Die BaFin in Bonn |

Unter Beobachtung BaFin prüft VW-Kursausschläge

Stand: 18.03.2021 13:51 Uhr

Geht es bei der aktuellen Kursrally der Volkswagen-Aktien mit rechten Dingen zu? Offenbar bestehen Zweifel, denn die Finanzaufsicht BaFin wirft einen Blick auf die jüngsten Ereignisse.

Die in den vergangenen Monaten aufgrund ihres Vorgehens rund um den Fall Wirecard in die Kritik geratene Finanzaufsichtsbehörde BaFin befasst sich aktuell mit den jüngsten Kursbewegungen der Volkswagen-Aktien. Die BaFin schaue sich die Bewegungen routinemäßig an, sagte heute eine Sprecherin. Die Papiere des Wolfsburger Konzerns hatten in den vergangenen Tagen mit teilweise zweistelligen prozentualen Kurssprüngen auf sich aufmerksam gemacht. Experten vermuten, dass US-Kleinanleger dahinterstecken könnten, die zuletzt GameStop-Aktien hochgejubelt hatten.

Zu den Kompetenzen der BaFin gehört es beispielsweise - etwa um Fälle von Marktmanipulation aufzudecken -, Transaktions- und Orderdaten zu analysieren, Informationsrecherchen durchzuführen und den Markt zu beobachten. Außerdem wertet die BaFin Verdachtsanzeigen der Institute aus und geht Hinweisen nach, die sie von Handelsüberwachungsstellen der Börsen, Strafverfolgungsbehörden und Anlegern erhält. Eine weitere Quelle sind nach Angaben der Aufsichtsbehörde Hinweise von Betreibern von Märkten und Wertpapierfirmen, die einen Handelsplatz betreiben.

Wurde der Kurs manipuliert?

Auffallend war im Zusammenhang mit VW, dass die im DAX notierten Vorzugsaktien gestern zeitweise um mehr als neun Prozent auf ein Sechs-Jahres-Hoch von 252,20 Euro stiegen und diese Gewinne bis zum Mittag fast vollständig wieder abgaben. Bei Vorzugsaktien wird den Aktionären kein Stimmrecht, beispielsweise in der Hauptversammlung, gewährt.

Die stimmberechtigten Stammaktien gewannen in der Spitze sogar fast 15 Prozent und erreichten ein Zwölfeinhalb-Jahres-Hoch von 353 Euro. Damit summierte sich das Plus der vergangenen Tage auf mehr als 50 Prozent. Das ist der stärkste Anstieg seit den Kurskapriolen im Rahmen der Übernahme durch Porsche im Herbst 2008.

Die Stämme bewegen sich häufig überdurchschnittlich, weil nur wenige frei handelbar sind. Rund 90 Prozent der Papiere liegen fest bei den Großaktionären Porsche, Niedersachsen und Katar. Mit einer Marktkapitalisierung von aktuell knapp 150 Milliarden Dollar ist VW inzwischen mehr wert als die Konkurrenten BMW und Daimler zusammengerechnet.