Airlines sollen keine CO2-Zertifikate kaufen Auch Indien will EU-Emissionshandel boykottieren

Stand: 23.03.2012 11:54 Uhr

Indien macht nun offenbar ernst mit der Drohung, seinen Fluggesellschaften die Beteiligung am europäischen Emissionshandel zu verbieten. "Keine Airline wird sich den Regeln der EU beugen, in Übereinstimmung mit der Haltung der indischen Regierung", sagte der Minister für zivile Luftfahrt, Ajit Singh, vor dem Parlament in Neu Delhi. Hochrangige Regierungsvertreter hatten bereits Anfang der Woche angekündigt, Indien werde seine Airlines auffordern, weder ihre Emissionsdaten an die EU weiterzugeben noch CO2-Verschmutzungsrechte zu kaufen.

Emissionshandel soll CO2-Ausstoß reduzieren

Air India-Maschine am Flughafen Mumbai
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Air India-Maschine am Flughafen Mumbai (Archivbild). Die Regierung will, dass sich die indischen Airlines nicht am Emissionshandel beteiligen.

Seit Januar hat die EU die Luftfahrt in ihren Emissionshandel einbezogen, der bisher vor allem für die Industrie galt. Ziel ist eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Alle Fluggesellschaften, die in der EU starten und landen, müssen seit Jahresbeginn Zertifikate für den Ausstoß von Kohlendioxid nachweisen. Sie erhalten ein bestimmtes Kontingent - 85 Prozent davon derzeit kostenlos, 15 Prozent müssen sie bezahlen. Sind ihre Emissionen höher, müssen sie zusätzliche Emissionszertifikate kaufen; fällt der Schadstoffausstoß geringer aus, können sie Zertifikate verkaufen. Airlines, die sich nicht am Emissionshandel beteiligen, müssen ab April 2013 mit Strafzahlungen oder sogar einem Entzug der Start- und Landeerlaubnis in der EU rechnen.

Mehrere außereuropäische Staaten haben Widerstand dagegen angekündigt. Als erstes Land machte China Anfang Februar ernst mit einem Boykott. Auf Anweisung der Regierung untersagte die chinesische Luftfahrtbehörde (CAAC) den chinesischen Airlines, sich am Emissionshandel zu beteiligen.

Seltene Allianz von Airbus und Boeing

Auch die beiden großen Flugzeughersteller Airbus und Boeing machen gegen die Pläne Front - in einem seltenen Schulterschluss. Der Ansatz der EU sei falsch, sagte der Chef der Verkehrsflugzeugsparte von Boeing, Jim Albaugh. Es wäre besser, die Abgabe auf Eis zu legen und weltweit gültige Regeln auszuarbeiten. Damit pflichtet der US-Konzern seinem europäischen Konkurrenten Airbus bei, der zusammen mit anderen europäischen Firmen wegen der CO2-Abgabe Alarm geschlagen hatte.

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