Die Deutsche Börse in Frankfurt | dpa

Deutsche Börse Kein Handel mit russischen Papieren mehr

Stand: 01.03.2022 16:15 Uhr

Von morgen an werden an der Deutschen Börse keine Anleihen, Aktien oder Derivate aus Russland mehr gehandelt. Mehrere Banken rufen indes zu einem generellen Boykott russischer Finanzinstitute auf.

Russische Anleihen, Aktien und Derivate können von Mittwoch an nicht mehr an der Deutschen Börse gehandelt werden. "Im öffentlichen Interesse" werde der Kauf und Verkauf dieser Papiere mit dem Ende des Handels am Dienstag bis auf Weiteres eingestellt, teilte der Frankfurter Börsenbetreiber mit.

Bereits am Montag hatte er den Handel mit Papieren russischer Banken und anderer Firmen, die von Sanktionen betroffen sind, ausgesetzt - darunter die Banken VTB und Sberbank sowie der Gazprom-Konzern und das Ölunternehmen Rosneft. Nun kommen neben russischen Staatsanleihen mehr als 30 Papiere aller anderen Unternehmen aus Russland hinzu, die in Frankfurt notiert sind.

Indes haben mehrere Kirchen- und Nachhaltigkeitsbanken die Finanzbranche und Anleger zu einem Boykott russischer Finanzinstitute aufgerufen. "Wir verurteilen jede direkte und indirekte Finanzierung dieses Angriffskrieges", heißt es in einer Erklärung von neun Geldhäusern. "Alle Finanzakteure müssen jetzt klar Position beziehen und Verantwortung übernehmen."

Umsetzung von Sanktionen nicht ausreichend

Die Verantwortung von Akteuren am Finanzmarkt ende nicht mit der Umsetzung der staatlichen Sanktionen, heißt es in der Erklärung. Sie müsse darüber hinaus gehen: "Finanzmarktakteure, die in Deutschland aktiv sind, sind aufgefordert, auch auf ihre Muttergesellschaften einzuwirken, Geschäftsbeziehungen zu beenden, auch wenn keine Sanktionen erlassen wurden." Erste positive Beispiele gebe es schon: "Wir begrüßen, dass Vergleichsplattformen russische Banken aus den Zinsvergleichen entfernt haben." Anlegerinnen und Anleger sollten hinterfragen, was mit ihrem Geld finanziert wird und mit welcher Bank sie zusammenarbeiten wollen, heißt es weiter.

Die Unterzeichner sind die Evangelische Bank, die Bank für Kirche und Diakonie, die Bank für Kirche und Caritas, die Pax-Bank, die Bank im Bistum Essen BIB Fair Banking, die Steyler Ethik Bank, die UmweltBank, die Triodos Bank und die Bank für Sozialwirtschaft.

Über dieses Thema berichtete Bayern 1 am 01. März 2022 um 07:00 Uhr.