Die Wirtschaftsprofessorin Isabel Schnabel (Aufnahme vom 12.07.2019) | Bildquelle: dpa

Kabinett billigt Personalvorschlag Schnabel soll EZB-Direktorin werden

Stand: 23.10.2019 13:08 Uhr

Die Wirtschaftsprofessorin Schnabel ist von der Bundesregierung als neue EZB-Direktorin nominiert worden. Die 48-Jährige steht für einen anderen geldpolitischen Kurs als ihre Vorgängerin Lautenschläger.

Die Bundesregierung will eine ihrer Wirtschaftsweisen ins Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) berufen. Das Kabinett billigte den Vorschlag des Finanzministeriums, die Wirtschaftsprofessorin Isabel Schnabel als EZB-Direktorin zu nominieren.

Die 48-Jährige würde damit auf Sabine Lautenschläger folgen, die Ende Oktober vorzeitig von dem Posten zurücktritt. Lautenschläger hatte ihre Entscheidung Ende September bekannt gegeben, ohne jedoch genauere Gründe zu nennen.

"Ich fühle mich geehrt", reagierte Schnabel per Tweet auf ihre Nominierung und versprach ihr Bestes zu geben. Die gebürtige Dortmunderin ist Professorin für Finanzmarktökonomie an der Universität in Bonn und berät die Bundesregierung seit 2014 als Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Neue Direktorin, neuer Kurs?

Schnabel steht dem Kurs der EZB anders gegenüber als Noch-Direktorin Lautenschläger, die stets als scharfe Kritikerin einer lockeren Geldpolitik auftrat. Die EZB hatte angesichts der Konjunkturabkühlung und der anhaltend niedrigen Inflation zuletzt noch höhere Strafzinsen für Banken beschlossen und will erneut Anleihen kaufen.

Im Interview mit dem "Handelsblatt" hatte sich Schnabel hingegen zuletzt hinter die Entscheidungen von EZB-Chef Mario Draghi gestellt. "In Deutschland wird die EZB ständig zum Sündenbock gemacht", sagte Schnabel. Natürlich könne über einige Maßnahmen gestritten werden, doch die Sichtweise, dass die EZB mit ihren Nullzinsen Sparern Geld stehle, sei falsch und gefährlich.

Nun müssen die Finanzminister aller Euro-Länder dem Vorschlag der Bundesregierung zustimmen. Das könnte im November geschehen, sodass Schnabel bereits auf einem EU-Gipfel im Monat darauf formell ernannt werden könnte.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 23. Oktober 2019 um 15:00 Uhr.

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