Ein Facebook-Account | Bildquelle: dpa

Hassreden auf Facebook Rechtsextremisten gesperrt

Stand: 03.05.2019 08:55 Uhr

Facebook hat mehrere Konten von Rechtsextremisten aus den USA und Großbritannien gesperrt. Das soziale Netzwerk steht unter Druck, Regeln gegen Hasskommentare konsequenter durchzusetzen.

Das soziale Netzwerk Facebook hat Profile rechter Hetzer aus den USA und Großbritannien ausgesperrt. Gründe nannte das Unternehmen aus Kalifornien nicht. Das Nutzerkonto des Briten Milo Yiannopoulos, dem Rassismus und Frauenfeindlichkeit vorgeworfen werden, zählt unter anderem zu den geblockten Konten. Er schrieb für die Website "Breitbart News" und unterstützte den Wahlkampf von Donald Trump.

Alex Jones, der als Hetzer gilt, ist ebenfalls vom Ausschluss aus den sozialen Netzwerken betroffen. Der Verschwörungstheoretiker betreibt eine Radio-Talkshow und die Website "Infowars". In der Vergangenheit hatte er unter anderem verbreitet, dass die US-Regierung an den Anschlägen am 11. September 2001 in New York beteiligt gewesen sei. Auch behauptete er, dass der Amoklauf an der Sandy Hook High School von Schauspielern inszeniert worden sei. Nachdem sein Facebook-Account bereits gesperrt wurde, nahm das Unternehmen seinen Instagram-Account ins Visier.

Soziale Medien unter Druck

Ebenso gesperrt wurde das Profil von Louis Farrakhan, Chef von der radikalen religiös-politischen Organisation "Nation of Islam". Ihm wird vorgeworfen, antisemitische Ansichten zu vertreten und die Überlegenheit der schwarzen Rasse zu propagieren.

Facebook sah sich zuletzt wachsendem Druck ausgesetzt, seine Regeln im Umgang mit hassererfüllten und diskriminierenden Kommentaren konsequenter durchzusetzen. Soziale Medien sind seit einiger Zeit - in den USA vor allem seit dem Gewaltexzess weißer nationalistischer Rassisten in Charlottesville im Jahr 2017 - unter Druck, gegen die Verbreitung von Hassreden und extremistischen Inhalten einzuschreiten. Im April fügte Facebook ausdrücklich die Verbreitung und Unterstützung von weißem Nationalismus und weißem Separatismus als Tatbestände hinzu.

Mit Informationen von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 03. Mai 2019 um 10:00 Uhr in den Nachrichten.

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