Siemens Energy steht im Handelssaal der der Frankfurter Wertpapierbörse hinter der Glocke vor der Erstnotierung der Energiesparte von Siemens, die an diesem Tag an die Börse ging.  | dpa

Für Beiersdorf Siemens Energy steigt in den DAX auf

Stand: 04.03.2021 00:42 Uhr

Die Deutsche Börse hat am Abend bestätigt, worüber im Vorfeld bereits spekuliert worden war: Siemens Energy rückt für Beiersdorf in den Leitindex DAX auf.

Im Rahmen einer Reform des Regelwerks steigt Siemens Energy in die erste deutsche Börsenliga auf. Der Energietechnik-Konzern verdränge den "Nivea"-Hersteller Beiersdorf aus dem DAX, teilte die Deutsche Börse am Mittwoch mit.

Hellofresh war auch als heißer Kandidat gehandelt worden, muss sich aber noch gedulden, weil der Kochbox-Anbieter seine Geschäftszahlen nicht rechtzeitig vorgelegt hatte, um für einen Aufstieg in Frage zu kommen. Auch der Online-Modehändler Zalando schaffte es diesmal nicht in den DAX. Damit bleibt dem Bau-Zulieferer HeidelbergCement eine Herabstufung in den Nebenwerte-Index MDAX zunächst erspart.

Umbau des DAX im Fokus

Im Herbst steht dem Leitindex mit der Vergrößerung von 30 auf 40 Werte der größte Umbau seiner Geschichte bevor. Erstmals gibt es bei den DAX-Indizes mit dem neuen März-Termin und dem Entscheid im September zweimal im Jahr eine planmäßige Hauptüberprüfung.

Zudem wird die Mitgliedschaft in der obersten Börsenliga als Konsequenz aus dem Wirecard-Skandal an strengere Voraussetzungen geknüpft. So werden Firmen künftig aus dem DAX, MDAX, TecDAX und SDAX verbannt, wenn sie ihre Zahlenwerke nicht fristgerecht vorlegen - also drei Monate nach Geschäftsjahresende und 45 Tage nach Ablauf eines Quartals.

Vorgeschrieben wird auch ein Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats, der etwa die Rechnungslegung überwacht und Konsequenzen aus Regelverstößen zieht. Ein solches Gremium hatte der im Sommer 2020 Pleite gegangene Zahlungsabwickler Wirecard erst 2019 eingerichtet.

Änderungen in den anderen Indizes der Deutschen Börse

Im MDAX feiert wegen geänderter Aufnahmevoraussetzungen Porsche SE ein Comeback. Das Unternehmen war vor Jahren aus den Auswahl-Indizes verbannt worden, weil es die vorgeschriebenen umfangreichen Quartalsberichte nicht liefern wollte. Für den VW-Großaktionär muss die Aareal Bank weichen, die in den Kleinwerteindex SDAX absteigt und die Hornbach Baumarkt AG verdrängt. In den MDAX steigen zudem der Solar- und Windparkbetreiber Encavis und der Windanlagenbauer Nordex auf, die den Handelskonzern Metro und den Lichttechnikkonzern Osram ersetzen.

Neu im SDAX sind neben Metro und Osram der Halbleiter-Ausrüster Süss Microtec und der Autozulieferer Leoni. Für sie müssen die Südzucker-Tochter Cropenergies und die IT-Firma SNP Schneider-Neureither & Partner weichen. Die beiden letzten Unternehmen und die Hornbach Baumarkt AG gehören damit keinem Auswahl-Index der Deutschen Börse mehr an.

Im Technologieindex TecDAX ersetzt der Solartechnikkonzern SMA das Karrierenetzwerk New Work, wie die Deutsche Börse weiter mitteilte. Die Änderungen treten am 22. März in Kraft.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 04. März 2021 um 00:40 Uhr in den Nachrichten.