Handy mit Facebook-App und WhatsApp

Übernahme von WhatsApp Wofür Facebook & Co Geld ausgeben

Stand: 21.02.2014 09:49 Uhr

Facebook und Google sind die Riesen des Internets. Werden Konkurrenten groß, greifen sie tief in die Tasche und kaufen sie auf - wie jetzt bei WhatsApp. Das reduziert den Wettbewerb und bringt neue Nutzer. Eine Übersicht der wichtigsten Käufe.

Von Kian Badrnejad für tagesschau.de

Es sind klingende Namen in der Online-Welt, die von den Giganten der Online-Branche geschluckt wurden: Beispielsweise kaufte Google im Jahr 2006 für 1,9 Milliarden Dollar den Video-Hoster YouTube, damals wie heute die marktbeherrschende Videoplattform. Seitdem ist YouTube kein eigenständiger Kanal mehr, sondern eine Stimme im Orchester der diversen Google-Dienste.

Microsoft sicherte sich im Mai 2011 Skype, den führenden Anbieter von Internet-Telefonie (Voice-over-IP). Auch Skype war damals bereits so stark, dass sich der Begriff "skypen" als Synonym für das Telefonieren übers Internet etabliert hatte.

Ausgewählte Zukäufe von Internet-Unternehmen

Skype wurde Teil des Microsoft-Konzerns, ersetzte die alte Plattform MSN und führte dem Microsoft-Konzern 663 Millionen neue Nutzer zu. Für das Unternehmen, das damals als behäbiger Computer-Dinosaurier aus der Prä-Internet-Ära galt, war das ein Kauf mit Symbolkraft.

Motorola: Nach drei Jahren wieder verkauft

Die 8,5 Milliarden Dollar, die Microsoft für Skype ausgegeben hatte, galten damals als Rekordsumme. Doch nur wenige Monate später, im August 2011, zahlte Google für die Handy-Sparte von Motorola stolze 12,5 Milliarden Dollar.

Auf den ersten Blick war das eine Erweiterung, die nicht in Googles klassisches Geschäft passte. Doch der Kauf galt wohl in erster Linie Motorolas Portfolio an Patenten. Denn Patentklagen hätten Googles Smartphone-Betriebssystem Android angreifen können. Inzwischen hat Google Motorola für knapp drei Milliarden Dollar an den chinesischen Computerhersteller Lenovo weiterverkauft.

Auch Ebay und Amazon gingen in der Vergangenheit ähnlich vor und erweiterten ihr Geschäftsfeld und ihre Kundenbasis. Fast vergessen ist, dass Amazon bereits 1998 den deutschen Online-Buchhandelspionier Telebuch.de kaufte und in der Folge zu Amazon.de umbaute. Ebays wohl wichtigste Investition waren 1,5 Milliarden Dollar, die der Online-Händler 2002 für den Kauf des Bezahlsystems Paypal ausgab.

19 Milliarden Dollar für Technik und Nutzer

Facebooks bis Dato größte Investition in einen Mitbewerber war der Kauf des Foto-Portals Instagram für ungefähr eine Milliarde Dollar. Das wird um ein vielfaches übertroffen von den 19 Milliarden Dollar, die das Netzwerk des Multimilliardärs Mark Zuckerberg jetzt für WhatsApp ausgegeben hat.

Facebook schlägt nun mit dem Kauf von WhatsApp gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Der Konzern erweitert seine Fähigkeiten mit dem am schnellsten wachsenden Chat-Service der Welt und übernimmt zugleich einen Konkurrenten auf einem Feld, in dem Facebook zuletzt schwächelte: der direkten Kommunikation von Mensch zu Mensch.

Denn dafür nutzen derzeit bereits 450 Millionen Menschen WhatsApp. Und wahrscheinlich werden die meisten nicht damit aufhören, weil es jetzt einen neuen Eigentümer gibt.

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KOMMENTARE

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Gandhismus 20.02.2014 • 23:51 Uhr

Ach "Whats up" (a) keine

Ach "Whats up" (a) keine Werbung`? Oh, ich bin beschämt über mein Vorurteil, dachte ich es ging nur um Werbung. Aber. Der Artikelschreiber merkt es an, es geht dennoch um das grosse Geld, um Marktstudien. Im Grunde ist es also dasselbe.