Die Flaggen der EU und Greichenlands vor der Akropolis

Griechenland-Zwischenbilanz der EU-Kommission Mit 33.600 Euro pro Kopf gegen die Pleite

Stand: 18.04.2012 17:41 Uhr

Griechenland ist laut EU-Kommission bislang mit 380 Milliarden Euro internationaler Hilfe vor der Staatspleite bewahrt worden. Umgerechnet auf die Einwohner Griechenlands entspricht das 33.600 Euro pro Kopf. In die Rechnung flossen Beihilfen, Kredite und der Schuldenerlass privater Investoren ein.

Kommissionspräsident José Manuel Barrso verglich dies bei einer Rede vor dem Europaparlament in Straßburg mit der Hilfe, die Westeuropa nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Marshallplan erhalten hat. Diese habe damals 2,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Empfängerländer betragen - bei Griechenland summiere sich die Unterstützung auf 177 Prozent des BIP.

"Dies zeigt, dass wir enorme Anstrengungen unternehmen, um Griechenland zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen", sagte Barroso. "Wir werden das fortsetzen." Griechenland sei auf gutem Weg. Von einem weiteren milliardenschweren Hilfsprogramm - über das die Finanzmärkte spekulieren - war nicht die Rede. "Die Krisensituation hat sich stabilisiert", lautet das Resümee des Berichts.

Barroso will Schulden vergemeinschaften

Barroso sprach sich erneut dafür aus, dass die Länder der Eurozone ihre Schulden vergemeinschaften. Man sei davon überzeugt, dass es für wahre Haushaltsdisziplin und Übereinstimmung eine Vergemeinschaftung der öffentlichen Schulden geben müsse, sagte er. Deutschland ist gegen solche Euro-Bonds zur gemeinsamen Schuldenaufnahme der 17 Euro-Länder. Für Deutschland würde die Geldaufnahme dadurch teurer, zudem könnte der Reformeifer der Krisenstaaten nachlassen.

Brüssel fordert weitere Reformen

Die EU-Kommission dringt darauf, dass die Regierung in Athen die vereinbarten Reformen umsetzt. So empfiehlt Brüssel Griechenland, auch im Privatsektor die Löhne zu senken. Die Regierung müsse unter anderem Gas- und Stromfirmen privatisieren, die Banken bis September mit frischem Kapital ausstatten und mehr gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit tun. Korrekt umgesetzt dürfte dies das Wachstum ankurbeln und Jobs schaffen, hieß es.

Deutlicher als bisher sprach die EU-Kommission auch von den sozialen Härten für die Griechen. "Die griechische Bevölkerung hat große Opfer gebracht", sagte Barroso.

Mehr Geld für die Europäische Investmentbank?

Barroso forderte wie zuvor EU-Währungskommissar Olli Rehn, die Europäische Investmentbank (EIB) - die Hausbank der EU - mit mehr Geld auszustatten. Rehn sprach von einer Erhöhung des Kapitals um zehn Milliarden Euro. Die EIB unterstützt Ausgaben der EU-Länder für Investitionen mit Krediten und Bürgschaften.

Wegen der Rezession in Griechenland mehren sich die Stimmen, die EU müsse die Wirtschaft des Landes mit einem Konjunkturprogramm wieder auf die Beine bringen.

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KOMMENTARE

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bertell-me 19.04.2012 • 01:23 Uhr

Unterschwellige Botschaften

Ich habe heute mehrere Ausgaben der Tagesschau gesehen. Jedes Mal wurde dabei explizit erwähnt, dass 33.000 Euro bereits pro Kopf nach Griechenl. geflossen sind. Ich hab mich gefragt was diese irrelevante Umrechnung suggerieren soll (als über die Lieferung der Dolphin-Klasse U-Boote an Israel berichtet wurde mit keinen Wort erwähnt, dass der deutsche Steuerzahler 130 Millionen € dafür blechen muss - das wäre eine wichtige Info gewesen). Soll das den uninformierten Zuschauer vorgaukeln, dass mit den Geld der Bevölkerung geholfen wird und nicht den Banken/Großkonzernen? . . . . @Voltaire_deux ich hoffe sie kennen auch Reichtumsuhr(.de) Privates Geldvermögen in Deutschland: 5.038.392.691.800 € Zuwachs pro Sekunde: 6440 Euro . . . . Wenn die Politiker nicht erkennen, dass den reichsten viel mehr abgeben müssen, wird es mittelfristig "Knallen". Das haben die in G. aber auch noch nicht Verstanden, da wird dann lieber der Mindestlohn gesenkt.