Gefälschter 50-Euro-Schein | Bildquelle: 20160302

Bundesbank Wieder mehr Euro-Blüten

Stand: 26.07.2019 13:14 Uhr

Die Behörden haben im ersten Halbjahr wieder mehr Falschgeld gefunden als zuvor. Besonders oft werden die 50-Euro-Scheine gefälscht. Einen starken Anstieg gab es auch bei den Münzen. Der Grund dafür ist banal.

In Deutschland ist wieder etwas mehr Falschgeld entdeckt worden. Im ersten Halbjahr zogen die Behörden rund 27.600 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 1,6 Millionen Euro aus dem Verkehr, wie die Bundesbank mitteilte. Dies sei ein Anstieg von 2,5 Prozent zum zweiten Halbjahr 2018. "Rechnerisch entfallen pro Jahr rund sieben falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner", sagte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann.

Künftig soll die Situation wieder besser werden: "Für das zweite Halbjahr 2019 erwarten wir sinkende Falschgeldzahlen, da die Ermittlungsbehörden jüngst bedeutende Erfolge gegen internationale Fälscherringe erzielen konnten."

50-Euro-Schein sehr oft gefälscht

Insgesamt ist die Zahl der gefundenen Blüten in diesem Jahr nicht außergewöhnlich hoch. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2015 - dem höchsten Stand seit Einführung des Euro - wurden laut Bundesbank schon einmal mehr als 50.000 falsche Scheine gefunden.

Bei Fälschern am beliebtesten ist mit großem Abstand nach wie vor der 50-Euro-Schein. Sein Anteil am Gesamtaufkommen aller Blüten sank allerdings auf 65 Prozent, während es im zweiten Halbjahr 2018 noch rund 72 Prozent waren.

Wie eigene Scheine prüfen?

Wer prüfen will, ob die eigenen Geldscheine echt sind, kann nach Angaben der Bundesbank unter anderem Folgendes tun:

  • Fühlen, ob der Schein das besondere Griff-Gefühl von echten Scheinen aufweist.
  • Auf der Vorderseite der Banknoten die hervorgehobenen Teile des Druckbildes als Relief fühlen.
  • Am linken Rand der Europa-Serie prüfen, ob der Schriftzug "BCE ECB EЦБ EZB EKP EKT EKB BĊE EBC" (sowie "ESB" ab der 50-Euro-Note) vorhanden sind.
  • Es gibt Schraffuren an beiden Rändern.
  • Schein gegen das Licht halten und Wasserzeichen prüfen.
  • Die Scheine kippen und prüfen, ob sich die Hologramme dabei - wie gewünscht - verändern. Es zeigen sich regenbogenfarbige Effekte, welche die Motive umgeben.
  • Die Banknoten der Europa-Serie weisen zudem auf der Vorderseite links unten die Smaragdzahl auf: Beim Kippen verändert sich die Farbe, und ein heller Balken wandert auf- beziehungsweise abwärts.

Anstieg bei Falschmünzen

Neben den gefälschten Scheinen wurden den Angaben zufolge auch rund 19.800 Falschmünzen sichergestellt - im zweiten Halbjahr 2018 waren es nur etwa 16.100. Das ist eine Steigerung um 22 Prozent. Rund 87 Prozent der in diesem Halbjahr gefundenen Münz-Fälschungen waren Zwei-Euro-Stücke.

Wieso ist es zu einem solch gravierenden Anstieg bei den gefundenen Falschmünzen gekommen? Dahinter steckt ein banaler Grund: Gefundene Falschmünzen würden bei den Behörden erst einmal gesammelt und erst der Bundesbank übermittelt, wenn die entsprechenden Lager gefüllt sind, sagte eine Sprecherin der Bundesbank auf Nachfrage von tagesschau.de. Entsprechend gebe es in dem Bereich sehr starke Schwankungen. Eine aussagekräftige Entwicklung sei daher mit Betrachtung einzelner Halbjahreswerte der Falsch-Münzen nicht abzugeben.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 26. Juli 2019 um 12:45 Uhr.

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