Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. | REUTERS

Quartalszahlen vorgelegt Deutsche Bank mit kräftigem Rückenwind

Stand: 28.04.2021 08:57 Uhr

Florierende Geschäfte an den Finanzmärkten und deutlich weniger Firmenpleiten als befürchtet haben der Deutschen Bank im ersten Quartal das beste Ergebnis seit sieben Jahren beschert.

Die in den Vorjahren von Skandalen, sinkenden Einnahmen und hohen Risiken gebeutelte Deutsche Bank hat zum Auftakt des laufenden Jahres wieder kräftige Gewinne eingefahren. Sprudelnde Einnahmen im Investmentbanking und eine stark rückläufige Risikovorsorge haben der Bank einen Überschuss von 908 Millionen Euro beschert - nach einem Verlust von 43 Millionen im Vorjahr. Branchenbeobachter hatten zwar mit einem deutlichen Anstieg gerechnet, doch übertrafen die tatsächlichen Zahlen die Erwartungen deutlich.

Haupttreiber war das Geschäft an den Kapitalmärkten, das Investmentbanking, wo die Deutsche Bank zu den wichtigsten Anleihe- und Devisenhändlern der Welt gehört. So stiegen die Einnahmen in diesem Bereich um ein Drittel auf 2,5 Milliarden Euro. Auch im Geschäft mit Beratungen und Börsengängen konnte die Bank punkten. Mit einem Vorsteuergewinn von 1,5 Milliarden Euro, mehr als doppelt soviel wie im Vorjahr, erwies sich das Investmentbanking erneut als der mit Abstand ertragreichste Geschäftszweig der Bank.

Acht Prozent Rendite angestrebt

Gleichzeitig profitierte der Konzern von den staatlichen Hilfen für die Wirtschaft. Dadurch gab es im ersten Quartal deutlich weniger Firmenpleiten als befürchtet, so dass die Bank ihre Risikovorsorge für faule Kredite auf 69 Millionen Euro zurückfahren konnte, nach 506 Millionen im ersten Quartal des Vorjahres. Insgesamt ist es dem Geldhaus damit gelungen, die Einnahmen zu steigern, während gleichzeitig die Kosten weiter gesunken sind.

"Diese Ergebnisse bestärken uns in unserer Erwartung, dass wir unsere Ziele für 2022 erreichen werden", sagte Bankchef Christian Sewing. Ziel ist es, die Eigenkapitalrendite nach Steuern auf acht Prozent zu steigern. Mit 7,4 Prozent im ersten Quartal ist er dem schon sehr nahe gekommen.

Zuversicht trotz anhaltender Belastungen

Beflügelt von den guten Zahlen zeigte sich Sewing am Morgen zuversichtlicher für das Gesamtjahr. "Wir können nicht nur auf ein hervorragendes Quartal zurückschauen, auch der Ausblick stimmt optimistisch", schrieb er in einem Brief an die knapp 85.000 Mitarbeiter des Konzerns. Die Folgen der Niedrigzinsen belasteten die Erträge im Privat- und Firmenkundengeschäft allmählich weniger stark. Zugleich deute vieles darauf hin, dass sich ein erheblicher Teil des Ertragswachstums in der Investmentbank als nachhaltig erweisen werde. Gleichzeitig stellte Sewing auch für das Gesamtjahr eine geringere Risikovorsorge für faule Kredite in Aussicht.

Belastet wird die Bank weiterhin von der Bad Bank, die sie "Einheit zur Freisetzung von Kapital" nennt. Dort ist im ersten Quartal ein Verlust von 410 Millionen aufgetreten. Das ist zwar weniger als im Vorjahr, doch noch immer lagern dort ausfallgefährdete Kredite im Volumen von 34 Milliarden Euro. Im Privatkunden- und Firmenkundengeschäft kämpft sie zudem, wie ihre Wettbewerber, mit den niedrigen Zinsen im Euroraum.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 28. April 2021 um 09:00 Uhr.