten verbunden ist. Wenn SAP die eigenen Ziele - nämlich Cloud-Erlöse von mehr als 22 Milliarden Euro in 2025 - erreichen will, muss das Unternehmen das Tempo hochschrauben. Im vergangenen Jahr lagen sie bei knapp 8,1 Milliarden Euro.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass SAP den Berliner Softwarespezialisten Signavio übernimmt. Ein Preis wurde nicht genannt. Signavio hat eine Plattform im Angebot, mit der Unternehmen ihre Geschäftsprozesse analysieren können.

Produktionsaufälle bei Daimler wegen Chipmangels

Der Autobauer Daimler geht von einigen Wochen Produktionsausfällen wegen des derzeitigen Mangels an Halbleitern in drei Mercedes-Pkw-Werken aus. Demnach hat das Kompaktwagenwerk Rastatt deshalb für drei Wochen Kurzarbeit beantragt ab 17. Januar, wie der Autobauer am Mittwoch mitteilte. Am Standort Kecskemet in Ungarn werde die Produktion voraussichtlich für rund anderthalb Wochen ausgesetzt sein, noch bis 30. Januar. Das Werk Bremen habe für die erste Februarwoche Kurzarbeit beantragt.

Die Produktion bei vielen Autobauern weltweit kommt derzeit ins Stocken, weil als Folge der Corona-Pandemie die Halbleiter-Produzenten nicht genug elektronische Bauteile liefern. Daimler wolle die Auswirkungen des Bauteilemangels minimieren.

VW muss in den USA erneut bangen

Am deutschen Aktienmarkt steht heute die VW-Aktie im Fokus. Der Autobauer und der Zulieferer Bosch versuchen, eine Entscheidung eines US-Berufungsgerichts zu kippen, die Strafen in Milliardenhöhe nach sich ziehen könnte. Die beiden Unternehmen beantragten beim Obersten Gerichtshof der USA eine Aufhebung des Urteils, das zwei Landkreisen in Utah und in Florida zugesteht, Forderungen im Zusammenhang mit dem Dieselgate-Skandal zu erheben.

Sanofi will ab Sommer Biontech/Pfizer-Impfstoff liefern

Der französische Pharmakonzern Sanofi will ab Sommer 2021 mehr als 125 Millionen Dosen des Pfizer-Biontech-Impfstoffs für die Europäische Union liefern. Dazu wird Sanofi dem Mainzer Unternehmen Biontech Zugang zu seiner Produktionsinfrastruktur gewähren. Ziel sei es, "Fertigungsschritte der späten Phase" zu übernehmen, um die Lieferung des Covid-19-Impfstoffs zu unterstützen.

Hugo Boss und Software AG gefragt

Im MDAX sind Papiere von Hugo Boss gefragt. Ermutigende Signale vom französischen Luxuskonzern LVMH sorgen hier für ein Plus von über elf Prozent. Das LVMH-Management zeigte sich am Vorabend "vorsichtig zuversichtlich" für 2021 und hofft auf eine Beschleunigung des Tempos in allen Geschäftsbereichen. Ähnlich stark präsentiert sich die Aktie der Software AG nach guten Geschäftszahlen.

Short-Squeeze bei Evotec abgehakt

Ein Millionenauftrag des US-Verteidigungsministeriums hat die Papiere des Biotech-Unternehmens Evotec am Morgen in die Höhe katapultiert. In der Spitze ging es um 32,4 Prozent auf 43,78 Euro hoch und damit auf den höchsten Stand seit Anfang des Jahrtausends. Davon blieb aber zur Mittagszeit nichts mehr übrig, die Papiere drehten ins Minus. Bereits am Vortag hatten am Markt Gerüchte über mögliche Eindeckungen von Leerverkäufen durch Hedgefonds die Runde gemacht. Der zeitweilig imposante Kurssprung bei Evotec war damit nichts anderes als ein klassischer Short-Squeeze.

Prognoseanhebung von Healthineers und Sartorius

Der Medizintechniker Siemens Healthineers und der Laborausrüster Sartorius haben im Zuge ihrer Zahlenveröffentlichung die Prognosen erhöht. Der Duftstoff- und Aromenhersteller Symrise hingegen verfehlte wegen eines Hackerangriffs das Umsatzziel für 2020.

