Rauch steigt aus Schornsteinen von holzverarbeitenden Industriebetrieben am Seehafen Wismar auf. | dpa

"Fit for 55" im EU-Parlament Ausweitung des CO2-Handels abgelehnt

Stand: 08.06.2022 14:42 Uhr

Das EU-Parlament hat überraschend gegen die Ausweitung des europäischen Emissionshandels gestimmt. Die Frage war, ob der Handel mit CO2-Zertifikaten auf die Bereiche Verkehr und Gebäude übertragen werden soll.

Das Europaparlament hat sich nicht auf eine vorgeschlagene Reform des EU-Emissionshandels (ETS) einigen können. Eine Mehrheit der Abgeordneten lehnte eine geplante Ausweitung des Systems auf Gebäude und Verkehr ab. Das Gesetz wurde zurück an den Umweltausschuss verwiesen, um einen neuen Kompromiss zu finden, der von einer Mehrheit getragen werden kann.

"Ich halte das für eine Schande", sagte der Abgeordnete Peter Liese (CDU), der für die Verhandlung des Dossiers im EU-Parlament zuständig ist. "Wie bei vielen anderen Gelegenheiten in diesem Bericht haben die extreme Rechte, die Sozialdemokraten und die Grünen zusammen gestimmt."

Für die Grünen und Sozialdemokraten war der Vorschlag teilweise nicht ehrgeizig genug. Im Emissionshandel müssen etwa Teile der Industrie oder Stromproduzenten für den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen wie Kohlendioxid (CO2) bezahlen.

Geplant war unter anderem die Ausweitung des Systems auf weitere Branchen - mit Ausnahmen für private Haushalte - sowie eine schnellere Reduktion von den vom ETS abgedeckten Emissionen.

"Fit for 55"-Klimapaket der EU-Kommission

Die Abstimmung ist eine von mehreren in Straßburg über wichtige Teile des "Fit for 55"-Klimapakets der EU-Kommission. Es zielt darauf ab, klimaschädliche Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zu 1990 um 55 Prozent zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden.

Damit die Gesetze des Pakets in Kraft treten können, müssen sowohl das Parlament als auch die EU-Länder zustimmen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 08. Juni 2022 um 15:20 Uhr.