Gletscher-Vulkan Eyjafjallajökull auf Island stößt riesige Mengen Wasserdampf und Asche aus

Urteil des Europäischen Gerichtshofs Mehr Rechte für Passagiere bei Flugausfällen

Stand: 31.01.2013 11:04 Uhr

Fluglinien müssen für festsitzende Passagiere auch aufkommen, wenn es außergewöhnliche Gründe für die Probleme gibt. Das hat der EuGH entschieden. Eine Irin war wegen des isländischen Vulkanausbruchs tagelang nicht aus Portugal weggekommen - Ryanair wollte aber nicht zahlen.

Andreas Reuter ARD-Studio Brüssel

Von Andreas Reuter, HR-Hörfunkstudio Brüssel

Als im Frühjahr 2010 der Vulkan auf Island ausbrach und der europäische Luftraum geschlossen wurde, saß eine Frau aus Irland in Portugal fest. Sie konnte erst eine Woche später nach Hause fliegen. In der Zwischenzeit aber wurde sie von der Fluglinie Ryanair nicht versorgt. Also klagte die Frau. Sie wollte über 1000 Euro für Hotel und Verpflegung erstattet bekommen.

Gletscher-Vulkan Eyjafjallajökull auf Island stößt riesige Mengen Wasserdampf und Asche aus

Eine Aschewolke, die ganz Europa lähmte: Der Gletscher-Vulkan Eyjafjallajökull stieß riesige Mengen Wasserdampf und Asche aus.

Der Europäische Gerichtshof gab der Klägerin recht. Die Richter bekräftigten: Wenn ein Flug annulliert wird, muss die Fluglinie für solche Kosten aufkommen - auch, wenn sie den Ausfall nicht selbst verschuldet hat und er auf außergewöhnliche Umstände zurückzuführen ist.

Ryanair hatte argumentiert: Der Vulkanausbruch und die folgende Schließung des Luftraums seien über die besagten außergewöhnlichen Umstände noch hinausgegangen. Also müsse die Airline nicht zahlen.

Doch der EuGH wies das zurück: Besonders außergewöhnliche Umstände gebe es nicht. Die Airline müsse auch in einem solchen Fall zahlen. Es gebe dafür auch keine zeitliche Begrenzung, stellte das Gericht fest. Gerade, wenn die außergewöhnlichen Umstände lange anhielten, sei eine Betreuung der Passagiere besonders wichtig.

(Az: C-12/11)

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KOMMENTARE

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Leser 31.01.2013 • 15:46 Uhr

Komisch

Wenn man so manche Kommentare hier liest, dann scheint es für einige OK zu sein, wenn sie in den Urlaub fliegen und dann "für alle Fälle" mal ein paar Tausend Euro als Reserve haben, falls halt mal ein Vulkan ausbricht oder anderes. Ich kann mich auch noch an das Geschrei in Europa über Herrn Ramsauer erinnern, der ja so Böse war und Flugverbot anordnete. Ich glaube Herr Barroso warf ihm vor, unnötige Wirtschaftliche Schäden für die Fluglinien zu verursachen. Die deutsche Bahn wird regelmäßig zur Schnecke gemacht, wenn Weichen bei starkem Schneefall kapitulieren und viele regen sich auf und lassen "höhere Gewalt" oder "Mutter Natur" nicht gelten. Wo bitte liegt der Unterschied zwischen naturbedingtem Schneefall, bei welchem viele Reisende auch ihr Geld zurück haben möchten und einem naturbedingtem Vulkanausbruch, welcher Weltweit nun auch nicht gerade selten vorkommt. Wie oben bereits geschrieben war es reines Glück, das der Wind sonst immer hilfreich für die Airlines war.