Ein Frachter am Containerterminal Altenwerder im Hamburger Hafen (Archivbild 2009)

Exporte auf höchstem Stand seit Herbst 2008 Auf dem Weg zurück zu alten Rekorden

Stand: 09.08.2010 11:47 Uhr

Der deutsche Export boomt weiter. Im Juni wurden Waren im Wert von 86,5 Milliarden Euro ausgeführt. Das waren 28,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Verglichen mit dem Vormonat Mai stiegen die Ausfuhren demnach um 3,8 Prozent. Damit liegen die deutschen Exporte so hoch wie nie seit Ausbruch der Krise im Herbst 2008. Allerdings hatten die Ausfuhren etwa im März und im Mai gegenüber den Vormonaten noch deutlich stärker zugelegt.

Noch stärker stiegen im Juni laut Statistikbehörde die Einfuhren nach Deutschland. Sie lagen bei einem Volumen von 72,4 Milliarden Euro und damit 31,7 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Summe ist zudem der höchste Stand seit Einführung der Außenhandelsstatistik im Jahr 1950.

"Rekordjahr in greifbare Nähe gerückt"

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Auch die deutschen Autobauer tragen zu den gestiegenen Exportzahlen bei - sie melden steigende Verkaufszahlen im Ausland.

Die deutschen Ausfuhren könnten bereits im kommenden Jahr wieder in die Nähe ihres Rekordwertes kommen. Für 2011 rechnet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einem Wachstum der Exporte um acht Prozent. Die in Berlin vorgestellte Prognose stützt sich auf Schätzungen der deutschen Auslandshandelskammern (AHK) in 80 Ländern. "Mit dieser Entwicklung ist der Exportwert aus dem Rekordjahr 2008 wieder in greifbare Nähe gerückt", betonte der DIHK. Der Wert der Ausfuhren werde 2011 voraussichtlich 968 Milliarden Euro erreichen. Im bisherigen Rekordjahr 2008 waren es 985 Milliarden Euro.

In diesem Jahr dürften die Exporte um elf Prozent wachsen, wofür die Aufholprozesse nach dem vorherigen Krisenjahr maßgeblich seien. Damit würden die deutschen Ausfuhren in diesem und im kommenden Jahr etwas stärker als der Welthandel wachsen, der nach Einschätzung der AHK-Experten um jeweils etwa sieben Prozent zulegen wird.

EU bleibt wichtigster Exportmarkt

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"Made in Germany" ist weiter gefragt - vor allem in der EU.

Die mit Abstand bedeutendsten Absatzmärkte für deutsche Unternehmen befinden sich laut der Erhebung nach wie vor in den Ländern der Europäischen Union, in die rund 63 Prozent aller Exporte gingen. Der wichtigste Abnehmer deutscher Ausfuhren bleibe Frankreich vor den USA und den Niederlanden. Für die Einfuhren erwartet der DIHK in den Jahren 2010 und 2011 jeweils ein Wachstum von 9,5 Prozent. China werde 2010 mit einem Volumen von 65 Milliarden Euro erstmals den Spitzenplatz als Lieferant von Waren nach Deutschland einnehmen und die Niederlande auf den zweiten Platz verdrängen.

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