Die Drohne "Aquila" des Unternehmens Facebook

Facebook präsentiert Drohne "Internet für alle" mit "Aquila"?

Stand: 31.07.2015 11:46 Uhr

Sie hat das Gewicht eines Autos und die Flügelspanne einer Passagiermaschine: Mit der Drohne "Aquila" will Facebook Internetnutzung in abgelegenen Regionen ermöglichen. Aktivisten kritisieren, dass der Netzzugang nicht neutral und frei sei.

Zehn Prozent der Menschheit leben in Gebieten ohne die nötige Infrastruktur für einen Internetzugang. Nun hat Facebook die erste Version einer Drohne vorgestellt, die Netz in diese entlegenen Gebiete bringen soll. 42 Meter misst die Spannweite des unbemannten Fluggeräts mit dem Namen "Aquila" - dieselbe Größe wie bei einer Boeing 737. Die solarbetriebene Drohne wiege mit ihren 400 Kilogramm weniger als ein Auto und könne monatelang in der Luft bleiben, erklärte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Zudem habe Facebook ein extrem präzises Laser-System entwickelt, das Daten mit einer Geschwindigkeit von 10 GBit/s übertragen könne, schrieb er. Die Datenübertragung soll letztlich sogar schneller sein als bei herkömmlicher Technik.

Sozialer Gedanke und wirtschaftliches Kalkül

Facebook verfolgt schon lange das Projekt, Internet aus der Luft in Gebiete mit schwacher Infrastruktur zu bringen. Dafür kaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr den britischen Drohnen-Entwickler Ascenta. Die über das Projekt "internet.org" gewonnenen neuen Internet-Nutzer dürften auch dem Online-Riesen mehr Geschäft bringen. Dementsprechend setzt auch der Konkurrent Google in einem ähnlichen Programm auf das lukrative Geschäft mit Drohnen. Außerdem testet der Suchmaschinenanbieter riesige Ballons mit Antennen als Internetbringer.

Die "Aquila"-Drohne solle bis zu drei Monate lang am Stück in Höhen zwischen etwa 18.000 und 28.000 Metern fliegen, berichtete das Technologie-Blog "Mashable". In die Luft werde sie von einem Helium-Ballon gebracht, von dem sie sich dann abkopple. Am Tag steige die Drohne auf 28 Kilometer Höhe, nachts sinke sie auf 18 Kilometer, um Energie zu sparen.

"Facebook ist nicht das Internet, und sollte es auch nicht sein"

Facebook stand wegen seines Projekts bereits in der Kritik, weil es keinen echten freien Zugang zum Netz biete. "Internet.org ist nicht neutral, nicht sicher und nicht das Internet", kritisieren etwa die Netzaktivisten der Electronic Frontier Foundation. Indische Aktivisten betonten, "Facebook ist nicht das Internet, und sollte es auch nicht sein".

Zuckerberg verteidigte in seiner Vorstellung von "Aquila" das Projekt: Die Bemühungen seien wichtig, da zehn Prozent der Weltbevölkerung in Regionen lebten, in denen es keine Internet-Infrastruktur gebe. "Um jeden kostengünstig zu vernetzen, müssen wir vollständig neue Techniken entwickeln."

Der Chefentwickler vom Facebook Connectivity Lab, Yael Maguire, hat den Prototypen in den vergangenen 14 Monaten mit seinem Team gebaut. Noch im Laufe des Jahres soll es erste Testflüge geben.

Mehr zum Thema heute um 00:55 Uhr im nachtmagazin.

Darstellung: