Hand hält Schild mit dem Aufdruck "Made in Germany" | Bildquelle: picture alliance / Lars Halbauer

Rückgang bei Exporten Weniger "Made in Germany" im Ausland

Stand: 09.08.2019 11:13 Uhr

Deutsche Unternehmen haben im Juni deutlich weniger Geld mit Exporten verdient, als noch vor einem Jahr. Der Warenwert ging um acht Prozent zurück. Der DIHK zeigt sich besorgt. In der Baubranche läuft es aber weiterhin gut.

Die Eskalation des Handelskonflikts zwischen den USA und China, die Abkühlung der Weltkonjunktur und das Risiko eines ungeordneten Brexits machen sich in der Wirtschaft bemerkbar. Im Juni wurden Waren im Umfang von 106,1 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist ein Rückgang von acht Prozent im Vergleich zum Juni 2018. Einen solch starken Einbruch gab es seit fast drei Jahren nicht mehr. Im Vergleich zum Mai sanken die Lieferungen um 0,1 Prozent.

Besonders stark gingen die Exporte in Länder außerhalb der EU zurück - sie sanken innerhalb eines Jahres um 10,7 Prozent auf einen Umfang von 42,6 Milliarden Euro. Die Warenlieferungen aus Deutschland in EU-Länder nahmen um 6,2 Prozent ab.

DIHK fürchtet ein Export-Minus

Auch die Importe nahmen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes deutlich ab. So wurden im Juni Waren im Wert von 89,3 Milliarden Euro importiert. Das ist im Vergleich zu Juni 2018 ein Minus von 4,4 Prozent. Auch hier sind besonders die Lieferungen aus Nicht-EU-Ländern betroffen - in dem Bereich wurde ein Minus von 8,9 Prozent verzeichnet. Die Importe aus EU-Ländern sanken im Jahresvergleich hingegen nur um 1,1 Prozent.

Mit Blick auf die neuen Zahlen erwartet Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) für 2019 kaum noch Wachstum bei den deutschen Ausfuhren: "Für das Gesamtjahr zerbröseln die Hoffnungen auf ein zumindest mageres Exportplus", sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Bisher hatte die Kammerorganisation ein Export-Wachstum von 1,2 Prozent erwartet. "Wenn wir mit einer schwachen Null - und somit mit dem schlechtesten Ergebnis seit der Finanzkrise - aus dem Jahr gehen würden, wäre das angesichts der konflikt- und krisenbeladenen Weltwirtschaft schon ein Erfolg."

Baubetriebe boomen

Die Baukonjunktur hierzulande brummt hingegen weiter. Im Mai dieses Jahres erzielten die größeren Betriebe des Bauhauptgewerbes 9,8 Prozent mehr Umsatz als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls mitteilte. Für die ersten fünf Monate des Jahres beträgt das Umsatzplus sogar 11,5 Prozent. Profitieren konnten sowohl der Hoch- als auch der Tiefbau und die Spezialgewerke.

Es waren am Bau auch mehr Menschen tätig. Die Beschäftigtenzahl im Mai lag 2,2 Prozent über dem Wert aus dem Jahr 2018.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. August 2019 um 13:00 Uhr.

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