Euro in der Krise

Staatsanleihen erfolgreich platziert Spanien und Italien besorgen sich frisches Geld

Stand: 13.01.2011 15:06 Uhr

Nach der erfolgreichen Ausgabe von portugiesischen Staatsanleihen haben sich auch Spanien und Italien neues Geld auf dem Kapitalmarkt beschafft. Allerdings müssen die beiden hochverschuldeten Länder höhere Zinsen zahlen als noch bei vergleichbaren Platzierungen im November.

Zinsen deutlich gestiegen

Euro-Geldscheine
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Spanien und Italien verschafften sich über Staatsanleihen neue Liquidität.

Nach Angaben des Finanzministeriums in Madrid wurden fünfjährige Staatsanleihen im Wert von drei Milliarden Euro zu einem Zinssatz von 4,542 Prozent ausgegeben. Der Zinssatz fiel damit zwar niedriger aus als erwartet, lag aber rund einen Prozentpunkt über dem der vorangegangenen Ausgabe von Staatsanleihen im November.

Auch Italien brachte erfolgreich ein Paket von Staatsanleihen auf den Markt und erzielte Einnahmen von rund sechs Milliarden Euro. Auch hier stiegen die Zinsen, auch wenn die Italiener noch deutlich weniger bezahlen müssen als das gebeutelte Spanien. So erhöhte sich die Rendite für die Anleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit auf 3,67 Prozent im Vergleich zu 3,24 im November 2010. Bei beiden Ländern war die Nachfrage höher als das Angebot.

Weitere Staaten gelten als Wackelkandidaten

Die Emissionen in Portugal, Spanien und Italien waren wegen der wieder aufgeflammten Schuldenkrise mit Spannung erwartet worden. Nach Griechenland und Irland gelten die Staaten auf der Iberischen Halbinsel als nächste Wackelkandidaten in der Eurozone. Auch Italien mit seiner hohen Verschuldung steht im Blickpunkt der Märkte.

Die Regierung in Madrid beteuerte in der Vergangenheit wiederholt, keine internationalen Hilfen zu benötigen. Spaniens Volkswirtschaft ist so groß wie die von Irland, Griechenland und Portugal zusammen. Sollte ein internationales Hilfspaket geschnürt werden müssen, wäre es damit voraussichtlich deutlich größer als die bisherigen für Athen und Dublin.

EZB lässt Leitzins bei 1,0 Prozent

Angesichts der Schuldenkrise lässt die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Euroraum auf seinem Rekordtief. Trotz der zuletzt gestiegenen Inflation bleibt er bei 1,0 Prozent. Das entschied der Rat der EZB bei seiner ersten Sitzung des Jahres in Frankfurt  am Main.

Höhere Zinsen würden Kredite verteuern und könnten daher Gift für die Erholung der Konjunktur sein. Das würde insbesondere die Bemühungen der hoch verschuldeten Staaten wie Irland, Griechenland oder Portugal zusätzlich erschweren, deren Wirtschaftsentwicklung durch die öffentlichen Sparmaßnahmen bereits schwer belastet wird.

Der wichtigste Zins zur Versorgung der Banken im Euroraum mit Zentralbankgeld verharrt seit Mai 2009 auf diesem Niveau. Volkswirte rechnen frühestens Ende 2011 mit einer Zinsänderung, obgleich die Inflation im Eurogebiet im Dezember 2010 über die wichtige Marke von 2,0 Prozent auf 2,2 Prozent geklettert war. Die EZB sieht mittelfristig stabile Preise nur bei Werten von knapp unter 2,0 Prozent.

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