Güterzüge mit Containern

23,5 Prozent weniger Ausfuhren im ersten Halbjahr Rekordeinbruch für den Exportweltmeister

Stand: 22.09.2009 11:18 Uhr

Die weltweite Wirtschaftskrise hat die deutschen Exporte im ersten Halbjahr 2009 so stark einbrechen lassen wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts sanken die Ausfuhren zwischen Januar und Juni um 23,5 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2008.

Massive Probleme im Handel mit EU-Staaten

Vor allem die anderen EU-Staaten ließen sich infolge der konjunkturellen Talfahrt weniger deutsche Waren liefern. Die Ausfuhren nach Irland gingen um 41,3 Prozent zurück. Für Exporte nach Spanien verzeichneten die Statistiker ein Minus von 38,2 Prozent. In beiden Ländern hatte das Platzen einer Immobilienblase die Wirtschaft tief in eine Krise gestürzt. Auch der Handel mit Großbritannien litt unter den Folgen der Finanzkrise und der dortigen Rezession. Britische Kunden bezogen 27,8 Prozent weniger Waren aus der Bundesrepublik.

Containerterminal im Hamburger Hafen
galerie

Deutschland könnte in diesem Jahr den Titel des Exportweltmeisters verlieren.

Deutsche Exporte in Länder außerhalb der Europäischen Union entwickelten sich unterschiedlich. Die Ausfuhren nach Russland brachen im Jahresvergleich um 38,9 Prozent. In die USA wurden 26,5 Prozent weniger Waren exportiert, in die Türkei 35,7 Prozent weniger. Dagegen litt der Handel mit China kaum unter den Problemen der Weltwirtschaft. Die deutschen Exporteure lieferten nur 3,6 Prozent weniger in die Volksrepublik als ein Jahr zuvor. Die Einfuhren aus China nach Deutschland sanken parallel um 4,9 Prozent.

Branchenverband erwartet 18 Prozent Minus für Gesamtjahr

Deutschland droht nach Einschätzung der Welthandelsorganisation WTO in diesem Jahr seinen Titel als Exportweltmeister an China zu verlieren. Der Exportverband BGA erwartet für 2009 einen Rückgang der Ausfuhren um etwa 18 Prozent - das wäre das erste Minus seit 1993 und das größte seit Bestehen der Bundesrepublik. Für 2010 sagt der Verband allerdings wieder ein Plus von zehn Prozent voraus.

Darstellung: