Grüne Ampel vor der Zentrale der KfW in Frankfurt/Main

KfW Bankengruppe Weltgrößte Öko-Anleihe in Dollar

Stand: 14.10.2021 12:19 Uhr

Mit grünen Anleihen hat die KfW in den vergangenen Jahren über 15 Milliarden Euro eingesammelt. Nun hat die Förderbank auch eine Öko-Anleihe in Dollar aufgelegt - die weltweit größte ihrer Art.

Die in Frankfurt ansässige KfW Bankengruppe hat mit einer neuen grünen Anleihe bei Investoren drei Milliarden Dollar eingesammelt. Bei dem fünf Jahre laufenden Papier handelt es sich nach Angaben des Instituts um die bislang weltweit größte Dollar-Anleihe, die für ökologische Zwecke verwendet werde. Das Papier sei mehrfach überzeichnet gewesen.

Die KfW hat mit ihrem jüngsten Green Bond nun ein grünes Refinanzierungsvolumen von umgerechnet rund 15 Milliarden Euro erreicht. Zusammen mit den konventionellen Anleihen belaufe sich das Refinanzierungsvolumen seit Jahresanfang auf 76,7 Milliarden Euro. Das entspreche 96 Prozent des Zielwertes für dieses Jahr von 75 bis 80 Milliarden Euro.

Das Interesse von Investoren an solchen grünen Anleihen ist riesig. Die Europäische Union hatte bei ihrer Emissions-Premiere diese Woche gleich mehrere Rekorde aufgestellt. Mit einem Volumen von 15 Milliarden Euro ist die erste grüne EU-Anleihe die größte Staatsanleihe ihrer Art überhaupt. Die Gebote der Anleger beliefen sich auf die Rekordsumme von 135 Milliarden Euro. Mit dem eingesammelten Geld für solche Wertpapiere wollen Regierungen und Unternehmen etwa nachhaltige Verkehrssysteme fördern und CO2-Emissionen von Autos senken.

Fünf Billionen Euro an Investitionen nötig

Die KfW fördert seit April 2015 im Auftrag des Bundesumweltministeriums Vorhaben für Klimaschutz und Ressourcen schonende Maßnahmen durch die Ausgabe von grünen Anleihen, den sogenannten Green Bonds. Dabei sind die benötigten Investitionen für den ökologischen Umbau des Landes gigantisch.

Einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie der Bank zufolge erfordert die angestrebte Klimaneutralität in Deutschland bis 2050 ein Investitionsvolumen von fünf Billionen Euro. Allerdings handle es dabei meist um ohnehin anstehende Investitionen, die nun in eine nachhaltige Verwendung fließen müssten. Mit Blick auf das verschärfte deutsche Ziel, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden, seien Mehrinvestitionen von jährlich 72 Milliarden Euro erforderlich.

Nachholbedarf bei IT-Investitionen

Zudem zeige sich, so die KfW, dass Deutschland bezogen auf die Investitionen in Informationstechnologien deutlich hinter jenen anderer großer, nach Wirtschaftskraft vergleichbarer Staaten zurückliegen. Um mit Ländern wie Frankreich, Japan oder Großbritannien gleichzuziehen, müssten die jährlichen IT-Investitionen in Deutschland auf das Doppelte bis Dreifache steigen, von zuletzt 49 Milliarden auf 100 bis 150 Milliarden.

Auch der deutsche Mittelstand gibt zu wenig für die Entwicklung und Anwendung digitaler Technologien aus. Um diese Entwicklung mitzugehen, müssen die Digitalisierungsausgaben im Mittelstand von 18 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 35 bis 50 Milliarden Euro pro Jahr zunehmen.

Über dieses Thema berichtete MDR aktuell am 01. Oktober 2021 um 14:11 Uhr.