US-Notenbankchef Jerome Powell | Bildquelle: REUTERS

US-Notenbankchef Powell liefert düstere Prognose

Stand: 14.05.2020 10:59 Uhr

Fed-Chef Powell hat vor dramatischen wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise gewarnt. Weitere Konjunkturhilfen könnten nötig werden. Negativzinsen, wie von Präsident Trump gefordert, erteilte er eine Absage.

Von Arthur Landwehr, ARD-Studio Washington

Es sei nicht vorbei - im Gegenteil. Was die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise angehe, so könnten diese die Welt noch eine ganze Weile schwer belasten, so der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jerome Powell. Für das, was gerade passiere, gäbe es keine Beispiele, aber eines könne er sagen: Die US-Regierung und andere Regierungen und Institutionen auf der Welt hätten schnell und massiv gehandelt. Das sei wichtig und richtig gewesen.

Notfalls mehr Geld nötig

Und dem fügt er dann eben doch hinzu, das sei wahrscheinlich nicht das letzte Kapitel gewesen. Der Weg voran sei höchst unsicher und auch sehr riskant. Und deshalb spricht sich Powell dafür aus, notfalls weiteres Geld in den Markt zu pumpen, um die Wirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren.

"Es kann sein, dass wir eine längere Zeit ohne steigende Produktivität haben und damit stagnierende Einkommen. Wir müssen alles tun, dass das nicht passiert, und das kann bedeuten, weitere Programme zu beschließen."

Rüge von Trump

Eines aber lehne er ebenso ab wie sein gesamter Vorstand bei der Fed: Negativzinsen. Das halte er für ein ungeeignetes Werkzeug. Für diese Aussage wurde Powell gleich im Nachgang von US-Präsident Donald Trump gerügt: Er halte die sehr wohl für richtig und wirksam, die Wirtschaft wieder anzukurbeln, und die US-Regierung würde dann mit den aufgenommenen Krediten für die Konjunkturprogramme Geld verdienen. Powell aber sagte zu, dass die Fed weiterhin mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln helfen werde.

Eines sei aber auch wichtig, sagte Powell: Wenn die Krise vorbei sei, müssten die jetzt eingesetzten massiven Werkzeuge auch wieder eingepackt werden. Die Rede Powells war klar, aber für die Märkte auch beunruhigend. Jedenfalls sackte die amerikanische Börse im Anschluss drastisch ab.

Fed-Chef Jerome Powell hält neue Konjunkturpakete für notwendig
Arthur Landwehr, ARD Washington
14.05.2020 09:03 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 14. Mai 2020 um 10:38 Uhr.

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