Hapag-Lloyd profitiert vom Container-Boom

Dank einer hohen Nachfrage nach Containertransporten und niedrigen Treibstoffkosten hat die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd im Corona-Jahr 2020 ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Zahlen um etwa 60 Prozent auf rund 1,3 Milliarden Euro gesteigert. Wie Vorstandschef Rolf Habben Jansen bereits vor einigen Wochen berichtet hatte, reichten die Schiffe im Herbst kaum aus, um die gewaltigen Gütermengen zu ihren Abnehmern zu transportieren.

Amazon liefert kein Bier mehr nach Nordirland

Der Online-Händler Amazon hat seine Lieferungen von Bier, Wein und hochprozentigen Alkoholika in die britische Provinz Nordirland wegen neuer Zoll-Bestimmungen infolge des Brexit-Vertrages nach einem Medienbericht gestoppt. Zudem bereite das Unternehmen eine Liste mit weiteren Produkten vor, die nicht von Großbritannien nach Nordirland transportiert werden sollen, berichtete der Sender ITV.

Microsoft setzt positiven Akzent

Ein positiver Impuls für die Aktienmärkte kam am Dienstagabend nach US-Börsenschluss: Der Software-Riese Microsoft legte ein beeindruckendes Zahlenwerk vor. Der weltweite Trend zum Homeoffice und Cloud-Computing trieb den Umsatz im vergangenen Quartal um 17 Prozent auf 43,1 Milliarden Dollar in die Höhe. Die Aktie legte nachbörslich sechs Prozent zu. 2020 hatte sie bereits rund 41 Prozent gewonnen.

Starbucks-Kunden trinken Kaffee lieber zuhause

Wenn die Kunden ihren Kaffee lieber zuhause trinken, bedeutet das für die weltgrößte Kaffeehauskette nichts Gutes. Für das am 27. Dezember zu Ende gegangene erste Geschäftsquartal wies der Konzern einen Umsatzrückgang von fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar aus. Nach einem Wiederaufflammen der Pandemie blieben viele Kunden insbesondere im Heimatmarkt USA den Starbucks-Läden fern.

AMD profitiert vom Homeoffice- und Gaming-Boom

Der Ausbau der Rechenzentren und die hohe Nachfrage nach Notebooks fürs Homeoffice haben die Geschäfte des Chipkonzerns AMD beflügelt. Im vierten Quartal sprang der Nettogewinn um 948 Prozent auf 1,78 Milliarden Dollar. Der Umsatz verbesserte sich um 53 Prozent auf 3,24 Milliarden Dollar. Besonders stark wuchs bei AMD die Sparte, die Chips für Server und Spielekonsolen liefert - von 465 Millionen Dollar vor einem Jahr auf knapp 1,3 Milliarden Dollar.

Rekordverlust von Boeing

Die Corona-Krise, das Debakel um den Krisenjet 737 Max und neue Verzögerungen beim Großraumjet 777X haben dem US-Flugzeugbauer Boeing 2020 einen Rekordverlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von mehr als 11,9 Milliarden US-Dollar (9,8 Mrd Euro), wie der Airbus-Rivale am Mittwoch in Chicago mitteilte. 2019 hatte das Minus 636 Millionen Dollar betragen. Allein wegen der 777X legte Boeing zum Jahresende 6,5 Milliarden Dollar zurück. Dadurch fiel das Minus noch deutlich höher aus als von Analysten im Schnitt erwartet.

Hohe Abschreibungen lasten auf AT&T

Der US-Telekomkonzern AT&T hat im vierten Quartal wegen des harten Konkurrenzkampfs auf dem US-Fernseh- und Videomarkt einen Milliardenverlust eingefahren. Weil der Konzern seine Videogeschäfte in eine eigene Sparte umgliederte und die Chancen im Heimatmarkt deutlich schlechter einschätzt, musste AT&T allein in diesem Segment 15,5 Milliarden Dollar an Wertberichtigungen vornehmen.

AT&T ist derzeit dem Vernehmen nach dabei, für seinen Tochterunternehmen DirecTV einen Käufer zu suchen. AT&T hatte den US-Satelliten-TV-Anbieter 2015 für 49 Milliarden Dollar übernommen - dürfte wegen des Booms von Videostreaming über die Internetleitung aber deutlich weniger bei einem Verkauf erzielen. Unter dem Strich stand so im vierten Quartal ein Nettoverlust von 13,9 Milliarden Dollar, nach 2,4 Milliarden Dollar Gewinn im Vorjahresquartal. Im Tagesgeschäft lief es hingegen etwas besser, so dass AT&T vorsichtig optimistisch ist für 2021.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 27. Januar 2021 um 08:35 Uhr.