Hackschnitzel | picture alliance / blickwinkel/M

Statistisches Bundesamt Erzeugerpreise mit weiterem Rekordanstieg

Stand: 20.09.2022 12:16 Uhr

Die Erzeugerpreise gelten als ein Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise. Angeheizt durch hohe Energiekosten erhöhten sich die Preise für gewerbliche Produkte gegenüber dem Vorjahresmonat um 45,8 Prozent.

Die Hersteller gewerblicher Produkte haben im vergangenen Monat so hohe Preise für ihre Erzeugnisse verlangt wie nie. Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Erzeugerpreise im August im Schnitt um 45,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt heute in Wiesbaden mitteilte. Im Vergleich zum Vormonat legten sie um 7,9 Prozent zu - auch das ist der höchste Anstieg seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949.

Der Preisindex hatte bereits von Dezember bis Mai jeden Monat Rekordanstiege verzeichnet. Im Juni verlangsamte sich die Teuerung leicht, ab Juli legte sie aber wieder stark zu.

Indikator für Verbraucherpreise

Der Index misst laut Statistischem Bundesamt die Entwicklung der Preise für die im Bergbau, im Verarbeitenden Gewerbe sowie in der Energie- und Wasserwirtschaft in Deutschland erzeugten und im Inland verkauften Produkte. Die Erzeugerpreise gelten als ein Indikator für die Entwicklung der Verbraucherpreise, die infolge des Ukraine-Kriegs und der massiv gestiegenen Energiekosten bereits deutlich gestiegen sind. Die Inflationsrate in Deutschland betrug im August bei 7,9 Prozent, die Bundesbank rechnet in den nächsten Monaten gar mit einer zweistelligen Inflationsrate.

Getrieben wird die Entwicklung der Erzeugerpreise dabei nach wie vor von den Kosten für Energie, die sich im Jahresvergleich im Durchschnitt um 139 Prozent erhöhten. Im August war Erdgas 209,4 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Kraftwerke zahlten für Erdgas sogar 269,1 Prozent mehr, Industrieabnehmer 264,9 Prozent. Strom verteuerte sich innerhalb eines Jahres um 174,9 Prozent und Mineralölerzeugnisse um 37,0 Prozent. Gegenüber dem Vormonat sanken die Preise für Mineralölerzeugnisse allerdings um 3,2 Prozent. Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise 14 Prozent höher als im August 2021, im Vergleich zum Vormonat stiegen sie kaum.

Hohe Energiepreise als Treiber

Die hohen Energiepreise schlagen auch auf Vorleistungsgüter (plus 17,5 Prozent) wie Metalle oder chemische Grundstoffe durch. Betroffen von deutlichen Preiserhöhungen sind auch Gebrauchs- und Verbrauchsgüter (10,9 Prozent und 16,9 Prozent). So waren beispielsweise Nahrungsmittel im August 22,3 Prozent teurer als im Vorjahr.

Sehr hohe Preissteigerungen gab es bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen (109 Prozent höher als im Vorjahr), vor allem weil sich das Vorprodukt Ammoniak noch stärker verteuerte. Verdoppelt haben sich innerhalb eines Jahres auch die Preise für Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten mit einem Anstieg von 108,2 Prozent. Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln verteuerte sich um 133 Prozent. Auch der Futtermittel-Preis für Nutztiere stieg um 37,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zeitungspapier kostete 92,8 Prozent mehr als im August vergangenen Jahres, Getreidemehl 46,4 Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 20. September 2022 um 12:00 Uhr.