Cent Muenzen liegen in einem Portemonnaie. | picture alliance / photothek

Preisanstieg um 5,8 Prozent Rekord-Inflation in der Eurozone

Stand: 02.03.2022 12:49 Uhr

Die Geldentwertung im Euroraum ist im Februar auf einen historischen Höchststand geklettert. Besonders die steigenden Energiepreise trieben die Inflationsrate auf 5,8 Prozent.

Die Inflation im Euroraum ist auf den höchsten Wert seit der Einführung des Euros im Jahr 1999 gestiegen. Im Februar kletterten die Verbraucherpreise in den 19 Ländern, die den Euro verwenden, im Jahresvergleich um 5,8 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat nach einer ersten Schätzung mitteilte.

Trotz des zuletzt schon starken Preisanstiegs mit einer Teuerungsrate von 5,1 Prozent im Januar kam der abermalige Preissprung überraschend: Experten hatten für Februar lediglich mit einem Plus von 5,6 Prozent gerechnet. Allein zwischen Januar und Februar stiegen die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent.

Energie stärkster Treiber

Stärkster Preistreiber im Februar war einmal mehr die Energie mit einem Anstieg von 31,7 Prozent. Im Januar hatte die Steigerung noch bei 28,8 Prozent gelegen. Unverarbeitete Lebensmittel verteuerten sich um 6,1 Prozent.

Die Kernrate der Verbraucherpreise - also ohne Energie, Lebens- und Genussmittel - stieg im Februar auf 2,7 Prozent, nach 2,3 Prozent im Vormonat. Die Kerninflation ist weniger schwankungsanfällig und wird daher von vielen Ökonomen als verlässliches Maß für den Inflationstrend angesehen.

EZB in der Zwickmühle

Noch stärker als bislang überschreitet der jüngste Preisschub das mittelfristige Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von zwei Prozent. Die EZB sieht die Inflation zwar auch durch Sonderfaktoren getrieben, zeigte sich aber zuletzt von der anhaltend hohen Dynamik der Geldentwertung überrascht. An den Märkten wird eine Leitzinserhöhung in diesem Jahr daher mittlerweile nicht mehr ausgeschlossen.

"Wegen der durch die Decke gehenden Energiepreise wird die Inflationsrate schon ab März über sechs Prozent liegen", prognostizierte Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. Der Ukraine-Krieg habe den Inflationsanstieg noch weiter angefacht. An eine Rückkehr der Inflationsrate in mäßige Gefilde sei für 2022 nicht mehr zu denken.

"Dadurch erhält der Konsum einen weiteren Nackenschlag. Die EZB dürfte die Konjunktur nach Kräften unterstützen. Das Fragezeichen hinter ihrem geldpolitischen Schwenk ist groß", so der Experte. Angesichts der Konjunktursorgen infolge des Angriffs auf die Ukraine wurden die Erwartungen an einen Zinsschritt zuletzt wieder gedämpft.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 02. März 2022 um 12:00 Uhr.