Vier Frauen stoßen mit Sektgläsern an. | dpa

Erstmals über 200 Billionen Euro Immer mehr Geldvermögen auf der Welt

Stand: 07.10.2021 12:20 Uhr

Viele Menschen rund um den Globus haben ihr Geldvermögen im vergangenen Jahr kräftig steigern können. Das gelang trotz und teils gerade wegen der Pandemie.

Die Geldvermögen sind im Corona-Jahr 2020 weltweit im Schnitt kräftig angestiegen. Die privaten Haushalte rund um den Globus verfügten im vergangenen Jahr erstmals über ein Bruttogeldvermögen von mehr als 200 Billionen Euro, ein Plus von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies geht aus dem aktuellen "Allianz Global Wealth Report" hervor, der alljährlich Geldvermögen und Verschuldung der privaten Haushalte in rund 60 Ländern analysiert.

Unter dem Bruttogeldvermögen versteht die Versicherung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Nach Abzug der Schulden lag das Nettofinanzvermögen bei netto 153,5 Billionen Euro und damit elf Prozent über dem Niveau von 2019.

Konsumgelegenheiten eingeschränkt

Haupttreiber des Wachstums waren im vergangenen Jahr die zu einem Großteil ungeplant gestiegenen Ersparnisse. Wegen der Einschränkungen in der Pandemie konnten viele Menschen ihr Geld nicht in gewohntem Maße ausgeben. Reisen wurden storniert, die zeitweilige Schließung von Gaststätten und Läden bremste den Konsum.

"Lockdowns reduzierten weltweit die Konsumgelegenheiten drastisch, gleichzeitig mobilisierten Geld- und Fiskalpolitik ungeahnte Summen zur Unterstützung der Märkte und Menschen", hieß es bei der Allianz. Die Versicherung bezifferte den Wertzuwachs bei Wertpapieren aufgrund der Börsenentwicklung global auf knapp elf Prozent.

In Deutschland lag das Nettogeldvermögen im vergangenen Jahr im Schnitt bei 61.760 Euro und damit auf Platz 18 in der Welt. Auf dem ersten Platz liegen die USA mit rund 218.000 Euro, gefolgt von der Schweiz mit 212.000 Euro und Dänemark mit rund 149.000 Euro.

2021 soll weitere Zuwächse bringen

Für das laufende Jahr sagen die Allianz-Volkswirte ein Wachstum des globalen Geldvermögens um sieben Prozent voraus. Die Pandemie dürfte nach ihrer Einschätzung jedoch die Vermögensungleichheit zwischen reichen und ärmeren Ländern als auch innerhalb der Staaten verschärfen. Schon jetzt liegt der Löwenanteil von gut 84 Prozent des Vermögens im Besitz der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung.

Über dieses Thema berichtete Das Erste am 14. Januar 2021 um 17:15 Uhr.