Ein qualmender Auspuff an einem PKW  | dpa

EU-Parlament stimmt für Kompromiss Schärfere Abgasnormen ab 2021

Stand: 25.02.2014 14:50 Uhr

Nach monatelangem Streit mit Deutschland hat das Europäische Parlament den Weg für strengere Abgasnormen bei Neuwagen frei gemacht. Mit Ausnahme der Grünen stimmte eine breite Mehrheit der Abgeordneten für den Ende November ausgehandelten Kompromiss.

Die Vereinbarung sieht vor, dass im Jahr 2020 95 Prozent aller neuen Pkw maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen dürfen - gegenüber 130 Gramm im Jahr 2015. Erst ab 2021 gilt dieser Wert für alle Neuwagen. Zudem können sich Autobauer emissionsfreie Elektrofahrzeuge als sogenannte Supercredits stärker als Entlastung anrechnen lassen. Dies soll Investitionen in klimafreundliche Antriebe beflügeln. Die neuen Vorschriften gelten allerdings für den Durchschnitt der Flotte eines Herstellers.

Scharfe Kritik an Merkel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte im Sommer einen ersten Entwurf für die neue Regelung verhindert und dies mit möglichen Nachteilen für deutsche Autobauer wie Daimler, BMW oder Audi begründet. Für deren PS-starke Oberklassewagen sind die neuen Grenzwerte wesentlich schwerer zu erreichen. "Es geht hier um die Gemeinsamkeit von umweltpolitischen Zielen und industriepolitischen Zielen und da geht es auch um Beschäftigung", hatte die Kanzlerin damals erklärt.

Grüne und Umweltschutzverbände hatten das Vorgehen der Bundesregierung scharf kritisiert. Nach Berechnungen der Umweltschutzorganisation Transport & Environment steigt der Ausstoß an Kohlenstoffdioxid durch den neuen Kompromiss zusätzlich um etwa 50 Millionen Tonnen.

Nach dem Parlament müssen die EU-Staaten der Regelung zustimmen. Dies gilt aber als Formsache, nachdem sich auch die Bundesregierung im November mit dem neuen Kompromiss zufrieden gegeben hatte.

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KOMMENTARE

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Inspirant 25.02.2014 • 22:21 Uhr

@ AntiPolitiker

Woher nehmen Sie die Zahlen für Ihre prozentuale Verteilung? Ohne Quelle ist Ihre "Wissenschaftliche Tatsache" leider sehr unseriös und unhaltbar. Zumal nach der Publikation des Umweltbundesamtes "Entwicklung der Luftqualität in Deutschland" beispielsweise 2007 der Straßenverkehr 19% der gesamten PM10 µm Emissionen in D verursachte. Bei PM2,5 µm waren es 2008 sogar 25%. Selbst mit der Einschränkung, nur die Emissionen innerhalb einer Stadt zu betrachten, ist Ihre Aussage arg daneben. Bei Feinstaub aus anthropogenen Quellen spielt der Straßenverkehr also eine nicht unerhebliche Rolle und was die Schädlichkeit betrifft, sollte der Satz "Die Dosis macht das Gift" im Hinterkopf behalten werden. MfG