Der Hamburger Hafen bei Dämmerung.

März-Exporte sinken um 1,8 Prozent Deutsche Wirtschaft im Zwischentief

Stand: 09.05.2014 11:19 Uhr

Weniger Produktion, weniger Aufträge, weniger Ausfuhren: Der März war kein guter Monat für die deutsche Wirtschaft. Vor allem die Exportzahlen senden ein Alarmsignal: Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verkauften die Unternehmen 1,8 Prozent weniger ins Ausland als noch im Februar.

Die schlechten Zahlen kommen überraschend - denn eigentlich befindet sich die deutsche Wirtschaft im Aufschwung, wie unter anderem die Jobdaten zeigen: Im April waren so wenige Menschen arbeitslos wie zuletzt 1992 um dieselbe Zeit. Auch die Steuerschätzer gehen von weiterhin sprudelnden Staatseinnahmen aus, wie diese Woche bekannt wurde. Schließlich: Die Wirtschaft in Südeuropa schien sich nach Jahren der Krise zuletzt zu erholen. Auch davon sollten Deutschlands Exporteure eigentlich profitieren.

Die März-Zahlen nähren daran nun aber Zweifel - denn besonders die Ausfuhren in die übrigen Euroländer gingen deutlich zurück, während sich zum Beispiel der Handel mit Nicht-Euroländern wie Großbritannien oder Polen positiv entwickelte.

Die Hoffnung liegt jetzt auf der Binnenwirtschaft

"Es kommen ein paar Dinge zusammen, von der Ukraine-Krise bis zur Konjunkturabkühlung in China. Die Erholung in der Euro-Zone ist noch nicht geradlinig genug, um das ausgleichen zu können", meinte Holger Sandte, Europa-Chefanalyst. Er glaubt, dass die Schwächephase noch ein wenig anhält, also auch die Zahlen für das zweite Quartal schlechter ausfallen werden als eigentlich erhofft.

"Die Daten sind relativ schlecht. Das könnten erste Anzeichen dafür sein, dass die Weltkonjunktur tatsächlich ein wenig an Schwung verloren hat", sagte Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg. Er gab allerdings zu bedenken, "dass die Daten von Monat zu Monat sehr stark schwanken", man "mit einem endgültigen Urteil daher vorsichtig sein" müsse. Zumal: Der Einzelhandel hatte gut zu tun im ersten Quartal, viele deutsche Unternehmen trauen sich zudem wieder zu investieren.

Arbeiter in einem deutschen Industriebetrieb

Noch ist in Deutschlands Firmen viel zu tun - trotz der Delle im März.

Schmieding deutet dies so: Die Schwäche bei den Exporten werde momentan durch eine stärkere Binnenwirtschaft wettgemacht. Vieles deutet also tatsächlich auf ein Zwischentief hin - nicht auf ein Dauertief.

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KOMMENTARE

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Nana 09.05.2014 • 20:41 Uhr

@Bernd1

"Aber dass das Krisenjahr 2009 noch einmal negativ war habe ich Ihnen schon mehrfach in diesem Zusammenhang bestätigt." . Was Sie nicht davon abhält das Jahr 2009 aus mangel mit hinein zu nehmen. . "Fakt ist dass im Jahr 2008 nach langen Jahren ohne Reallohnzuwachs die Kehrtwende zum Positiven kam die bis heute anhält!" . Das ist auch falsch: Reallohnzuwächse gab es in 2013 nicht. Dazu empfehle ich Ihnen ihre zitierte Quelle. . "Vor alleml in der Zahl der Arbeitsplätze und im Einkommen!" . Nein, das Einkommen ist ja geschrumpft in 2013. Deswegen das Wachstum ja auch entkoppelt vom Wohlstand. Was Arbeitsplätze angeht: Bitte das Arbeitsvolumen beachten. . "Bitte zur Kenntnis nehmen:" ... Die Einfuhren steigen stärker als die Exporte!" . Das 2013 nicht der Fall gewesen. Wir haben sogar 2007 noch übertroffen. Ebenfalls nachzulesen beim statistischen Bundesamt. Die Raten eines Monats widersprechen nicht dem Trend. Nebenbei ein kleiner Tipp: Importe sind nicht immer Konsumausgaben.