Winderräder und Strommasten | Bildquelle: dpa

Netzausbau in Deutschland Altmaiers neue Chefsache

Stand: 14.08.2018 14:23 Uhr

Für die Energiewende müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden - doch die Arbeiten laufen zu langsam. Wirtschaftsminister Altmaier will nun mit einem Aktionsplan Tempo machen.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat einen Aktionsplan angekündigt, um den Bau neuer Stromleitungen für die Energiewende zu beschleunigen. "Wir haben einen Rückstand erreicht, der politisches Handeln notwendig macht, sagte der CDU-Politiker bei der Bundesnetzagentur in Bonn. Er besucht drei Tage lang Kraftwerke und Erdkabel-Baustellen in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

Altmaier kündigte an, dass er bis zum Ende der Legislaturperiode 2021 beim Netzausbau entscheidend vorankommen wolle: "Es geht um eine große Kraftanstrengung".

Bundesumweltminister Peter Altmaier macht Netzausbau zur Chefsache
tagesschau 20:00 Uhr, 14.08.2018, Jan Koch, WDR

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Schneller bauen, besser optimieren

Der Aktionsplan sieht zum einen vor, den Bau neuer Leitungen zu beschleunigen. Künftig soll es für jedes Projekt ein vorausschauendes Controlling geben. Außerdem sollen sich die Beteiligten regelmäßig treffen. Planungsverfahren sollen kürzer und zeitraubende Alternativplanungen, oft von den Ländern angestoßen, eingeschränkt werden.

Zum anderen sollen die bestehenden Stromnetze optimiert und höher ausgelastet werden.

Nach Angaben der Bundesnetzagentur sind von den erforderlichen 7700 Kilometern beim Netzausbau derzeit 1750 Kilometer genehmigt. Sogar nur 950 sind demnach realisiert. "Der Netzausbau kommt nicht so schnell voran wie nötig", sagte der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann. Für Altmaier ist das "keine Zahl, mit der man sich sehen lassen kann".

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier besucht die Bundesnetzagentur. | Bildquelle: SASCHA STEINBACH/EPA-EFE/REX/Shu
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Er wolle den Netzausbau zur Chefsache machen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier.

Strom ist da, Leitungen fehlen

Im Zuge der Energiewende soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch weiter massiv steigen. Derzeit liegt er bei 36 Prozent, bis 2030 soll er bei 65 Prozent liegen. Umweltfreundliche Energieträger wie Sonne und Wind sollen Energiequellen wie Kohle, Gas und Atomkraft ersetzen. Bis 2022 will die Politik das letzte Kernkraftwerk abschalten.

Damit die Energiewende gelingt, müssen Tausende Kilometer neue Stromleitungen gebaut werden. Windstrom muss von den Küsten in die Industriezentren im Süden transportiert werden. Das Stromnetz droht in seiner jetzigen Form an seine Kapazitätsgrenze zu stoßen. Die massiven Verzögerungen beim Leitungsbau führen außerdem zu Milliardenkosten.

Auch Verbraucher müssen mehr zahlen

Im Norden müssen immer wieder Gas- und Kohlekraftwerke heruntergefahren oder Windparks abgeschaltet werden, weil sonst zu viel Strom produziert würde. In den Verbrauchszentren vor allem im Süden müssen dagegen konventionelle Reservekraftwerke hochgefahren werden. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben für diese sogennanten Noteingriffe auf einen Rekordwert von 1,4 Milliarden Euro.

Zwar sind zahlreiche neue Trassen geplant. Gegen ihren Bau gibt es aber an vielen Orten in Deutschland Widerstand von Anwohnern, Landwirten und Umweltschützern. Es gibt zahlreiche Einwände von Bürgern, lange Planungs- und Genehmigungsverfahren - aber auch Streit unter Bundesländern über den Verlauf von Trassen.

Altmaier forderte alle Beteiligten auf, konstruktiv zusammenzuarbeiten. Der Wirtschaftsminister kündigte für den 20. September in Berlin einen "Netzgipfel" an, zu dem er seine Länderkollegen einladen will. Er will außerdem im Herbst ein Gesetz zur Beschleunigung des Netzausbaus vorlegen. "Ich will den Netzausbau zur Chefsache machen", sagte Altmaier.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht Netzausbau zur Chefsache
Jochen Hilgers DLF
14.08.2018 19:43 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. August 2018 um 08:00 Uhr.

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