Mark Zuckerberg | Bildquelle: dpa

Eigene Plattform in Planung Zuckerberg greift den Apple-Messenger an

Stand: 11.03.2019 09:06 Uhr

Facebook-Chef Zuckerberg plant den Umbau seines Social Networks - Ziel ist offenbar eine verschlüsselte Kommunikationsplattform. An WeChat aus China kommt er nicht vorbei. Sein Hauptgegner ist Apple.

Von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Wie ernst es Facebook-Chef Mark Zuckerberg mit dem Schutz der privaten Kommunikation seiner Nutzer meint, wird vermutlich erst in ein paar Monaten deutlich. Was an dem Kurswechsel der vergangenen Woche aber spannend ist: Zuckerberg scheint seine Messenger-Dienste wie WhatsApp, den Facebook Messenger und den Chatdienst von Instagram zu zentralen Angeboten aufbohren zu wollen.

Als Hauptgegner sieht Zuckerberg da ausgerechnet Apple. Bereits im Oktober sagte er: "Wir sind in den meisten Ländern führend, unser größter Konkurrent ist aber iMessage von Apple. In wichtigen Ländern wie den USA, in denen das iPhone stark ist, ist iMessage die Standard SMS-App. In Ländern, in denen es mehr Konkurrenz zwischen IOS und Android gibt, wie in Europa, bevorzugen die Menschen unsere Dienste." Sein Unternehmen beobachte einen Trend hin zum privaten Nachrichtenaustausch. Man habe hier zwar gute Produkte auf dem Markt, müsse da aber noch aufholen, um dem Wachstum gerecht zu werden.

Zuckerberg und der "Super-SMS-Dienst"

Was Zuckerberg vorschwebt, ist eine Art "Super-SMS-Dienst". Sehr erfolgreich ist damit WeChat in China. Die App ist weit mehr als ein SMS-Ersatz, über WeChat lassen sich Taxis bestellen und Restaurant-Kritiken abrufen, und natürlich dient die App zur Kommunikation mit Freunden.

Vor allem in den USA dürfte Zuckerberg mit seiner Idee ein Problem haben. Denn in Nordamerika ist das iPhone von Apple nicht nur viel stärker verbreitet als im Rest der Welt. Auch der SMS-Dienst von Apple - iMessage - ist sehr erfolgreich und äußert beliebt. Viele iPhone Nutzer in den USA hat das bisher davon abgehalten, den Facebook-Messenger oder WhatsApp zu installieren. iMessage dürfte mit ein Grund sein, weshalb viele Käufer in der Apple-Welt bleiben wollen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Apple seinen Dienst nicht für Android-Smartphones herausgebracht hat.

Apple preist den Datenschutz an

Apple Chef Tim Cook hat in den vergangenen Monaten viel dafür getan, sein Unternehmen als besonders sicher darzustellen. Geschickt umschmeichelt Cook die datenschutz-sensiblen Europäer. Im Oktober meinte er bei einem Europa-Besuch: "Nicht nur hier in Europa werden strenge Fragen gestellt und wirksame Reformen zum Datenschutz eingefordert, sondern auf der ganzen Welt. Es ist Zeit für den Rest der Welt, einschließlich meines Heimatlandes, ihrem Beispiel zu folgen."

Apple-Chef Tim Cook | Bildquelle: dpa
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Apple-Chef Cook ist mit dem iMessage-Dienst sehr erfolgreich. Doch in China konkurriert er mit WeChat.

Schaut man jedoch nach China, dann fällt auf, dass Apple dort seit Monaten zu kämpfen hat. Experten meinen: Hauptgrund dafür ist WeChat. Das lässt sich genauso auf den günstigeren Android-Geräten bedienen. Und genau hier setzt Facebook an: Wenn Zuckerberg es schafft, mit seinen Messaging-Diensten zum WeChat für den Rest der Welt zu werden, dann dürfte das die Absatzzahlen der hochpreisigen iPhones weiter drücken.

Strategie-Wechsel bei Facebook - Zuckerbergs neuer Gegner: Apple
ARD, Los Angeles
11.03.2019 09:07 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. März 2019 um 05:48 Uhr.

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