Kontoauszüge

Schwache Aktienmärkte Weniger Geldvermögen in Deutschland

Stand: 15.07.2022 14:44 Uhr

Das Geldvermögen der Haushalte in Deutschland ist zurückgegangen. Hauptgrund waren die starken Kursverluste an den Aktienmärkten infolge des Ukraine-Kriegs.

Die Menschen in Deutschland haben durch den Kurssturz an den Börsen infolge des Ukraine-Krieges in den ersten drei Monaten des Jahres in der Summe Milliarden verloren. Ende März lag das Geldvermögen der privaten Haushalte bei 7,588 Billionen Euro und damit 36 Milliarden Euro unter dem Niveau vom Vorquartal, wie Deutsche Bundesbank errechnet hat. Die Behörde zählt Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen zum Geldvermögen.

Zu dem Rückgang trugen laut der Bundesbank maßgeblich Bewertungsverluste von Wertpapieren bei. "Diese Bewertungsverluste waren vor allem auf die Kursstürze am Kapitalmarkt zurückzuführen und betrafen besonders Aktien und sonstige Anteilsrechte (minus 50 Milliarden Euro) sowie von Anteilen an Investmentfonds (minus 42 Milliarden Euro)", erläuterte die Bundesbank. Allein der deutsche Leitindex DAX hatte im ersten Quartal zehn Prozent eingebüßt.

Vergangenes Jahr noch auf Rekordhoch

Im vergangenen Jahr hatten Privatanleger noch von steigenden Börsenkursen profitiert. Das Geldvermögen war auch dank der Sparanstrengungen der Menschen Ende vergangenen Jahres auf den Rekordwert von rund 7,625 Billionen Euro gestiegen.

Im Gegensatz zum Vermögen legte die Verschuldung privater Haushalte leicht zu. Mit 2,062 Billionen Euro lagen sie 19 Milliarden höher als drei Monate zuvor. "Das Wachstum der Verbindlichkeiten lag in etwa im Trend der vergangenen Jahre", teilte die Bundesbank mit. Die Verschuldungsquote, also die Summe der Verbindlichkeiten in Relation zur Wirtschaftsleistung, sank erneut leicht auf 56,7 Prozent. Die Bundesbank führt die Entwicklung auf die gestiegene wirtschaftlichen Leistung zurück.

Über dieses Thema berichteten Deutschlandfunk am 09. Juni 2022 um 17:22 Uhr und tagesschau24 am 15. Juli 2022 um 09:05 Uhr.