Logo Fannie Mae und Freddie Mac

Obama will Immobilienfinanzierer abwickeln Das Ende von Fannie und Freddie

Stand: 07.08.2013 11:44 Uhr

US-Präsident Barack Obama will die Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac abwickeln. Die beiden staatlichen Unternehmen hätten "zu lange riesige Gewinne gemacht" in dem Wissen, "dass der Steuerzahler sie stützen würde, wenn ihre Wetten nicht aufgehen", sagte Obama bei einer Rede in Arizona. Der Bundesstaat war von der Immobilienkrise, die die globale Finanzkrise ausgelöst hatte, besonders stark betroffen.

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Wenn Amerikaner ein Haus bauen, dann kommt das Geld meist von Fannie Mae oder Freddie Mac.

Lebensadern des amerikanischen Wohnungsmarkts

Fannie Mae und Freddie Mac gelten bislang als Lebensadern des amerikanischen Wohnungsmarkts - weshalb ihre Abwicklung viele Jahre dauern dürfte. Die beiden Konzerne vergeben selbst zwar keine Hypotheken. Aber sie kaufen Banken deren Kredite ab und spülen dadurch immer wieder frisches Geld in den Immobilienmarkt.

Fannie und Freddie verwandeln ihrerseits einen großen Teil dieser Kredite in Wertpapiere, die sie zum Beispiel an Investmentfonds oder Versicherer weiterverkaufen. Alles in allem stehen die beiden Finanzierer für mehr als die Hälfte der Immobiliendarlehen in den USA ein.

Nach dem Platzen der Häuserblase waren Fannie und Freddie vom Staat aufgefangen worden. Den US-Steuerzahler kosteten die gigantischen Rettungsmaßnahmen 187,5 Milliarden Dollar. Dank der Erholung des Immoblienmarkts schreiben die beiden Konzerne inzwischen aber wieder Gewinne und haben der Regierung 132 Milliarden Dollar zurückgezahlt.

Private sollen die Lücke füllen

Grundsätzlich sind sich Demokraten und Republikaner einig, die beiden staatlichen Hypothekenfinanzierer aufzulösen. Ein entsprechender Gesetzesentwurf liegt bereits im Senat. Private Firmen sollen in die Lücke stoßen, die die Abwicklung von Fannie und Freddie reißen würde. Die Regierung soll sich mit der Rolle des Aufseher begnügen - und eventuell anbieten, die privaten Finanzierer gegen einen Ausfall der Immoblienpapiere zu versichern.

In Watertown (USA) steht ein Haus zum Verkauf

Auf dem Höhepunkt der Krise standen Hunderttausende Häuser zum Verkauf - inzwischen hat sich der Markt ein wenig erholt.