Die Europäische Zentralbank (EZB) | Bildquelle: dpa

Europäische Zentralbank Anleihenkäufe sollen Ende 2018 auslaufen

Stand: 14.06.2018 14:45 Uhr

Die Europäische Zentralbank will künftig weniger Geld in den Markt pumpen und die umstrittenen Anleihenkäufe zum Jahresende auslaufen lassen. Grund ist die verbesserte Konjunkturlage.

Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt ein Ende ihrer milliardenschweren Anleihenkäufe zum Jahresende 2018 in Aussicht. Ab Oktober will die Notenbank das Volumen der monatlichen Käufe zunächst von derzeit 30 Milliarden Euro auf 15 Milliarden Euro verringern. Ende Dezember könnte das Programm dann auslaufen.

Das hat der EZB-Rat beschlossen. Die Währungshüter gehen zudem davon aus, dass die Leitzinsen noch bis einschließlich Sommer 2019 auf dem aktuellen Niveau bleiben werden. Der Leitzins würde damit bei 0,0 Prozent bleiben, der Einlagezins für die Banken bei minus 0,4 Prozent.

Wende in der Geldpolitik der EZB
nachtmagazin 00:15 Uhr, 15.06.2018, Klaus-Rainer Jakisch, HR

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Ökonomen loben deutliche Kommunikation der EZB

Ökonomen begrüßten die Entscheidung. "Die Neuigkeit ist die unerwartete Klarheit. Es kommt etwas überraschend, dass sich die EZB derart weit aus dem Fenster lehnt", erklärte der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding. Es müsse jetzt schon einen dramatischen Einbruch beim Wirtschaftwachstum geben, damit sie von dieser recht klaren Festlegung wieder abrücke und die Käufe verlängere. "Die Inflation spricht für einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik", sagte Otmar Lang, Chefvolkswirt der Targobank.

Teuerung anheizen, Konjunktur auf die Sprünge helfen

Mit sogenanntem billigen Geld versucht die EZB seit Jahren, der Konjunktur in den 19 Euroländern auf die Sprünge zu helfen und zugleich die Teuerung anzuheizen. Angestrebt wird eine Preisstabilität mit einer Teuerungsrate von knapp unter 2,0 Prozent - weit genug entfernt von der Nullmarke.

Dauerhaft niedrige oder gar sinkende Preise könnten Unternehmen und Verbraucher dazu bringen, Investitionen aufzuschieben - das könnte die Konjunktur abwürgen. Im Mai stieg die Jahresinflationsrate im Euroraum nach einer ersten Schätzung des Statistikamtes Eurostat auf 1,9 Prozent.

Seit März 2015 hat die EZB schon mehr als 2,4 Billionen Euro zur Stabilisierung der Konjunktur in die Finanzmärkte gepumpt.

Ende der EZB-Anleihenkäufe in Sicht
Kathrin Schmid, ARD Stockholm
14.06.2018 19:40 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 14. Juni 2018 um 15:00 Uhr.

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