Münzen im Wert von fünf Euro über ein rotes Portemonnaie gehalten. | picture alliance / Friso Gentsch

Teuerungsrate im Februar Inflation steigt auf 5,1 Prozent

Stand: 01.03.2022 14:24 Uhr

Nach einem leichten Rückgang im Januar ist die deutsche Inflationsrate im Februar wieder gestiegen. Experten gehen davon aus, dass sich die Teuerung mit dem Ukraine-Krieg noch verschärfen wird.

Die Inflation in Deutschland ist nach einem leichten Rückgang zum Jahresstart abermals gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Februar um durchschnittlich 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Grund seien vor allem die anziehenden Energiepreise. Haushaltsenergie und Sprit verteuerten sich im Februar um 22,5 Prozent.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit dem neuerlichen Anstieg der Teuerungsrate gerechnet. Im Januar war die Inflationsrate noch auf 4,9 Prozent gesunken, nachdem sie im Dezember mit 5,3 Prozent den höchsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht hatte.

Ukraine-Krieg noch nicht eingepreist

Fachleute werfen ihre bisherigen Prognosen für die weitere Inflationsentwicklung derzeit wegen des Ukraine-Kriegs über den Haufen. Da Russland ein großer Energielieferant ist, dürften die Sanktionen des Westens und Gegenmaßnahmen zu anziehenden Energiepreisen führen. Bereits jetzt hat der Krieg unmittelbar für Preissprünge bei Rohöl und Erdgas gesorgt. Das wird die Inflation voraussichtlich insgesamt weiter anheizen.

"Kurzfristig kann man gegen die hohe Inflation nichts tun, die Inflation wird jetzt in Teilen auch im Kreml gemacht", sagte Friedrich Heinemann, Chefvolkswirt des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), dem ARD-Börsenstudio. Die Politik könne jetzt nur "Härten für bestimmte Bevölkerungsgruppen, die besonders leiden", abfedern.

Auch Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sagte, es werde bei der starken Teuerung "in den kommenden Monaten bleiben, weil sich der Anstieg der vorgelagerten Produzentenpreisen wegen der Materialengpässe bis zuletzt beschleunigt hat". Blieben die wegen des Ukraine-Kriegs gestiegenen Energiepreise auf dem gegenwärtigen Niveau, werde die Inflationsrate im März die Marke von 5,5 Prozent klar überspringen, so Krämer: "Es ist unglaublich viel Preisdruck in der Pipeline."

Jahresinflation von bis zu 6,1 Prozent?

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält 2022 eine Inflation in Deutschland von bis zu 6,1 Prozent für möglich, sollte eine Eskalation in der Ukraine zu höheren Gaspreisen führen. Bereits 2021 waren die Verbraucherpreise mit 3,1 Prozent so kräftig gestiegen wie seit 1993 nicht mehr. Eine höhere Inflation schwächt die Kaufkraft von Verbrauchern, weil sie sich für einen Euro dann weniger kaufen können als zuvor.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. März 2022 um 15:00 Uhr.