Logo der Deutschen Bank leuchtet an der Fassade der Konzernzentrale in Frankfurt | dpa

Zum vierten Mal in Folge Deutsche Bank schafft erneut Gewinn

Stand: 28.07.2021 09:57 Uhr

Die Deutsche Bank setzt ihre Serie von Quartalsgewinnen fort - trotz gesunkener Einnahmen im Anleihehandel und im Firmengeschäft. Die Risikovorsorge hat das größte deutsche Geldinstitut stark heruntergefahren.

Die Deutsche Bank hat zwischen April und Juni den vierten Quartalsgewinn in Folge erzielt. Unter dem Strich erwirtschaftete sie einen Überschuss von 692 Millionen Euro, nach einem Verlust von 77 Millionen Euro vor einem Jahr. Analysten hatten mit weniger gerechnet. Zugute kam dem Institut, dass die Kreditausfälle in Folge der Corona-Krise geringer waren als befürchtet. So konnte die Vorsorge von 733 Millionen Euro auf 99 Millionen gesenkt werden. Zudem hat die Bank ihre Ausgaben zurückgefahren.

Belastet wurde die Bilanz allerdings erneut von den Verlusten (258 Millionen Euro) der "Capital Release Unit" genannten Bad Bank, in der die faulen Kredite aus der Finanzkrise geparkt und nach und nach verkauft werden. Auch weist die Bank darauf hin, dass der Quartalsgewinn noch höher ausgefallen wäre, wenn nicht das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) im April 2021 zur Zustimmung von Kunden zu Preisänderungen das Ergebnis um 226 Millionen Euro verringert hätte.

Sewing bestätigt Renditeziel

Vorstandschef Christian Sewing sagte, die Bank sei auf einem guten Weg, das angepeilte Renditeziel von acht Prozent im kommenden Jahr zu erreichen. "Alle Geschäftsbereiche sind profitabler geworden und haben bewiesen, dass wir weiter an Relevanz für unsere Kunden zulegen und Marktanteile gewinnen." Auch bei den Erträgen zeigt sich die Bank zuversichtlich. Sie sollen im nächsten Jahr näher an 25 Milliarden Euro liegen als an den angepeilten 24,4 Milliarden.

Im abgelaufenen zweiten Quartal waren die Einnahmen jedoch rückläufig. Wie die Bilanzen der großen US-Banken bereits gezeigt haben, war davon das für die Deutsche Bank so wichtige Investmentbanking betroffen. Hier sind die Erträge gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gesunken. Im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen, wo die Deutsche Bank zu den weltgrößten Händlern gehört, verringerten sie sich ebenfalls um elf Prozent. Dennoch konnte das Ergebnis vor Steuern um sieben Prozent auf eine Milliarde Euro gesteigert werden, dank der gesunkenen Risikovorsorge und einer eiserner Kostendisziplin. Damit bleibt das Investmentbanking der mit Abstand größte Gewinnbringer der Deutschen Bank.

Schwaches Ergebnis im Privatkundengeschäft

Auch im Firmenkundengeschäft sanken die Erträge gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. In der Privatkundenbank und in der Vermögensverwaltung konnten die Einnahmen gesteigert werden, dank kräftig sprudelnder Verwaltungsgebühren. Allerdings blieben die Gewinne in diesen Sparten bescheiden. So belief sich der bereinigte Gewinn vor Steuern im Privatkundengeschäft auf gerade einmal 87 Millionen Euro. Unbereinigt ist sogar ein Verlust von elf Millionen Euro angefallen. Im Firmenkundengeschäft wurde ein Vorsteuergewinn von 246 Millionen Euro erzielt, ein Viertel des Ergebnisses im Investmentbanking.

Branchenbeobachter zeigten sich dennoch zufrieden mit dem Zahlenwerk. Das Finanzinstitut habe durchweg starke Resultate für das zweite Quartal vorgelegt, schrieb Kian Abouhossein von der US-Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Auch am Aktienmarkt kamen die Zahlen gut an, die Aktie legte am Morgen um gut drei Prozent zu.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 28. Juli 2021 um 11:30 Uhr.