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Umgang mit Facebook So kontrolliert man seine Daten

Stand: 23.03.2018 22:45 Uhr

Seit dem Datenskandal beschäftigen sich viele Nutzer mit ihren Datenschutzeinstellungen. Wie kann man Facebook das Datensammeln erschweren oder den eigenen Account löschen?

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Von Dominik Lauck, tagesschau.de

Welche Daten sammelt Facebook?

Facebook sammelt grundsätzlich, was man bei dem sozialen Netzwerk postet, anklickt oder teilt. Aber auch versteckte Informationen - beispielsweise die in digitalen Fotos hinterlegten Exif-Daten, die Auskunft erteilen über Standort, Erstelldatum oder Gerätetyp. Facebook erfährt sogar, wenn man andere Webseiten besucht, auf denen "Gefällt mir"-Buttons eingebaut sind. Das geschieht durch sogenannte Cookies. Dadurch bekommt der Konzern Informationen über diese Nutzer, auch wenn sie gar nicht auf Facebook angemeldet sind.

Kann ich vermeiden, dass Facebook diese Daten von mir sammelt?

Wer bei Facebook angemeldet ist, kann das nicht vermeiden. Darauf beruht schließlich das milliardenschwere Geschäftsmodell des Konzerns. Man sollte daher darauf achten, so wenig Daten wie möglich anzugeben. Das gilt insbesondere für Daten aus dem Privatleben, persönlichen Interessen, Passwörter und Kontodaten.

Warum ist die Facebook-App die größte Datenkrake?

Die Facebook-App - wie auch die Apps der Tochter-Anwendungen WhatsApp und Instagram - verlangt Zugriff auf den Standort, das Adressbuch, die Kamera und das Mikrofon. Diese Daten werden auch übertragen, wenn die App geschlossen ist, denn die Apps von Facebook bleiben die gesamte Zeit im Hintergrund aktiv. Über die Einstellungen des Smartphones können die Berechtigungen aber eingeschränkt werden.

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Wie kann ich möglichst viele Daten vor Facebook schützen?

Wer möglichst wenige Daten preisgeben möchte, sollte nicht die App nutzen, sondern Facebook über einen Browser aufrufen und den Browser so einstellen, dass Cookies nach jeder Sitzung gelöscht werden. Das gilt dann aber auch für die automatische Anmeldefunktion. Nutzer könnten auch einen Browser ausschließlich für Facebook verwenden und einen anderen zum surfen im Netz. Außerdem gibt es Browser-Erweiterungen wie "Ghostery" oder "Privacy Badger", die den Datenabfluss an Dritte verhindern.

Wie kann ich überprüfen, welche Daten Facebook von mir gesammelt hat?

Nutzer können sich eine Kopie der eigenen Profildaten bei Facebook besorgen. Der Download kann über die allgemeinen Kontoeinstellungen angefordert werden. Einen ersten Eindruck bekommt man schon, wenn man sich nur das eigene Aktivitätenprotokoll anschaut, das aber nur einen Teil der gesammelten Daten anzeigt. Interessant sind auch die Einstellungen für Werbung. Dort sehen die Nutzer, welche Themen Facebook mit ihnen verbindet und dementsprechend personalisierte Werbung anzeigt. Diese Einstellungen kann man bearbeiten, was Facebook sogar begrüßt - hofft der Konzern doch, so noch zielgenauere Werbung zusammenstellen zu können.

Was passiert mit meinen Daten, wenn ich mein Facebook-Konto lösche oder deaktiviere?

Durch die Deaktivierung des Kontos wird ein Profil zwar für andere unauffindbar. Falls der Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt wieder einsteigen möchte, ist eine Reaktivierung aber möglich. Dementsprechend bleiben die gesammelten Daten ohne zeitliche Begrenzung auf den Facebook-Servern gespeichert. Nur durch eine endgültige Löschung des Kontos verschwinden nach Angaben von Facebook auch die Daten. Allerdings ist es gar nicht so leicht, den Account zu löschen.

Wie kann ich meinen Facebook-Konto löschen?

Wer seinen Account dauerhaft löschen möchte, muss einen entsprechenden Antrag an das Unternehmen stellen. Die passende Option gibt es nicht in den Einstellungen, man erreicht sie nur über diesen Facebook-Link. Der Vorgang kann mehrere Tage dauern - und wenn sich der Nutzer während der Wartezeit noch einmal einloggt, wird der Antrag annulliert. Insgesamt kann es bis zu drei Monate dauern, bis alle Daten von den Facebook-Servern wirklich gelöscht sind.

Welche Alternativen gibt es zu Facebook?

Es gibt alternative Dienste, die mehr Wert auf Datenschutz legen - die sind allerdings nicht ansatzweise so weit verbreitet. Für Facebook selbst sind Diaspora und Nebenan.de mögliche Alternativen. Anstelle von WhatsApp gibt es beispielsweise Threema, Telegram und Hoccer. Eine Alternative zur Bilderplattform Instagram ist EyeEm, das dem deutschen Datenschutz unterliegt. Andere große Netzwerke, wie Twitter oder Snapchat, funktionieren ganz anders als Facebook.

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