Easyjet

Billig-Airline in der Krise Easyjet streicht weitere Flüge

Stand: 17.11.2020 09:40 Uhr

Mehr als eine Milliarde Pfund Verlust hat die britische Billig-Airline im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/20 in der Bilanz stehen. Und Easyjet muss sich wie die gesamte Airline-Branche auf weiterhin schwache Geschäfte einstellen. Flexibiliät bis zur Impfung ist das Gebot der Stunde.

Die Corona-Pandemie hat dem britischen Billigflieger Easyjet wie erwartet den ersten Jahresverlust seiner Geschichte eingebrockt. Die Aussichten für den Winter bleiben düster. Easyjet-Chef Johan Lundgren will im laufenden Quartal jetzt höchstens ein Fünftel des ursprünglich vorgesehenen Flugprogramms anbieten. Zuletzt hatte er noch ein Viertel anvisiert.

Etwas Hoffnung schöpft der Manager aus den positiven Nachrichten über einen möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Easyjet bleibe flexibel, um das Flugangebot bei anziehender Nachfrage wieder hochzufahren, teilte das Unternehmen am Dienstag in Luton bei London mit. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende September riss der Einbruch des Flugverkehrs infolge der Pandemie den Billigflieger tief in die roten Zahlen. Unter dem Strich stand ein Minus von fast 1,1 Milliarden britischen Pfund (1,2 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von 349 Millionen Pfund im Vorjahr.

Verlustbegrenzung, mehr geht nicht

Erste Eckdaten hatte Easyjet bereits im Oktober veröffentlicht. Zu einer Ergebnisprognose für das neue Geschäftsjahr sieht sich das Management wegen der Pandemie nicht in der Lage. Easyjet versuche, die Verluste in der kalten Jahreshälfte zu begrenzen, hieß es. Im abgelaufenen Geschäftsjahr brach die Zahl der Fluggäste infolge der Reisebeschränkungen und des Einbruchs der Nachfrage um die Hälfte auf gut 48 Millionen ein.

Betroffen war vor allem das zweite Geschäftshalbjahr, das bei Easyjet von April bis September dauert. In den Monaten April bis Juni stand die Flotte praktisch still, und auch danach erholte sich die Nachfrage nur leicht, bevor sie im Zuge steigender Infektionszahlen und neuer Reisebeschränkungen wieder zurückging.

Passagiere wollen fliegen

Auch der Blick in die nähere Zukunft ist eher trübe: Im ersten Quartal 2021 plant die Airline mit maximal 20 Prozent der Kapazitäten zu fliegen. Hoffnung macht die prinzipiell hohe Nachfrage nach Flügen auf Seiten der Kundschaft. Stieg stiegen die Buchungen für Flüge auf die Kanaren um 900 Prozent, nachdem die Reisewarnung dorthin im Oktober aufgehoben wurde.

Die Aktie von Easyjet reagierte am Morgen in London kaum auf die aktuellen Geschäftszahlen. Der Markt hatte bereits mit den Milliardenverlusten gerechnet. Das Papier notiert derzeit bei rund 780 Pence und damit nur rund halb so hoch wie im Frühjahr vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

AB

Quelle: boerse.ard.de

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 17. November 2020 um 11:39 Uhr.

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