Tesla-Chef Elon Musk. | AFP

Kryptowährung auf Rekordhoch Tesla investiert in den Bitcoin

Stand: 08.02.2021 17:01 Uhr

Neuer Schub für den Bitcoin: Der Elektrobauer Tesla hat massiv Geld in die Kryptowährung gepumpt und angekündigt, sie als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Das sorgte mal wieder für ein Rekordhoch.

Der US-Elektroautohersteller Tesla öffnet sich für digitale Währungen - und der Bitcoin-Kurs schießt nach oben. Die Digitalwährung ist am Montag auf einen neuen Rekordwert geklettert. Auslöser war eine Mitteilung von Tesla an die US-Börsenaufsicht SEC. Demnach habe der Konzern in die Cyber-Devise investiert und will sie künftig als Zahlungsmittel zulassen.

Der Wert des Bitcoins sprang nach Bekanntwerden der milliardenschweren Investition um mehrere Tausend US-Dollar nach oben. Auf der Handelsplattform Bitstamp stieg der Kurs zeitweise um mehr als 15 Prozent auf bis zu 44.899 Dollar. Der bisherige Rekord von 42.000 Dollar wurde damit klar übertroffen.

Flexibilität und mehr Rendite

Tesla will schon in naher Zukunft Zahlungen in Bitcoin bei Käufen von Autos und anderen Produkten akzeptieren, wie aus dem Dokument hervorgeht. Ob und ab wann genau Kunden mit Bitcoin zahlen können, blieb zunächst offen. "Wir gehen davon aus, dass wir in naher Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel für unsere Produkte akzeptieren werden, vorbehaltlich geltender Gesetze und zunächst auf begrenzter Basis", heißt es in dem SEC-Dokument.

Zudem habe Tesla selbst Bitcoins im Wert von insgesamt 1,5 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro) gekauft. Im Rahmen einer neuen Unternehmensrichtlinie wurde beschlossen, dass Tesla künftig auch in digitale Vermögenswerte, aber auch in Gold und weitere noch nicht näher definierte Finanzanlagen investieren kann.

Tesla verfügte Ende 2020 nach eigenen Angaben über liquide Mittel im Volumen von 19,4 Milliarden Dollar. Durch alternative Investitionen will sich der Autobauer flexibler beim Cash-Management aufstellen und höhere Renditen erzielen.

Tesla nur der Anfang?

Tesla-Chef Elon Musk ist bekennender Anhänger von Kryptowährungen. Unter Krypto-Fans ist Musk sehr beliebt, weshalb seine Tweets häufig zu Kursausreißern bei Digitalwährungen führen. Indem er jüngst den Hashtag "#Bitcoin" auf seiner Twitter-Seite platzierte, hatte er den Kurs bereits kräftig angetrieben. Musk hatte in der Vergangenheit auch Stress mit der SEC, die ihm Marktmanipulation durch irreführende Tweets vorwarf und ihn sanktionierte. Dabei ging es aber stets um Teslas eigenen Börsenkurs.

"Dass Tesla-Chef Elon Musk ein Freund der Kryptowährung ist, sollte bekannt sein", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Dass Tesla nun im großen Stil in die Nummer eins der Kryptowährungen investiert, lasse die Anleger auf Wolke sieben schweben.

Vor einer Woche schrieb Musk in einem Tweet, Bitcoin sei "kurz davor" von Investoren stärker akzeptiert zu werden. Analysten zufolge könnte sich Teslas Investment in die Cyber-Devise als Meilenstein erweisen. "Ich denke, wir werden zunehmend Unternehmen sehen, die auf Bitcoin setzen wollen, jetzt, da Tesla den ersten Schritt gemacht hat", sagte Experte Eric Turner von der Datenfirma Messari. "Eines der größten Unternehmen der Welt besitzt jetzt Bitcoin und im weiteren Sinne hat jeder Investor, der Tesla besitzt, auch ein Engagement in Bitcoin."

Mögliches Risiko in der Bilanz

Einige Tesla-Anleger könnte die Offenlegung des Bitcoin-Investments allerdings beunruhigen, warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Die Cyber-Devise sei schließlich sehr schwankungsanfällig. Damit hole sich der Elektroauto-Bauer Risiken in die Bilanz.

Die Bitcoin-Rally ließ Anleger auch bei Aktien aus der Kryptowährungsbranche zugreifen. So schossen die Papiere der Bitcoin Group, dem Betreiber einer Kryptobörse, in Frankfurt bis zu zehn Prozent nach oben.

Auch die ursprünglich als Internetwitz gestartete Kryptowährung Dogecoin erhielt zuletzt tatkräftige Unterstützung von Musk und anderen Promis wie Rapper Snoop Dog oder dem Bassisten der Rockband Kiss, Gene Simmons. Am Montag stieg der Kurs der 2013 eingeführten Internetwährung auf ein Rekordhoch. Experten sehen die jüngsten Kapriolen an den Finanzmärkten auch als Folge der ultraniedrigen Zinsen und einer immensen Schwemme an billigem Zentralbankgeld.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 08. Februar 2021 um 18:38 Uhr.