Flugzeuge der Fluggesellschaft Eurowings stehen geparkt auf dem Vorfeld. (Archiv: 06.10.2022) | dpa

Pilotenstreik ab Montag Hälfte der Eurowings-Flüge fällt aus

Stand: 16.10.2022 13:10 Uhr

Von 400 geplanten Eurowings-Flügen sollen am Montag nur rund 230 abheben. Auch am Dienstag und Mittwoch ist mit erheblichen Ausfällen zu rechnen. Grund für die Streichungen ist ein dreitägiger Pilotenstreik.

Wegen des zweiten Pilotenstreiks innerhalb weniger Wochen fällt von Montag bis Mittwoch fast jeder zweite Eurowings-Flug aus. Davon dürften zehntausende Passagiere betroffen sein. Von den rund 400 geplanten Verbindungen für Montag könnten rund 230 stattfinden, teilte die Lufthansa-Tochter mit.

Allein am Flughafen Düsseldorf wurden nach Angaben des Airports allerdings für Montag 102 der geplanten 171 Eurowings-Flüge abgesagt, in Köln/Bonn wurden 43 Verbindungen gestrichen, in Stuttgart 40 Starts und Landungen annulliert. In Hamburg sollen 58 von 94 geplanten Flügen ausfallen.

Eurowings Europe wird nach Unternehmensabgaben nicht bestreikt und fliege "unter Volllast". Auch die Airline Eurowings Discover, die von Frankfurt und München aus operiert, sei vom Arbeitskampf der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nicht betroffen. Für Dienstag und Mittwoch geht Eurowings davon aus, dass ebenfalls knapp die Hälfte des geplanten Flugprogramms ausfällt.

"Eurowings hat sich am Wochenende umfangreiche Unterstützung aus der Lufthansa Group sowie über weitere Airline-Partner gesichert", hieß es. Zudem erwarte die Fluglinie, dass viele Pilotinnen und Piloten trotz des Streiks zum Dienst erscheinen.

Gewerkschaft fordert längere Ruhezeiten

Die Gewerkschaft hatte am Freitag die Piloten im Tarifstreit über bessere Arbeitszeiten zu einem dreitägigen Streik aufgerufen - von Montag 0.00 Uhr bis 23.59 Uhr am Mittwoch. Das vom Arbeitgeber vorgelegte Angebot zum Manteltarifvertrag sei nicht verhandlungsfähig, hatte VC erklärt. Die Gespräche seien damit erneut gescheitert.

Die Gewerkschaft fordert längere Ruhezeiten und kürzere Einsätze, weil das Cockpit-Personal überlastet sei. Das Management hatte die Forderungen als maßlos bezeichnet. Eurowings-Geschäftsführer Kai Duve hatte am Samstag kritisiert, die Gewerkschaft zwinge Eurowings unausweichlich in eine Schrumpfung des deutschen Flugbetriebs und gefährde Arbeitsplätze - nicht nur im Cockpit.

Eurowings beklagt Millionenschäden durch Streik

Die Fluggesellschaft betonte, man habe am Wochenende in internen Meetings sehr deutlich gemacht, dass das bis zum Streik angebotene Entlastungspaket mit zehn zusätzlichen freien Tagen im Jahr bei drei Stunden verringerter Wochenarbeitszeit die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren erreiche.

"Entsprechend wird die VC mit ihrer unnachgiebigen Haltung kein noch besseres Angebot erstreiken, sondern mit ihrem Kurs nur zu erneuter Kundenenttäuschung und weiteren Millionenschäden beitragen."

Passagiere sollen sich über Website und App informieren

Die Flugpläne für Dienstag und Mittwoch würden veröffentlicht, sobald klar sei, wie viele Piloten sich trotz des Streikaufrufs zum Flugdienst meldeten, erklärte Eurowings. Die Passagiere wurden gebeten, sich über die Webseite oder die Eurowings Kunden-App fortlaufend über den Status ihres Fluges zu informieren.

Die Eurowings-Piloten hatten bereits Anfang Oktober die Arbeit für einen Tag niedergelegt. Die Airline musste rund 250 Flüge absagen - etwa 30.000 Passagiere waren betroffen.

Über dieses Thema berichtete am 06. Oktober 2022 tagesschau24 um 11:00 Uhr.