500-Euro-Scheine |

Milliarden-Bestände Noch viele 500-Euro-Scheine im Umlauf

Stand: 07.12.2020 13:26 Uhr

Anderthalb Jahre nach dem Produktionsstopp ist der 500-Euro-Schein noch längst nicht verschwunden. Manche Kriminelle zahlen sogar einen Aufschlag, wenn sie den Schein verwenden dürfen.

Wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage des FDP-Finanzexperten Markus Herbrand mitteilte, sind derzeit noch über 300 Millionen von der Bundesbank ausgegebene 500-Euro-Scheine im Wert von rund 150 Milliarden Euro im Umlauf. Das ist zwar weniger als noch Ende April letzten Jahres, als der Schein letztmalig ausgegeben wurde und 350 Millionen dieser Banknote im Wert von etwa 175 Milliarden Euro im Umlauf waren.

Doch der Rückgang vollzieht sich deutlich langsamer, als die Notenbanker gehofft hatten. "Die Zahlen zeigen, dass der 500-Euro-Schein wohl noch für lange Zeit in Umlauf sein wird", sagte Herbrand. Er sehe keinen Trend für einen verstärkten Umtausch der 500er in andere Geldscheine. Für die Besitzer gibt es auch keinen Grund zur Eile: Die im Umlauf befindlichen 500er bleiben gesetzliches Zahlungsmittel und können ohne zeitliche Begrenzung bei den nationalen Notenbanken im Euroraum umgetauscht werden.

Warum die Produktion eingestellt wurde

Dabei hatte der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits im Mai 2016 entschieden, dass Produktion und Ausgabe der 500-Euro-Banknote "gegen Ende des Jahres 2018" eingestellt werden sollen.

Vom Verzicht auf den 500-Euro-Schein versprachen sich Befürworter, dass Terrorfinanzierung und Schwarzarbeit zurückgedrängt werden. Auch die Steuerkriminalität sollte durch die Absetzung des 500ers besser bekämpft werden können, denn der Schein sei ein beliebtestes Zahlungsmittel für Steuerbetrüger und Geldwäscher, hieß es damals vom Bund der Steuerzahler. Experten bezweifelten dies allerdings.

Jeder dritte Schein wird gebunkert

Tatsächlich wird einer EZB-Studie zufolge jede dritte dieser 500er-Noten gebunkert, statt in den Wirtschaftskreislauf zu fließen. Auch haben die Bundesbank und die österreichische Nationalbank die Scheine dann doch noch bis Ende April 2019 herausgegeben. Die anderen 17 nationalen Zentralbanken des Eurosystems haben hingegen die Ausgabe der lilafarbenen Banknote bereits am 26. Januar 2019 beendet.

Dass die Scheine begehrt sind, zeigt eine Erkenntnis der Polizeibehörde Europol. Demnach zahlen manche Kriminelle einen Aufschlag, wenn sie mit Hilfe der 500er größere Geldsummen möglichst unauffällig transportieren wollen. Wie viel mehr, sei jedoch unklar. Attraktiv ist das Gewicht der Scheine in diesem Fall. So wiegt eine Million in 500-Euro-Scheinen gerade mal 2,2 Kilogramm, eine Million in 100-Euro-Scheinen mit 10,2 Kilogramm dagegen fast das Fünffache.

Auch bei Sammlern sind die Scheine begehrt. So werden ältere 500er-Noten auf Ebay für 550 bis 650 Euro angeboten. Die Bundesbank und die Geschäftsbanken konnten dagegen bisher keinen Run auf die lilafarbene Banknote feststellen.

lg