Container im Hafen von Hamburg

Deutsche Rekordbilanz für den Oktober So viel exportiert wie noch nie

Stand: 09.12.2013 10:33 Uhr

Die deutschen Exporteure haben einen Umsatzrekord aufgestellt. Im Oktober verkauften sie Waren im Wert von 99,1 Milliarden Euro ins Ausland - so viel wie noch nie in einem einzigen Monat. Die bisherige Bestmarke war im März 2012 erreicht worden. Im Vergleich zum Vorjahresmonat legten die Exporte damit um 0,6 Prozent zu.

Besonders kräftig zog die Nachfrage aus den nicht zur Euro-Zone gehörenden EU-Ländern an, zu denen beispielsweise osteuropäische Staaten wie Polen gehören. Hier gab es ein Plus von 6,2 Prozent. Die Ausfuhren in die Euro-Zone gingen minimal um 0,1 Prozent zurück, die Exporte außerhalb Europas schrumpften um 1,3 Prozent. Verglichen mit dem Vormonat wuchsen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten einen Anstieg in dieser Größenordnung erwartet.

Grafik: Exporte der deutschen Wirtschaft

Schwache Jahreszahlen deuten sich an

Insgesamt bleibt das Exportgeschäft in diesem Jahr aber trotz der guten Oktober-Zahlen schwach. Mit Ausfuhren im Wert von 917 Milliarden Euro von Januar bis Oktober verfehlen die Exporteure den Vorjahreswert um 0,7 Prozent.

"Nüchtern gilt es festzuhalten, dass der deutsche Außenhandel im Jahresverlauf stagniert - trotz des Monatsrekords im Oktober", sagte Außenhandelsverbandschef Anton F. Börner.

Schere zwischen Import und Export schließt sich

Die Einfuhren legten im Vergleich zum September um 2,9 Prozent zu - hier hatten Analysten nur mit einem Plus von 1,6 Prozent gerechnet. "Das ist eine gute Nachricht für die Euro-Zone", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank. "Die steigenden Importe dürften den Krisenländern helfen, ihre exportgetriebene Erholung fortzusetzen." Im Vergleich zum Oktober des vergangenen Jahres nahmen die Importe allerdings um 1,6 Prozent ab.

Die Außenhandelsbilanz - die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren - wies einen Überschuss von 17,9 Milliarden Euro auf. Im September war er noch auf den Rekordwert von 20,3 Milliarden Euro geklettert.

Internationale Kritik an deutscher Handelsbilanz

Deutschland steht wegen seiner starken Außenhandelsüberschüsse in der Kritik. Die US-Regierung rügte in einem Kongressbericht zur Weltwirtschafts- und internationalen Währungspolitik, dass die Mischung aus international vergleichsweise schwachem Konsum und der starken Exportabhängigkeit Deutschlands die wirtschaftliche Entwicklung der Eurozone und der Weltwirtschaft bremse. Die EU startete eine Untersuchung der Exportstärke Deutschlands. Wie die USA fordert sie eine Stärkung der Nachfrage.

Deutschlands wichtigste Exportgüter (Quelle: Stat. Bundesamt)
Rang Branche Ausfuhrwert in Mrd. Euro Anteil an den Exporten
1 Kraftwagen und -teile 142 17,4 %
2 Maschinen 121 14,8 %
3 Chemische Erzeugnisse 80 9,8 %
4 Datenverarbeitungsgeräte, elektrische und optische Erzeugnisse 62,3 7,6 %
5 Elektrische Ausrüstungen 49,7 6,1 %
6 Pharmazeutische Erzeugnisse 42,7 5,2 %
7 Metalle 40,1 4,9 %
8 Nahrungs- und Futtermittel 35,1 4,3 %
9 Sonstige Fahrzeuge 34,9 4,3 %
10 Gummi- und Kunststoffwaren 29,1 3,6 %

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 09. Dezember 2013 um 11:00 Uhr.

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KOMMENTARE

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volkmar1 09.12.2013 • 19:14 Uhr

Korrektur kommt

Ein Blick in die Zukunft dürfte die anderen Länder beruhigen - uns dagegen müsste der Angstschweiß im Nacken stehen: Beklagen doch unsere Firmen, dass eine zunehmende von jungen Menschen nicht ausbildungsreif sei oder die Ausbildung abbrächen. Vom Fachkräftemangel lesen wir nicht erst seit gestern und dass wir unter einem Geburtenmangel leiden, macht die Lage auch nicht besser. Dann lesen wir, dass die Bildung zurückgeht (PISA ist da eine kleine Ausnahme) - maßgeblich werden auch die Medien verantwortlich gemacht; Prof. Dr. Spitzer, Gehirnforscher, prognostiziert, dass unsere Kinder in 15 Jahren die Turnschuhe und T-Shirts für den asiatischen Markt herstellen werden. Leider behandeln wir die für uns notwendigen Kinder von Migranten sehr lieblos - anstatt ihnen einen solide Ausbildung in Deutsch zu geben, sitzen sie da mit spärlichem Förderunterricht (3h die Woche) in den Schulen und verpassen sprachbedingt viel. DAS ist unsere Zukunft. Ein Exportland kann sich so etwas nicht leisten!