Der türkische Präsident Erdogan bei einer Rede in Ankara, wärend der er einen Boykott us-amerikanischer Elektronik ankündigte. | Bildquelle: AP

Erdogan gegen US-Elektronik "Die werden uns schon noch verstehen"

Stand: 14.08.2018 20:30 Uhr

Es ist eine markige Drohung: Die Türkei will US-amerikanische Elektroprodukte boykottieren. Doch was aus der Ankündigung von Präsident Erdogan folgt, ist unklar. Händler reagieren irritiert.

Von Karin Senz, ARD-Studio Istanbul

Im Netz kursieren die ersten Fotos oder Fotomontagen: Präsident Recep Tayyip Erdogan mit einem iPhone am Ohr, sein Schwiegersohn, Finanzminister Berat Albayrak mit einem iPhone in der Hand. Der eine oder andere Bürger erinnert sich an diesem Tag auch an den Putschversuch vor zwei Jahren. Da hatte Erdogan per Facetime - einer Apple App - das Volk zum Widerstand auf die Straßen gerufen. Aber Apple und Co. haben ausgedient in der Türkei, wenn es nach Erdogan geht.

Der türkische Präsident kündigte an, sein Land werde "amerikanische Elektrogeräte boykottieren". Schließlich gebe es "auf der Gegenseite Samsung" und in der Türkei Mobiltelefone der Marke Vestel. Erdogan gab sich zuversichtlich: "Die werden uns schon noch verstehen."

Der türkische Präsident reagierte damit nach vier Tagen auf die US-Sanktionen auf türkischen Stahl und Aluminium. Wie er den Boykott genau durchsetzen will? Das sagte Erdogan nicht. Viele Händler, die US-Elektrogeräte verkaufen, sind ratlos. Sie wissen nicht, wie es nun weitergehen soll, einige sagen, sie hätten den Import und Verkauf von Apple-Produkten zunächst einmal gestoppt

Natalie Amiri, ARD Istanbul, kommentiert die Auswirkungen des türkischen Wirtschaftskurses

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Hauptsache weg vom Dollar

Die Läden vieler Händler in Istanbul sind voll mit teuren iPhones, aber auch mit Handys aus anderen Ländern. Auch türkische Mobiltelefone der Marke Vestel bieten sie an. Man gibt sich patriotisch und ist damit voll auf Regierungslinie. Die besteht unter anderem darin, vom Dollar unabhängiger zu werden.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu warf den USA noch einmal vor, ihre Währung und ihre Macht zu missbrauchen. Das treffe nicht nur die Türkei, sondern auch europäische Länder. Diese würden von den USA mit dem Dollar angegriffen. Die Türkei sehe deshalb "das Bestreben, vom Dollar wegzukommen".

Eine Frau in Istanbul schaut sich Samsung-Handys an. | Bildquelle: ERDEM SAHIN/EPA-EFE/REX/Shutters
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Umsteigen auf Samsung oder Vestel - das empfiehlt Präsident Erdogan türkischen Bürgern.

Lawrow pflichtet bei

Einen Verbündeten hat Cavusoglu dabei offenbar schon gefunden. Sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow war am Dienstag bei ihm in Ankara. Lawrow wiederholte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz, was Erdogan schon am Vortag gesagt hatte. Ziel sei, den Handel in nationaler Währung abzuwickeln und nicht mehr in Dollar. Beide Außenminister verurteilten die US-Sanktionen.

US-Präsident Donald Trump hatte sie wegen des Streit um den US-Pastor Andrew Brunson erlassen. Die Türkei hält ihn seit knapp zwei Jahren wegen Terrorvorwürfen fest. Cavusoglu äußerte sich dazu nur kurz. Brunsons Lage sei bekannt, er befinde sich aus gesundheitlichen Gründen nicht im Gefängnis, sondern in Hausarrest und sei wohl von einem hohen US-Diplomat besucht worden. Aber, so Cavusoglu: "Es hat sich im Fall Brunson nichts getan."

Türkischer Unternehmerverband fordert mehr Dialog im Handelskonflikt mit den USA
tagesthemen 22:15 Uhr, Katharina Willinger, ARD Istanbul

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Die Kunden bleiben aus

Viele Türken wollen nicht so recht verstehen, was sie mit all dem zu tun haben. Die Talfahrt der Lira spüren sie immer deutlicher im Geldbeutel. Ein Istanbuler Händler ist sauer. Er glaubt, dass nicht nur die USA Schuld an der Entwicklung trügen. In der Vergangenheit seien viele Fehler gemacht worden - etwa, dass "Leute aus der Familie zum Minister gemacht" wurden. Damit meint er Erdogans Schwiegersohn, Finanzminister Berat Albayrak.

Der Händler verkauft ebenfalls US-Elekroprodukte. Doch die Importe seien "richtig teuer" geworden. Die Kunden kauften nichts mehr, da ihnen das Geld dafür fehle. Sein Fazit: "Da muss man einfach sagen, dass die Wirtschaft am Ende ist."

Ende der Woche verabschieden sich viele Türken erst mal in die Ferien rund um das Opferfest. Dann steht die Familie im Mittelpunkt. Schlechte Nachrichten haben Pause. Und der eine oder andere legt dann wohl auch das iPhone beiseite.

Türkei macht sich auf zu neuen Ufern
Karin Senz, ARD Istanbul
14.08.2018 19:25 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. August 2018 um 18:11 Uhr.

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Karin Senz, SWR

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