Container im Hamburger Hafen | Bildquelle: dpa

Deutsche Ausfuhren Export-Rekordjahr mit Schrammen

Stand: 08.02.2019 11:41 Uhr

Deutschlands Exporte sind im vergangenen Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen und haben im Jahresvergleich um 3,0 Prozent zugelegt. Doch die großen Handelsstreits hinterlassen Spuren - das Wachstumstempo verlangsamte sich deutlich.

Deutschlands Exporte haben im vergangenen Jahr ungeachtet von zunehmenden Handelsstreitigkeiten ein neues Rekordhoch erreicht. Die Unternehmen führten 2018 Waren im Wert von knapp 1,318 Billionen Euro aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Grundlage vorläufiger Berechnungen mitteilte. Das waren 3,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe stiegen im Vorjahresvergleich um 5,7 Prozent auf 1,090 Billionen Euro.

Die Exporte und Importe übertrafen damit die bisherigen Höchstwerte aus dem Jahr 2017. Damals waren Waren im Wert von 1,279 Billionen Euro exportiert und Waren im Wert von 1,031 Billionen Euro importiert worden.

Geringerer Außenhandelsüberschuss

Der Außenhandelsüberschuss, für den die Bundesrepublik international immer wieder kritisiert wird, verringerte sich damit im vergangenen Jahr: Er summierte sich auf 227,8 Milliarden Euro nach 247,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Die meisten Waren aus Deutschland gingen mit einem Wert von 778,7 Milliarden Euro in Länder der Europäischen Union - ein Anstieg von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Importe aus EU-Staaten stiegen um 6,3 Prozent auf 623,0 Milliarden Euro. In Drittländer außerhalb der EU führten die deutschen Unternehmen Waren im Wert von 539,2 Milliarden Euro aus und importierten von dort Waren im Wert von 467,0 Milliarden Euro.

Rückgang im Dezember

Einen deutlichen Rückgang im Vorjahresvergleich verzeichneten die Statistiker für den Monat Dezember. Im letzten Monat des vergangenen Jahres wurden von Deutschland Waren im Wert von 96,1 Milliarden Euro exportiert - ein Minus von 4,5 Prozent gegenüber Dezember 2017. Die Importe blieben mit 82,1 Milliarden Euro nahezu unverändert zum Vorjahresmonat.

Im laufenden Jahr dürften die internationalen Handelsstreitigkeiten, der Brexit und die eine abflauende Konjunktur der Exportwirtschaft zusetzen. Ende Januar hatte die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose auf 1,0 Prozent deutlich gesenkt - in ihrer Herbstprognose war sie noch von 1,8 Prozent Wachstum ausgegangen. Zuletzt hatte Finanzminister Olaf Scholz wegen der abflauenden Konjunktur vor einem Milliarden-Loch im Bundeshaushalt gewarnt.

Gustav Horn, wissenschaftlicher Direktor des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), warnte allerdings vor zu großem Pessimismus. Zwar lauerten große Risiken am Horizont - etwa, wenn der Brexit tatsächlich ohne Ausstiegsvertrag verlaufen sollte. "Es ist aber nicht die Zeit, in tiefen Pessimismus zu verfallen." Der Kern der deutschen Konjunktur sei derzeit die Binnennachfrage, getragen von einem starken privaten Verbrauch, der nach wie vor intakt sei.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Februar 2019 um 10:15 Uhr in den Nachrichten.

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